Infrarotheizung 400 Watt: Raumgröße, Stromkosten und Einsatzbereiche

Flaches Infrarot-Heizpaneel mit 400 Watt an der Wand eines kleinen, hellen Arbeitszimmers

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Eine Infrarotheizung mit 400 Watt heizt kleine Räume bis etwa 8 Quadratmeter. Sie kostet im Betrieb rund 15 Cent pro Stunde und eignet sich als Zusatzheizung für Gäste-WC, kleines Bad oder Arbeitszimmer. Hier lesen Sie, wann 400 Watt reichen, was der Betrieb kostet und welche Bauformen es gibt.

Für welche Raumgröße reichen 400 Watt?

Die Raumgröße hängt vom Dämmstandard und der Zahl der Außenwände ab. Als Faustregel gelten 50 Watt pro Quadratmeter bei guter, 70 Watt bei mittlerer und 90 Watt bei schlechter Dämmung. Je zusätzlicher Außenwand rechnen Sie 10 Watt pro Quadratmeter dazu.

Dämmstandard (1 Außenwand)Bedarf pro m²Max. Raumgröße bei 400 Watt
Gut gedämmt (Neubau)50 Wattca. 8 m²
Mittel gedämmt70 Wattca. 5,5 m²
Schlecht gedämmt (Altbau)90 Wattca. 4,5 m²

Ein Beispiel: Ein Gäste-WC mit 4 Quadratmetern und einer Außenwand braucht bei mittlerer Dämmung 280 Watt. Hier hat ein 400-Watt-Paneel sogar Reserve. Ein 7-Quadratmeter-Arbeitszimmer im unsanierten Altbau braucht dagegen 630 Watt und überfordert diese Klasse. Den Bedarf für Ihren Raum ermitteln Sie mit unserem Watt-Rechner.

Der ADAC nennt für Neubauten 40 bis 70 Watt und für sanierte Altbauten 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter. Diese Spannen decken sich mit unserer Faustregel.

Stromverbrauch und Kosten

Eine 400-Watt-Heizung nimmt unter Volllast 0,4 Kilowattstunden pro Stunde auf. Der Strompreis für Haushalte liegt laut BDEW-Strompreisanalyse bei durchschnittlich 37,0 Cent pro Kilowattstunde (Stand 04/2026). Eine Heizstunde kostet damit knapp 15 Cent.

Betrieb (Volllast, 0,37 €/kWh)VerbrauchKosten
8 Stunden am Tag3,2 kWh1,18 €
30 Tage (je 8 Std.)96 kWh35,52 €
Heizsaison (120 Tage je 8 Std.)384 kWh142,08 €

Die Tabelle rechnet mit durchgehender Volllast. In der Praxis taktet ein Thermostat die Heizung, sobald die Zieltemperatur erreicht ist. Die realen Kosten liegen dann oft 30 bis 50 Prozent niedriger. Eigene Werte kalkulieren Sie im Stromkosten-Rechner.

Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Vergünstigter Heizstrom ist für Infrarotheizungen selten verfügbar. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass meist nur normaler Haushaltsstrom infrage kommt und ein zweiter Zähler sich für kleine Geräte kaum lohnt. Für eine 400-Watt-Zusatzheizung ist das verschmerzbar, für eine Vollheizung nicht.

Bauformen: Diese 400-Watt-Geräte gibt es

400 Watt ist eine verbreitete Leistungsklasse. Entsprechend groß ist die Auswahl an Bauformen:

  • Heizpaneel: Das flache Standardformat für die Wandmontage. Mehr zu Aufbau und Montage lesen Sie im Ratgeber Heizplatten und Paneele.
  • Spiegelheizung: Heizt das Bad und hält den Spiegel beschlagfrei. Auf die IP-Schutzart achten.
  • Bildheizung: Paneel mit bedruckter Front, unauffällig im Wohnbereich.
  • Tafelheizung: Beschreibbare Oberfläche für Küche oder Büro, siehe Infrarot-Tafelheizung.
  • Standgerät: Mobil auf Standfüßen, praktisch für wechselnde Räume. Details im Ratgeber Standgeräte.

