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Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen gegenüber normalen Heizungen

Eine Infrarotheizung gibt elektromagnetische Wellen ab, diese transportieren Wärme – ähnlich zu Sonnenstrahlen. Im Gegensatz zu traditionellen Heizsystemen erwärmen Infrarotstrahlen aber nicht die Raumluft, sondern alle Gegenstände, die angestrahlt werden. Aber ist sie auch besser als andere Heizungen? Wo liegen Vor- und Nachteile?

Vorab finden Sie hier einen schnellen Überblick:

Vorteile Infrarotheizung

  • Einfache Installation (Nur Steckdose erforderlich)
  • Gesundheitliche Effekte durch Infrarot
  • Günstig in Anschaffung & Austausch (bei Defekt)
  • Kaum Wartung
  • Kein aufgewirbelter Staub & vorbeugend gegen Schimmel (gut für Allergiker)
  • Schneller Wärmeeffekt durch Strahlen

Nachteile Infrarotheizung

  • Deutlich teurer im Dauerbetrieb
  • Nicht für verwinkelte Wohnungen geeignet

Die Infrarotheizung hat im Vergleich zu gängigen Öl-, Gas- und Holzheizungen eine Vielzahl an Vorteilen, aber auch den wesentlichen Nachteil der Betriebskosten – im Folgenden stellen wir Details vor.

Vergleichskriterien: IR-Heizungen vs. klassische Heizungen

In den folgenden Abschnitten vergleichen wir die Infrarotheizung mit anderen Heizlösungen. Wesentliche Aspekte sind hier:

  1. Wirkung: Haben Infrarotstrahlen neben der wärmenden Wirkung noch einen anderen Einfluss auf den Menschen?
  2. Kosten: Wie teuer ist die Anschaffung sowie laufende Stromkosten? Wie aufwändig ist die Installation bzw. das Nachrüsten einer Infrarotheizung?
  3. Sicherheit: Bestehen Gefahren beim Betrieb bzw. muss etwas beim Betrieb beachtet werden?
  4. Aufheizdauer: Wie lange dauert es, bis die IR-Heizung betriebsbereit ist und die Wärme ankommt?
  5. Langlebigkeit: Wie lange kann eine Heizung mit Infrarotstrahlen eingesetzt werden, bis sie erneuert werden muss?

Im Folgenden gehen wir auf die oben genannten Punkte einzeln und im Detail ein.

Positive & negative Wirkung von Heizungen auf Gesundheit

Um die Wirkung von Infrarotstrahlen bewerten zu können, gilt es erstmal die Funktionsweise zu beschreiben.

Klassische Heizkörper wärmen die Umgebungsluft auf. Es gibt also keinen Effekt außer „warmer Luft“ und damit verbundener Konsequenzen. Infrarotstrahlen verbreiten sich wellenförmig und treffen auf die Oberflächen auf, dringen teilweise in diese ein und erwärmen sie.

  • In Summe gibt es bei Konvektionsheizungen für die meisten Menschen kaum spürbare positive oder negative Effekte auf die Gesundheit.
  • Durch Warmwasser heizen sich die Heizkörper auf. Die Wärme wird an die Luft im Raum abgegeben. Durch diese Konvektionsheizungen wird die Luft aufgewirbelt. Damit auch Staub und feine Tierhaare, was insbesondere für Allergiker problematisch ist.
  • Bei schlechter Isolation kommt es zudem zu lästiger und unbehaglicher Zugluft.

Wirkung von Infrarotheizungen auf Gesundheit

  • Da Infrarotbetriebene Heizungen ganz anders funktionieren – und durch Strahlen wärmen – gibt es spürbare Effekte auf die Gesundheit. Wie stark der Effekt ist, hängt von der Art der IR-Strahlung ab (IR-A, IR-B, IR-C) – sie bestimmt darüber, wie tief die Strahlen eindringen (0,3mm bis 5mm). Es gibt einen ähnlichen Effekt wie bei einem Sonnenbad im Freien.
  • Diese Tiefenwärme hat einige positive gesundheitliche Auswirkungen. Die Strahlen regen die Zirkulation des Blutes an und sorgen für eine bessere Durchblutung. Ebenfalls werden Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen gelindert. In Summe führt es zu einer Stärkung des Immunsystems.

IR-Heizungen stark gegen Schimmel

Darüber hinaus haben Infrarotheizungen noch einen weiteren positiven Nebeneffekt:

  • Die IR-Strahlung erwärmt Böden, Decken und Wände gleichmäßig, sodass die Wärme gespeichert werden kann. Danach wird sie mit zeitlicher Verzögerung wieder an den Raum abgegeben, sodass ein gleichbleibendes, trockenes Raumklima entsteht.
  • Deshalb wirkt die IR-Heizung der Schimmelbildung entgegen, weil feuchte Ecken und Stellen gar nicht erst entstehen können.

