Infrarotheizung Kosten: Stromverbrauch & Betriebskosten

Infrarotheizung an der Wand mit Thermostat, daneben Taschenrechner und Stromkostenabrechnung

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Infrarotheizungen sind günstig in der Anschaffung und teuer im Betrieb, so die Kurzformel. Was das in Euro bedeutet, hängt von Leistung, Dämmung und Heizdauer ab. Hier finden Sie Anschaffungspreise 2026, ehrliche Beispielrechnungen mit dem aktuellen Strompreis und den Vergleich mit anderen Heizsystemen.

Anschaffungskosten: Was kostet eine Infrarotheizung 2026?

Die Infrarotheizung ist das günstigste Heizsystem in der Anschaffung. Ein steckerfertiges Wandpaneel kostet je nach Leistung und Verarbeitung:

BauartTypischer Preis
Einfaches Wandpaneel (300–600 Watt)100–250 €
Wandpaneel (800–1200 Watt)150–400 €
Bildheizung250–700 €
Spiegelheizung250–600 €
Deckenheizung250–500 €
Natursteinheizung400–1.000 €
Standgerät150–600 €

Dazu kommen je nach Modell ein externes Thermostat (20 bis 80 Euro) und Montagematerial. Installationskosten entfallen bei steckerfertigen Geräten; nur fest angeschlossene Heizungen, etwa im Bad, gehören in die Hand eines Elektrikers.

Für eine komplette 3-Zimmer-Wohnung mit rund 50 Quadratmetern liegt die Erstausstattung damit bei etwa 1.500 bis 2.500 Euro. Zum Vergleich: Eine neue Gasheizung kostet 7.000 bis 10.000 Euro, eine Wärmepumpe vor Förderung deutlich mehr. Der Preisvorteil bei der Anschaffung ist real, er muss aber gegen die Betriebskosten gerechnet werden.

Stromverbrauch berechnen: Die Formel

Der Verbrauch hängt direkt an der Leistung. Die Rechnung ist einfach:

Wattzahl ÷ 1.000 × Betriebsstunden × Strompreis = Stromkosten

Beispiel: Ein 800-Watt-Paneel läuft 8 Stunden. 0,8 kWh × 8 h × 0,37 € = 2,37 € pro Tag.

Als Strompreis setzen wir den Durchschnittswert der BDEW-Strompreisanalyse an: 37,0 Cent pro Kilowattstunde (Stand 04/2026). Vergünstigte Heizstromtarife sind laut Verbraucherzentrale für steckerfertige Infrarotheizungen meist nicht erhältlich, weil dafür ein separater Zähler nötig wäre.

Wichtig für realistische Zahlen: Die Formel rechnet mit Volllast. Mit Thermostat heizt das Paneel den Raum auf und taktet danach, es läuft also nur einen Teil der Zeit. In gut gedämmten Räumen liegt der reale Verbrauch deshalb oft 30 bis 50 Prozent unter den Volllast-Werten. Ihre eigenen Werte rechnen Sie im Stromkosten-Rechner durch.

Beispielrechnungen: Stromkosten nach Leistung

Annahmen: 37 Cent pro kWh, 8 Betriebsstunden täglich unter Volllast, Heizsaison 120 Tage.

LeistungVerbrauch/TagKosten/TagKosten/Monat (30 Tage)Kosten/Heizsaison
300 Watt2,4 kWh0,89 €26,64 €106,56 €
500 Watt4,0 kWh1,48 €44,40 €177,60 €
800 Watt6,4 kWh2,37 €71,04 €284,16 €
1000 Watt8,0 kWh2,96 €88,80 €355,20 €
1200 Watt9,6 kWh3,55 €106,56 €426,24 €
2000 Watt16,0 kWh5,92 €177,60 €710,40 €

In einem kalten Winter mit längeren Laufzeiten oder als alleinige Heizquelle steigen die Werte entsprechend; läuft das Gerät 12 statt 8 Stunden, kommen 50 Prozent dazu.

Beispielrechnung: Wohnung und Haus

Wie viel Leistung ein Raum braucht, richtet sich nach der Faustregel 50/70/90 Watt pro Quadratmeter bei guter, mittlerer und schlechter Dämmung, plus 10 Watt je zusätzlicher Außenwand. Den Bedarf je Raum ermittelt der Watt-Rechner.

Für eine gut gedämmte 60-Quadratmeter-Wohnung ergibt das rund 3.000 bis 4.000 Watt installierte Leistung. Bei 8 Volllast-Stunden täglich und 120 Heiztagen entstehen 2.880 bis 3.840 kWh, also 1.066 bis 1.421 Euro Stromkosten pro Saison. Mit Thermostat-Taktung in der Praxis eher 700 bis 1.000 Euro.

Für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern als Vollheizung summiert sich der Verbrauch schnell auf 10.000 bis 12.000 kWh pro Jahr, das sind 3.700 bis 4.400 Euro. Genau deshalb bewertet die Stiftung Warentest die Infrarotheizung als Lösung für Sonderfälle, nicht als Hausheizung.

