Rund 74 Cent kostet eine Stunde Wärme aus einem Infrarot-Heizstrahler mit 2.000 Watt, gerechnet mit dem Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde aus der Strompreisanalyse des BDEW. Das Gerät wärmt Menschen und Flächen, die es trifft, und kaum die Luft dazwischen. Für eine Stunde auf der Terrasse, im Bad oder an der Werkbank ist das sparsam. Als Dauerheizung für ein ganzes Zimmer wird dieselbe Technik teuer, weil sie Stunde um Stunde volle Leistung zieht.
Heizstrahler und Infrarotheizung: zwei Arten von Strahlungswärme
Beide Geräte heizen mit Infrarot. Die Fachliteratur unterscheidet großflächige Niedertemperaturstrahler und sichtbar glühende Hochtemperaturstrahler. Zur ersten Gruppe gehört das flache Paneel an Wand oder Decke. Zur zweiten gehört der Infrarot-Heizstrahler mit kleinem Glühkörper und einem Reflektor, der die Wärme gebündelt nach vorn wirft.
Ein Paneel arbeitet langsam und gleichmäßig. Es erwärmt über Stunden Wände und Möbel und damit nach und nach auch die Raumluft. Wie eine Infrarotheizung im Raum wirkt, hängt deshalb stark von Dämmung und Raumgröße ab. Ein Heizstrahler ist nach Sekunden spürbar und hört genauso schnell wieder auf. Er liefert Strahlungswärme für den Platz, auf den er zielt, und kaum Konvektionswärme für den Raum.
Halogen, Carbon, Keramik: die Bauarten im Vergleich
Welche Strahlung ein Gerät abgibt, hängt an der Temperatur seines Glühkörpers. Je heißer er wird, desto kürzer die Wellenlänge und desto mehr sichtbares Licht entsteht. Ein Quarzstrahler, bei dem ein Heizdraht in einem Glasrohr glüht, erreicht laut Wikipedia-Artikel über Infrarotstrahler 600 bis 950 °C. Halogenstrahler leuchten hell, Carbonstrahler gedämpft rötlich. Keramische Heizelemente arbeiten nach demselben Artikel mit 300 bis 700 °C und glühen kaum sichtbar.
| Bauart | Licht | Strahlung | Wärme spürbar | Typischer Platz |
|---|---|---|---|---|
| Halogen (Quarzrohr) | hell, gelblich-weiß | überwiegend kurzwellig (IR-A) | sofort | windige Terrasse, Werkstatt |
| Carbon | gedämpftes Rot-Orange | überwiegend mittelwellig (IR-B) | nach wenigen Sekunden | Freisitz, Balkon, Wintergarten |
| Keramik, Flächenelement | kein sichtbares Glühen | langwellig (IR-C) | nach einigen Minuten | Bad, Wintergarten, Innenraum |
Für draußen zählt die Wellenlänge. Kurzwellige IR-A-Strahlung erreicht nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz die Unterhaut, IR-B und IR-C werden schon in der Oberhaut aufgenommen. Diese Tiefenwirkung ist nach demselben Lexikonartikel der Grund, warum die Wärme auch bei Luftbewegung spürbar bleibt. Mittelwellige Strahlung von Carbonstrahlern nimmt die wasserreiche Haut dagegen besonders gut auf und wärmt dadurch vor allem die oberen Hautschichten.
Das Heizrohr glüht hinter einem Schutzgitter, der Reflektor lenkt die Strahlung nach vorn. Je heller das Rohr leuchtet, desto kurzwelliger ist die Wärme (Beispielbild).
Der Begriff Dunkelstrahler hat zwei Bedeutungen. Im Handel heißen so elektrische Strahler, die nicht sichtbar glühen, meist mit Keramik- oder Flächenheizelement. In der Haustechnik meint das Wort gasbefeuerte Strahlungsrohre für Hallen, deren Oberfläche laut Baunetz Wissen auf etwa 300 bis 750 °C kommt. Wer einen Strahler für Bad oder Wintergarten sucht, meint fast immer die erste Variante.
Gas oder Strom: was der Heizpilz anders macht
Der klassische Heizpilz auf Gastro-Terrassen verbrennt Flüssiggas aus einer Flasche und braucht keinen Stromanschluss. Für Gasstrahler gelten die Aufstellungsbestimmungen für Gasgeräte, für den Wohnbereich sind sie deshalb kaum geeignet. In Wohnung, Bad und Garage arbeitet man mit einem elektrischen Strahler.
Im Gewerbe arbeiten zusätzlich gasbefeuerte Hellstrahler mit glühenden Keramikplatten und die erwähnten Dunkelstrahler, vor allem in Werkhallen. Im Privathaushalt spielen sie kaum eine Rolle. Für Gaststätten gibt es dagegen nach dem Lexikonartikel zur Strahlungsheizung vielerorts Verbote für Terrassenstrahler im Außenbereich, begründet mit dem hohen Energiebedarf. Ein Verbot für die gelegentliche private Nutzung gibt es laut demselben Artikel nicht. Wer ein Café oder einen Vereinsplatz ausstatten will, fragt vorher bei der Gemeinde nach.
