Ein Infrarot-Gasstrahler verbrennt Flüssiggas aus einer Flasche und gibt die Wärme als Strahlung ab, ganz ohne Stromanschluss. Damit eignet er sich für offene Terrassen, Baustellen und große, gut belüftete Hallen. In Wohnräume, Garagen und Zelte gehört er nicht, weil bei der Verbrennung Kohlenmonoxid entstehen kann. Im Freien braucht er laut Umweltbundesamt im Schnitt mehr als doppelt so viel Leistung je Quadratmeter wie ein elektrischer Strahler.
So entsteht die Wärme im Gasstrahler
Im Inneren brennt eine Gasflamme, die eine Fläche zum Glühen bringt. Das Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes beschreibt es so: Ein Gasbrenner erhitzt ein gelochtes Blech, das Infrarot abgibt. Die Strahlung wird erst dort zu Wärme, wo sie auftrifft, also auf Haut, Kleidung oder Boden. Die Luft dazwischen erwärmt sich nur wenig.
Das ist dieselbe Strahlungswärme, die auch ein elektrischer Infrarotstrahler liefert. Eine klassische Heizung arbeitet dagegen mit Konvektionswärme und heizt zuerst die Raumluft. Weil Strahler die Luft kaum erwärmen, nennt der Lexikonartikel zum Infrarotstrahler vor allem den Außenbereich als Einsatzfeld, etwa Straßencafés, Terrassen und Weihnachtsmärkte.
Das Umweltbundesamt betrachtet Terrassenheizstrahler mit Gas zwischen 7 und 14 kW Feuerungsleistung. Elektrische Geräte liegen bei 1 bis 4 kW. Gasgeräte sind meist mobil, elektrische Strahler werden in der Regel fest montiert. Im Handel finden Sie vor allem diese Bauformen:
| Bauform | Wie die Wärme entsteht | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Heizpilz | Brenner oben, Reflektor in Pilzform, Flasche im Standfuß | offene Terrasse, Außengastronomie |
| Pyramide | Flamme in einem Glasrohr, Flasche im Sockel | Garten, Event, als Blickfang |
| Gasheizer mit Keramik | glühende Keramikfläche, Flasche im Gehäuse oder daneben | Baustelle, Werkstatt mit offenem Tor |
| Hellstrahler | Keramikplatten unter der Hallendecke | hohe Hallen, Gewerbe |
| Dunkelstrahler | Flamme in einem geschlossenen Strahlrohr | Werkhallen, Kfz-Werkstätten |
Für eine Sitzgruppe am Haus ist der elektrische Strahler oft die einfachere Lösung, das zeigt der Ratgeber zur Infrarotheizung für die Terrasse.
Hellstrahler und Dunkelstrahler für Werkstatt und Halle
In Gewerbehallen hängen Gasstrahler fest unter der Decke. Der Lexikonartikel zum Infrarotstrahler unterscheidet zwei Arten. Hellstrahler verbrennen das Gas-Luft-Gemisch sichtbar an perforierten Keramikplatten, die sich bis auf 950 °C erhitzen. Sie eignen sich laut dem Artikel besonders für Hallen mit Deckenhöhen über 6 Metern und für schlecht gedämmte Gebäude.
Ihre Abgase ziehen über die Raumluft ab. Das geht, weil die Verbrennung laut Artikel fast schadstofffrei abläuft. Die Halle braucht dafür aber eine Frischluftzufuhr von 10 Kubikmetern je Stunde und Kilowatt Leistung. Für einen Strahler mit 20 kW sind das 200 Kubikmeter in jeder Stunde. Eine Garage oder Hobbywerkstatt erreicht diesen Luftwechsel bei geschlossenem Tor nicht.
Moderne Hellstrahler geben laut Artikel zwischen 65 und 77 Prozent ihrer Leistung als Strahlung ab, früher waren es 40 bis 50 Prozent. Dieser Anteil heißt Strahlungsfaktor, der Wert stammt von 2006.
Dunkelstrahler: die Flamme im Rohr
Dunkelstrahler verbrennen das Gas in geschlossenen Brennern mit Strahlrohren, die Flamme ist von außen nicht zu sehen. Die heißen Rohre geben die Wärme als Strahlung ab. Ihre Abgase müssen über eine Abgasanlage aus der Halle geführt werden, die der Schornsteinfeger jedes Jahr prüft. Raumluftunabhängige Geräte holen sogar die Verbrennungsluft von draußen. Ihre Rohre erreichen 300 bis 650 °C, der Strahlungsfaktor liegt bei 45 bis 55 Prozent. Wegen der niedrigeren Temperatur kommen Dunkelstrahler laut Artikel schon ab etwa 4 Metern Deckenhöhe infrage.