400 Watt oder eine andere Leistungsklasse?

Die Wattzahl muss zum Raum passen. Ein zu schwaches Gerät läuft permanent durch und wird trotzdem nicht warm. Ein deutlich überdimensioniertes Gerät kostet unnötig viel in der Anschaffung.

Für Räume unter 4 Quadratmetern genügt oft schon eine 300-Watt-Heizung. Liegt Ihr Raum bei 8 bis 12 Quadratmetern, sind 500 bis 600 Watt die bessere Wahl. Ab etwa 15 Quadratmetern beginnt das Revier der 800-Watt-Klasse.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Die Preise für 400-Watt-Paneele beginnen bei rund 70 Euro. Markengeräte mit Thermostat und besserer Verarbeitung kosten 150 bis 300 Euro. Diese Punkte entscheiden über den Nutzen:

  • Thermostat: Ohne Temperatursteuerung läuft das Gerät durch. Ein Steckdosen- oder Funkthermostat spart spürbar Strom.
  • Überhitzungsschutz: Pflicht, schaltet das Gerät bei Hitzestau ab.
  • IP-Schutzart fürs Bad: Mindestens IP44 für Spritzwasserbereiche.
  • GS-Zeichen oder TÜV-Prüfung: Beleg für geprüfte Gerätesicherheit.
  • Garantie: Seriöse Hersteller geben 5 bis 10 Jahre auf die Heizelemente. Die Lebensdauer liegt laut ADAC häufig bei 15 bis 20 Jahren.

Stiftung Warentest ordnet Infrarotheizungen als Lösung für den punktuellen Einsatz ein, nicht als Sparheizung für ganze Wohnungen. Genau dort spielt die 400-Watt-Klasse ihre Stärke aus: schnelle Strahlungswärme in kleinen Räumen ohne lange Vorlaufzeit.

Häufige Fragen

Für welche Raumgröße reicht eine Infrarotheizung mit 400 Watt?
Bei guter Dämmung und einer Außenwand reichen 400 Watt für etwa 8 m². Bei mittlerer Dämmung sind es rund 5 bis 6 m², bei schlechter Dämmung nur gut 4 m². Typische Einsatzorte sind Gäste-WC, kleines Bad oder ein kompaktes Arbeitszimmer.
Was kostet der Betrieb einer 400-Watt-Infrarotheizung?
Eine Betriebsstunde unter Volllast verbraucht 0,4 kWh. Beim Strompreis von 37 Cent pro kWh (BDEW, Stand 04/2026) sind das rund 15 Cent pro Stunde. Bei 8 Stunden täglich über 120 Heiztage kommen maximal etwa 142 Euro pro Saison zusammen, mit Thermostat meist deutlich weniger.
Reicht eine 400-Watt-Heizung als alleinige Heizung?
In der Regel nicht. 400 Watt sind als Zusatzheizung für kleine, zeitweise genutzte Räume gedacht. Als alleinige Wärmequelle taugt diese Leistungsklasse nur in sehr kleinen, sehr gut gedämmten Räumen.
Kann ich zwei 400-Watt-Paneele statt einer großen Heizung kombinieren?
Ja, zwei Paneele an unterschiedlichen Wänden verteilen die Strahlungswärme oft gleichmäßiger als ein einzelnes starkes Gerät. Vergleichen Sie aber die Preise: Ein einzelnes 800-Watt-Paneel ist meist günstiger als zwei kleine.
Welche Steckdose braucht eine Infrarotheizung mit 400 Watt?
Eine normale, geerdete Haushaltssteckdose reicht aus. 400 Watt liegen weit unter der Belastungsgrenze eines üblichen Stromkreises. Im Bad muss das Gerät eine für Feuchträume geeignete IP-Schutzart haben.

Quellen