Einsatz draußen: Terrasse, Balkon und Wintergarten
Im Freien arbeitet jeder Strahler gegen die Luftbewegung. Die heißen Bauteile geben auch Wärme an die Luft ab, und diese Energie geht nach dem Wikipedia-Artikel zur Strahlungsheizung ganz verloren. Bei den Sitzenden kommt nur an, was als Strahlung auf Haut und Kleidung trifft, deshalb entscheidet die Ausrichtung über die Wärme am Platz.
- Schutzart prüfen. Ein Gerät, das Regen abbekommen kann, braucht mindestens IPX4, also Schutz gegen allseitiges Spritzwasser.
- Von schräg oben strahlen. Unter dem Dachrand oder an der Pergola trifft die Wärme Schultern und Rücken.
- Windseite schließen. Eine Hauswand, ein Windschutz oder eine Markise halten den Wärmeverlust klein.
- Aus zwei Richtungen. Zwei kleinere Geräte verteilen die Wärme gleichmäßiger als ein großes von einer Seite.
- Abstände einhalten. Der Hersteller nennt Mindestabstände zu Decke, Wand und Sitzplatz.
Wie viel Leistung ein Sitzplatz braucht, geben Hersteller je Gerät als Fläche oder Personenzahl an. Eine herstellerunabhängige Faustregel haben wir dafür nicht gefunden. Montage, Leistung und Kosten auf dem Freisitz behandelt der Ratgeber zur Infrarotheizung auf der Terrasse ausführlich.
Eine Alternative für den Freisitz ist Wärme am Körper. Beheizte Sitze oder Kleidungsstücke arbeiten laut Wikipedia effizienter als ein Strahler, weil sie die Wärme fast ohne Umweg über die Luft weitergeben. Eine beheizte Sitzauflage oder eine Wärmedecke ersetzt so manche Strahlerstunde, gerade an milden Abenden im Frühherbst.
Im Wintergarten liegt der Fall anders. Fensterglas ist für langwellige Wärmestrahlung praktisch undurchlässig, die Wärme bleibt also im Raum. Hier eignen sich Carbon- und Keramikstrahler, die nicht blenden und auch bei längerem Sitzen angenehm bleiben. Was beim Nachrüsten einer Heizung im Wintergarten sonst zu beachten ist, steht im eigenen Beitrag.
Einsatz drinnen: Bad, Werkstatt und Wickeltisch
Bad
Im Bad überbrückt ein Wandstrahler die Minuten nach dem Duschen, wenn die Haut nass ist und die Luft noch kühl. Das Gerät muss für Feuchträume zugelassen sein und darf je nach Abstand zu Wanne und Dusche nur in bestimmten Bereichen hängen. Welche Zone welche Schutzart verlangt, erklärt der Ratgeber zur Infrarotheizung im Bad.
Garage und Werkstatt
In Garage und Werkstatt spielt der Strahler seine Stärke aus, wenn nur ein Platz warm werden soll. Er wärmt die Werkbank und die Person davor, der übrige Raum bleibt kühl. Ein kurzwelliger Halogenstrahler ist dafür am schnellsten. Welche Lösung für Frostschutz und längere Arbeitszeiten passt, vergleicht der Beitrag zur Infrarotheizung in der Garage.
Wickeltisch und mobile Geräte
Über dem Wickeltisch hält ein Wärmestrahler das Baby beim Umziehen warm. Abstand, Leistung und Abschaltautomatik sind hier besonders wichtig, die Einzelheiten stehen im Beitrag zum Wickeltischstrahler. Wer das Gerät mal im Hobbyraum und mal auf der Terrasse braucht, greift zu einem Infrarot-Standgerät auf Rollen oder Standfuß.
Stromkosten: was eine Stunde Wärme kostet
Der Verbrauch eines Elektrostrahlers lässt sich einfach rechnen. Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden ergibt die Kilowattstunden, mal Strompreis die Kosten. Grundlage der Tabelle ist der Durchschnitt von 37,0 Cent pro Kilowattstunde für Haushalte aus der BDEW-Strompreisanalyse, jeweils für eine Stunde auf voller Stufe.
| Leistung | Verbrauch pro Stunde | Kosten pro Stunde |
|---|---|---|
| 1.000 Watt | 1,0 kWh | 37 Cent |
| 1.500 Watt | 1,5 kWh | rund 56 Cent |
| 2.000 Watt | 2,0 kWh | 74 Cent |
| 2.500 Watt | 2,5 kWh | rund 93 Cent |
| 3.000 Watt | 3,0 kWh | 1,11 Euro |
Ein Terrassenabend mit drei Stunden auf 2.000 Watt kostet demnach 2,22 Euro. Bei 40 solchen Abenden im Jahr kommen 240 Kilowattstunden und 88,80 Euro zusammen. Laut Umweltbundesamt entstanden 2025 je Kilowattstunde Strom im Schnitt 344 Gramm CO₂. Die Saison verursacht damit rund 83 Kilogramm CO₂.