Kostenvergleich mit anderen Heizsystemen

Der Heizspiegel 2025 von co2online (Abrechnungsjahr 2024, 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus) nennt als durchschnittliche Heizkosten pro Jahr:

HeizsystemHeizkosten/Jahr (70 m²)
Wärmepumpe715 €
Holzpellets740 €
Heizöl1.055 €
Erdgas1.180 €
Fernwärme1.245 €

Eine vergleichbare Wohnung komplett mit Infrarot zu beheizen kostet unter den Annahmen oben rund 1.200 bis 1.700 Euro und liegt damit am oberen Ende oder darüber. Dafür spart die Infrarotheizung an anderer Stelle: keine Wartung, kein Schornsteinfeger, keine Brennstofflagerung und sehr niedrige Anschaffungskosten. Den vollständigen Systemvergleich mit CO2-Bilanz finden Sie unter Heizungsarten im Vergleich.

Wann rechnet sich eine Infrarotheizung?

Aus den Zahlen ergeben sich klare Einsatzprofile:

  • Zusatz- und Übergangsheizung: Einzelne Räume gezielt erwärmen, statt die Zentralheizung hochzufahren, etwa im Bad am Morgen oder im Homeoffice.
  • Selten genutzte Räume: Gartenhaus, Gästezimmer oder Hobbyraum, wo sich eine feste Heizungsinstallation nicht lohnt.
  • Gut gedämmte Gebäude mit geringem Heizbedarf: Je weniger Heizenergie das Haus braucht, desto weniger fällt der hohe Strompreis ins Gewicht und desto eher rechnet sich die günstige Anschaffung.
  • Kombination mit Photovoltaik: Eigener Solarstrom senkt die Betriebskosten spürbar, deckt im Winter aber nur einen Teil des Bedarfs.

Als alleinige Heizung im unsanierten Altbau ist die Infrarotheizung dagegen die teuerste Option. Ob es staatliche Zuschüsse gibt und welche indirekten Wege offenstehen, lesen Sie im Förderungs-Beitrag.

Spartipps: Betriebskosten senken

  • Thermostat nutzen: Ein externes oder integriertes Thermostat verhindert Dauerbetrieb und ist der größte Kostenhebel.
  • Richtig dimensionieren: Ein zu schwaches Paneel läuft permanent unter Volllast, ein passendes taktet. Die Wattzahl muss zur Raumgröße passen.
  • Nur genutzte Räume heizen: Die Stärke des Systems ist die punktuelle Wärme. Wer sie nutzt, spart gegenüber einer trägen Zentralheizung.
  • Verbrauch messen: Ein Energiekostenmessgerät an der Steckdose zeigt den realen Verbrauch und entlarvt Stromfresser.
  • Strompreis vergleichen: Beim Durchschnittspreis von 37 Cent lohnt der Tarifvergleich; einige Cent weniger pro Kilowattstunde summieren sich über die Heizsaison.

Fazit

Eine Infrarotheizung kostet wenig in der Anschaffung und viel im Betrieb. Bei 37 Cent pro Kilowattstunde kostet jedes 1000-Watt-Paneel unter Volllast rund 37 Cent pro Stunde, der Rest ist Mathematik aus Dämmung, Raumgröße und Laufzeit. Als gezielte Zusatzwärme und in gut gedämmten oder selten genutzten Räumen ist sie wirtschaftlich attraktiv, als alleinige Heizung für ein ganzes Haus fast nie. Rechnen Sie Ihren konkreten Fall mit dem Stromkosten-Rechner durch, bevor Sie kaufen.

Häufige Fragen

Was kostet eine Infrarotheizung in der Anschaffung?
Einfache Wandpaneele kosten je nach Leistung 100 bis 400 Euro, Design-Varianten wie Bild-, Spiegel- oder Natursteinheizungen 250 bis über 1.000 Euro. Installationskosten entfallen meist, weil die Geräte steckerfertig sind.
Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung pro Stunde?
Die Wattzahl geteilt durch 1.000 ergibt den Verbrauch in Kilowattstunden pro Volllast-Stunde. Ein 800-Watt-Paneel verbraucht 0,8 kWh, das sind beim Strompreis von 37 Cent rund 30 Cent pro Stunde. Mit Thermostat taktet die Heizung und liegt real darunter.
Was kostet eine Infrarotheizung im Monat?
Ein 800-Watt-Paneel, das täglich 8 Stunden läuft, kostet bei 37 Cent pro kWh rund 71 Euro im Monat unter Volllast. Mit Thermostat und gut gedämmtem Raum sind 40 bis 50 Euro realistischer. Entscheidend sind Dämmung, Raumgröße und Heizdauer.
Ist eine Infrarotheizung günstiger als eine Gasheizung?
In der Anschaffung ja, im Betrieb nein. Strom kostet pro Kilowattstunde rund das Dreifache von Gas. Als alleinige Heizung für ein ganzes Haus ist die Infrarotheizung deshalb fast immer teurer. Sie rechnet sich als Zusatzheizung und in selten beheizten Räumen.
Lohnt sich eine Infrarotheizung mit Photovoltaik?
Teilweise. Selbst erzeugter Solarstrom kostet deutlich weniger als Netzstrom und senkt die Betriebskosten. Der Haken: Im Winter, wenn geheizt wird, liefert die PV-Anlage am wenigsten Strom. Ohne Speicher deckt sie nur einen Teil des Heizbedarfs.
Gibt es eine Förderung für Infrarotheizungen?
Nein, Stromdirektheizungen sind von der Bundesförderung für effiziente Gebäude ausgeschlossen. Indirekte Wege wie geförderte Photovoltaik oder Dämm-Maßnahmen bleiben möglich. Details im Beitrag zur Förderung.

Quellen