Für Garage und kleine Werkstatt bleibt der elektrische Weg. Welche Leistung dort passt und wie Sie den Strahler montieren, erklärt der Ratgeber zur Infrarotheizung in der Garage.
Gasflasche, Verbrauch und Laufzeit
Mobile Heizstrahler laufen mit Flüssiggas aus Flaschen. Laut Wikipedia-Artikel Flüssiggas sind in Deutschland Flaschen mit 5, 11 oder 33 Kilogramm Füllung üblich. In die großen Campingflaschen wird hierzulande Propan abgefüllt. Ein Kilogramm Flüssiggas hat einen Heizwert von 12,87 Kilowattstunden.
Daraus lässt sich der Verbrauch selbst rechnen: Leistung in Kilowatt geteilt durch 12,87 ergibt Kilogramm Gas je Stunde. Die Tabelle gilt für volle Leistung, auf kleiner Stufe hält die Flasche länger.
| Leistung des Strahlers | Gas je Stunde | Laufzeit 5-kg-Flasche | Laufzeit 11-kg-Flasche |
|---|---|---|---|
| 4 kW | 0,31 kg | etwa 16 Stunden | etwa 35 Stunden |
| 7 kW | 0,54 kg | etwa 9 Stunden | etwa 20 Stunden |
| 14 kW | 1,09 kg | etwa 4,5 Stunden | etwa 10 Stunden |
Ein Heizpilz mit 14 kW leert also eine 11-Kilogramm-Flasche an drei oder vier langen Abenden. Den Preis für die Füllung nennt Ihnen der Händler. Teilen Sie ihn durch das Flaschengewicht und multiplizieren Sie das Ergebnis mit dem Verbrauch aus der Tabelle, dann kennen Sie die Kosten je Stunde.
Im Winter zählt die Gasart. Propan siedet bei −42 °C, reines Butan schon bei −0,5 °C. Liegt die Flasche bei Frost im Freien, verdampft Butan kaum noch, und der Strahler bekommt zu wenig Gas. Kleine Campingkartuschen enthalten laut dem Artikel auch Mischungen aus Butan und Propan.
Kohlenmonoxid: Gasstrahler gehören nicht in geschlossene Räume
Bei der Verbrennung entsteht immer Abgas, bei unvollständiger Verbrennung auch Kohlenmonoxid. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erhält nach eigener Aussage immer wieder Meldungen über Vergiftungen durch Geräte für den Außenbereich, die in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen liefen. Gasbetriebene Heizstrahler nennt das Institut dabei ausdrücklich.
Kohlenmonoxid ist laut BfR farb- und geruchlos und breitet sich in geschlossenen Räumen rasch aus. Sie bemerken es also nicht. Ein Rauchmelder schlägt ebenfalls nicht an, dafür braucht es ein eigenes Warngerät. Nach Angaben des BfR verursacht Kohlenmonoxid in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Vergiftungen, darunter mehrere hundert Todesfälle.
Dazu kommt das Gas selbst. Flüssiggas ist schwerer als Luft und kann sich laut dem Lexikonartikel in Kellern und Gruben wie ein See sammeln. Mit Luft bildet es explosive Gemische, je nach Mischung schon ab 1,5 Volumenprozent. Für den Betrieb heißt das:
- Gasstrahler nur im Freien oder in großen Hallen mit geplanter Lüftung betreiben.
- Nie in Wohnung, Wintergarten, Garage, Zelt oder Wohnwagen heizen, auch nicht mit gekipptem Fenster.
- Flaschen nicht im Keller oder unter Erdgleiche abstellen.
- Den Strahler im Betrieb nicht allein lassen und nach Gebrauch das Flaschenventil schließen.
- Schlauch und Druckminderer vor jeder Saison auf Risse und festen Sitz prüfen.
- Ob ein bestimmtes Gerät in Räumen laufen darf, steht nur in seiner Bedienungsanleitung.
Was bei elektrischen Geräten zur Sicherheit zählt, fasst der Ratgeber Sicherheit von Infrarotheizungen zusammen.