Teuer wird es, wenn der Strahler einen Raum dauerhaft heizen soll. Acht Stunden täglich auf 2.000 Watt summieren sich auf 5,92 Euro am Tag. Eigene Werte rechnen Sie mit dem Stromkosten-Rechner nach. Den größten Teil sparen Sie, wenn der Strahler auf niedriger Stufe läuft und nur eingeschaltet wird, solange jemand davor sitzt.
Elektrische Infrarotstrahler geben laut Lexikon bis zu 86 % der zugeführten Energie als Strahlung ab, in Wärme umgewandelt wird nahezu alles. Einen ganzen Raum samt Luft dauerhaft auf Temperatur zu halten, kostet mit Infrarot trotzdem genauso viel Energie wie mit jeder anderen Elektroheizung. Sparen lässt sich nur, solange er einen einzelnen Platz wärmt.
Sicherheit: Abstand, Augen und Brandschutz
Ein Heizstrahler wird am Glühkörper sehr viel heißer als jedes Heizpaneel. Bei solchen Hochtemperaturstrahlern besteht Verbrennungs- und sogar Brandgefahr. Vorhänge und Polster brauchen deshalb den Abstand, den die Anleitung nennt, ebenso eine Holzdecke über dem Gerät. Kinder und Haustiere sollten den Strahler nicht erreichen können, auch nicht kurz nach dem Ausschalten.
Bei hell leuchtenden, kurzwelligen Geräten kommt das Auge hinzu. Nach dem Bundesamt für Strahlenschutz dringt IR-A durch den vorderen Teil des Auges bis zur Netzhaut, Netzhautschäden sind möglich. Bei chronischer Bestrahlung mit starken Quellen kann sich laut BfS langfristig die Augenlinse trüben. Blicken Sie deshalb nicht längere Zeit direkt in einen glühenden Strahler und richten Sie ihn schräg von oben auf Körper und Tisch.
Standgeräte brauchen einen Kippschalter, der beim Umfallen abschaltet. Mehr zu Überhitzung, Kabeln und Steckdosen steht im Ratgeber zur Sicherheit von Infrarotheizungen.
Kaufkriterien: worauf es beim Gerät ankommt
Am Anfang steht der Platz, an dem der Strahler später hängt oder steht.
- Bauart nach Platz. Halogen für windige Plätze, Carbon für den Freisitz, Keramik für Innenräume und Bad.
- Leistung mit Stufen. Mehr Watt wärmt stärker und schneller, kostet aber im selben Verhältnis mehr. Zwei oder drei Stufen oder ein Dimmer passen die Wärme an den Abend an.
- Schutzart. Für Regen und Spritzwasser IPX4 oder höher, im Bad zusätzlich die Zulassung für den jeweiligen Bereich.
- Montage. Wand, Decke, Sonnenschirm, Stativ oder Standfuß, dazu die Mindestabstände aus der Anleitung.
- Steuerung. Fernbedienung, Zeitschaltung oder eine Thermostatsteuerung verhindern, dass das Gerät länger läuft als nötig.
- Anschluss. Kabellänge, Stecker oder Festanschluss, bei großen Geräten die Absicherung des Stromkreises.
- Sicherheitsausstattung. Schutzgitter, Kippschutz bei Standgeräten und ein Prüfzeichen wie GS.
Testurteile helfen bei der Auswahl nur begrenzt. Was hinter den Siegeln und Bestenlisten bei Infrarotgeräten steckt, erklärt der Beitrag Infrarotheizung im Test.
Welcher Strahler passt an welchen Platz?
Maßgeblich für die Leistung bleibt die Angabe des Herstellers für Ihre Fläche.
| Platz | Bauart | Darauf achten |
|---|---|---|
| Offene, windige Terrasse | Halogen oder Carbon | IPX4, schräg von oben, Windschutz |
| Überdachter Balkon | Carbon | Stufen, Abstand zur Decke |
| Wintergarten | Keramik oder Carbon | wenig Blendung, Thermostat |
| Bad | Keramik-Wandstrahler | Feuchtraum-Zulassung, Schutzbereich |
| Werkstatt, Garage | Halogen | gezielt auf den Arbeitsplatz richten |
| Wickeltisch | Wärmestrahler für Wickelplätze | Abstand, Abschaltautomatik |
| Wohnraum, dauerhaft | Heizpaneel | Leistung mit dem Watt-Rechner bestimmen |