Kosten: Für Installation, Anschaffung & Strom

Ein wichtiger Aspekt sind die Kosten für eine Infrarotheizung, diese liegen bei der Installation, der Anschaffung und den laufenden Stromkosten.

  • Infrarot: Eine Wohnung mit Infrarot nachzurüsten ist einfach. Es werden keine Leitungen oder ähnliches benötigt. Eine freie Steckdose reicht aus.
  • Klassische Heizung: Das Nachrüsten erfordert Leitungen, die mit der Gas- bzw. Ölheizung im Keller verbunden wird. Das ist aufwändig und teuer.

  • Infrarot: Die Kosten für eine Infrarotheizung liegt bei rund 200€ (Spiegelheizung, Bildheizung, stehende Infrarotheizung). Der Preis ist stark von der Leistung sowie dem Funktionsumfang der Heizung abhängig.
  • Klassische Heizung: Es lassen sich nur wenig andere Heizsystem „einfach so aufstellen“ und in Betrieb nehmen. Eine Gas- oder Wasserheizung kann nicht direkt in den Betrieb genommen werden. Das geht lediglich bei Heizlüftern.

Betriebskosten: Nachteil bei Infrarot

  • Infrarot: Die Stromkosten von IR-Heizungen hängen von der Leistung ab. Sie fallen dann an, wenn die Heizung im Betrieb ist.
  • Klassische Heizung: Wieviel eine Stunde heizen mit einer klassischen Heizung kostet, ist nicht pauschal zu beantworten und hängt von der Heizungsart ab. Es ist aber davon auszugehen, dass die Kosten deutlich niedriger sind.

Beispielrechnung Heizkosten Infrarot:

  • Rechengrundlage: 30ct/ pro kWh
  • Betrieb im Winter (4h/ Tag für 3 Monate = Kosten/ Stunde * 4 Stunden * 90 Tage)
Leistung   Kosten/ Stunde   Kosten/ Jahr
2000,06€21,60€
4000,12€43,20€
6000,18€64,80€
8000,24€86,40€
10000,30€108,00€
15000,45€162,00€
20000,60€216,00

Sicherheit von Heizungen: Infrarot vs. Standardheizungen

Grundsätzlich besteht bei Heizungen ein gewisses Gefahrenpotenzial. Bei sachgemäßem Einsatz sind die Gefahren jedoch minimal.

  • Wenn Heizungen abgedeckt werden oder falsch installiert sind (bspw. Heizfolien fälschlicherweise übereinander liegen), besteht immer ein Restrisiko.
  • Ansonsten geht von Infrarotheizungen keine Brandgefahr aus: Die Oberfläche der Infrarotstrahler erwärmt sich lediglich auf 90° bis 100° Celsius.
  • Zudem verfügen die meisten Infrarot-Modelle über einen Überhitzungsschutz. Sie schalten also automatisch ab, wenn sie eine kritische Temperatur erreichen.

  • Wasser und Strom bergen stets ein Gefahrenpotenzial. Insbesondere bei Heizungen im Badezimmer (wie beispielsweise eine Spiegel Infrarotheizung), ist daher ein Risiko gegeben.
  • Sämtliche Stromleitungen müssen daher sicher verlegt und vom Wasser ferngehalten werden. Wählen Sie für Heizungen im Bad ein Modell, das über einen Spritzschutz verfügt.

  • Infrarotheizungen werden ohne einen Brennstoff betrieben. Das ist bei einer Öl- oder Gasheizung anders, daher gibt es ein Gefahrenpotenzial.
  • Hier kommt es (zum Glück nur selten) zu Unfällen durch einen unerwünschten Gasaustritt, im schlimmsten Fall zu einer Explosion.

  • An einer voll aufgedrehten Heizung kann (längerer) Hautkontakt durchaus schmerzhaft werden. Daher ist diese Gefahr in einem gewissen Maße gegeben.
  • Bei Infrarotheizungen ist die Oberfläche sicherlich etwas wärmer, jedoch erreicht sie nur 90 bis 100 Grad Celsius. Zudem ist es eine trockene Hitze – im Gegensatz zu Wasserdampf – ist sie bei kurzem Kontakt nicht schmerzhaft. Zusammengefasst kann man sagen, dass jeder Wasserkocher oder Herd gefährlicher für Hautverbrennungen ist.