Klimabilanz und Kosten im Vergleich zum Elektrostrahler
Viele halten den Heizpilz für die kräftigere und damit sparsamere Lösung im Freien. Nach den Zahlen des Umweltbundesamtes brauchen Gasgeräte im Mittel 283 Watt für jeden beheizten Quadratmeter, elektrische Strahler 124 Watt. Die Spanne bei Gas ist groß und reicht von 158 bis 488 Watt.
Zum Vergleich nennt das Papier ein Niedrigenergiehaus, dessen Heizlast bei nur 50 Watt je Quadratmeter liegen kann. Die Energie, die ein Gasstrahler in einer Stunde draußen abgibt, würde eine gleich große Fläche in diesem Haus im Mittel sechsmal so lange heizen. Beim elektrischen Strahler ist es das 2,5-Fache.
Mittelwerte für Terrassenheizstrahler bei voller Leistung aus dem Hintergrundpapier von 03/2009, Zeilen 5 und 6 nach BfR.
Beim CO2 liegen beide Techniken nach der Rechnung von 2009 etwa gleichauf, weil der Strom damals sehr CO2-intensiv erzeugt wurde. Das Papier rechnet mit dem Strommix jenes Jahres, neuere Werte enthält es nicht. Sein Fazit lautet, dass keine der beiden Techniken aus Klimaschutzsicht vorzuziehen ist. Bei Gas kommen wegen der hohen Flammentemperatur erhöhte Stickoxid-Emissionen hinzu. Das Umweltbundesamt empfiehlt, freiwillig auf Terrassenheizstrahler zu verzichten. Schon damals untersagten mehrere Städte sie in der Gastronomie, Berlin-Pankow erteilte die Gaststättenerlaubnis nur ohne Heizstrahler.
Beim Strom lassen sich die Kosten genau rechnen. Laut Strompreisanalyse des BDEW zahlen Haushalte 2026 bisher 37,3 Cent pro Kilowattstunde. Ein elektrischer Strahler mit 2.000 Watt kostet damit rund 75 Cent je Stunde. Beim Gas fehlt ein solcher Richtwert. Ihre eigene Rechnung erstellen Sie mit dem Stromkosten-Rechner.
Kaufkriterien für Heizstrahler mit Gas
Wer sich für Gas entscheidet, prüft vor dem Kauf fünf Punkte:
- Einsatzort – Terrasse, Garten und Baustelle sind die Orte für mobile Geräte. Für Hallen kommen nur fest installierte Hell- oder Dunkelstrahler vom Fachbetrieb infrage.
- Leistung und Regelung – ein Heizpilz mit 14 kW wärmt eine Sitzgruppe, braucht aber viel Gas. Mehrere Stufen sparen Füllung an milden Abenden.
- Sicherheitsabschaltung – fragen Sie nach, ob die Gaszufuhr stoppt, wenn die Flamme erlischt oder das Gerät umfällt. Steht dazu nichts im Datenblatt, gehen Sie nicht davon aus.
- Flasche und Druckminderer – das Gehäuse muss zur Flaschengröße passen. Den richtigen Druckminderer nennt die Anleitung, im Winter gehört Propan in die Flasche.
- Standfestigkeit – ein schwerer Fuß und ein windgeschützter Platz verhindern, dass der Strahler kippt. Halten Sie Abstand zu Markisen, Sonnenschirmen und Pflanzen.
Infrarot-Gasstrahler kaufen: der Bestseller im Detail
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Gas oder Strom – welcher Strahler passt zu welchem Ort?
Gas spielt seine Stärke dort aus, wo keine Steckdose ist und die Abgase frei abziehen. Überall sonst ist ein elektrisches Gerät aus dem Ratgeber zur Infrarotheizung die bessere Wahl.
| Einsatzort | Gasstrahler | Elektrostrahler |
|---|---|---|
| Offene Terrasse, Garten | geeignet, Wind beachten | geeignet, Steckdose oder fester Anschluss nötig |
| Überdachte Terrasse, Pavillon | nur mit offenen Seiten und Abstand zum Dach laut Anleitung | geeignet, feste Montage unter dem Dach |
| Garage, Hobbywerkstatt | nicht geeignet, Kohlenmonoxid | geeignet, mit Schutzart für Staub und Spritzwasser |
| Hohe Werkhalle | Hell- oder Dunkelstrahler vom Fachbetrieb | für einzelne Arbeitsplätze |
| Baustelle, Markt ohne Strom | geeignet im Freien | nur mit Aggregat oder Baustrom |
| Wohnung, Wintergarten, Zelt | nicht geeignet | geeignet |