Tipp: Wählen Sie nur eine Heizung, die von einer offiziellen Stelle zertifiziert wurde. Hierbei können Sie auf ein TÜV-Zertifikat achten.

Aufheizdauer: Infrarot- vs. Konvektionsheizungen

Wie lange eine Heizung benötigt, um sich zu erwärmen ist nicht entscheidend. Die Frage ist: Ab wann ist die Wärme spürbar?

  • Luft erwärmen: Wie oben beschrieben erwärmen klassische Heizkörper die Umgebungsluft. Bevor die Heizung spürbar Wärme erzeugt, muss sie sich aufheizen, dann die Luft und erst dann werden Sie etwas spüren.
  • Infrarotstrahlen: Strahlen einer Infrarotlampe oder -heizung kommen sofort bei Ihnen an. Bereits nach geringer Zeit spüren Sie die wärmende Wirkung der Strahlen. Achtung: Bedenken Sie aber, dass die Strahlen nicht behindert (durch Pflanzen etc.) werden dürfen. Zudem sind verwinkelte Wohnungen nicht gut für IR-Heizungen geeignet, da die Strahlen nur auf einen Teil der Oberfläche treffen.

Tipp: Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die Wohnung nicht auskühlen zu lassen. Lassen Sie daher die Heizung immer mindestens in der niedrigen bis mittleren Stufe laufen. Infrarotheizungen können mit Hilfe von Thermostaten gesteuert werden, falls sie als primäre Heizung genutzt werden.

Langlebigkeit von Heizungen

Prinzipiell sind Heizungen recht langlebig und wartungsarm. Wenn aber etwas getan werden muss, kann es schnell teuer werden.

Bei gewöhnlichen Heizungen muss die Wartung des Heizkreislaufes sowie des Blockheizkraftwerke bzw. der Öl- oder Gasheizung betrachtet werden.

  • Der Heizungskreislauf muss hin und wieder entlüftet und in längeren Abständen gespült werden. Das erhöht ihre Effizienz und vermeidet die Ablagerung von Rost.
  • Wenn aber das Blockheizkraftwerke oder die Ölheizung kaputt geht, dann wird es richtig teuer. Auch wenn das glücklicherweise nicht oft vorkommt, fallen hierbei hohe Kosten an.

Infrarotheizungen basieren auf einer simplen Technik, die nicht störungsanfällig ist. Von diesem Aspekt profitieren Nutzer einer IR-Heizung gleich in zweierlei Hinsicht:

  • Je nachdem was für eine Infrarotheizung genutzt wird, fällt kaum eine Wartung an. Bei Infrarotstrahlern kann es sein, dass irgendwann ein Heizelement nicht mehr funktioniert. Dann muss es ausgetauscht werden. Der Aufwand ist aber recht gering, da die Elemente leicht zugänglich sind.
  • Zum anderen sind Infrarotheizungen sehr langlebig und können über viele Jahrzehnte hinweg genutzt werden. Im schlimmsten Fall muss eine neue Heizung gekauft werden, was mit wenigen hundert Euro zu Buche schlägt.

Fazit: Wann sind Infrarotheizungen empfehlenswert?

Die Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen zeigen ganz deutlich: Es kann keine Pauschale Aussage geben, dass IR-Heizungen gut oder schlecht sind. Es kommt auf das Einsatzgebiet an, daher empfehlen wir:

  • Laufende Kosten: Die Stromkosten für eine Infrarotheizungen liegen deutlich über den Betriebskosten einer normalen Heizung. Daher sollte die IR-Heizung nur als Zusatz genutzt werden und nicht als Primärheizung.
  • Einfache Installation: Gerade für das Gartenhaus oder den Dachboden sind Infrarotheizungen hervorragend geeignet. Denn sie benötigen nur eine freie Steckdose und können dadurch Wärme erzeugen.
  • Einsatz im Außenbereich: Auch an kühleren Abenden im Sommer oder Herbst können Sie auf der Terrasse verweilen. Infrarot Terrassenstrahler sorgen für ein angenehm warmes Gefühl auf der Haut.
  • Aufbau der Wohnung: Wie verwinkelt ist die Wohnung aufgebaut? Bei unbeheizten Räumen kann eine IR-Heizungen einfach nachgerüstet werden. Aber nur, wenn sich die Strahlen ungehindert ausbreiten können.
  • Für Allergiker: Bei einer Stauballergie (bzw. Staubmilben) sind Infrarotheizungen ein sehr gängiges Mittel, um die Auswirkungen zu lindern. Das erspart nicht das Staubsaugen und -wischen, allerdings wird durch die Infrarotheizung kein Staub aufgewirbelt.
Vorteile und Nachteile von Infrarotheizungen

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