Infrarot-Kochfeld: Besonderheiten und Vorteile

Infrarot-Kochfeld: Besonderheiten und Vorteile

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Das Infrarot-Kochfeld, das auch als Halogenkochfeld bezeichnet wird, erhitzt das Kochgeschirr durch Infrarotstrahlung statt durch eine klassische Heizspirale oder Induktion. Es funktioniert mit jedem Topf, reagiert schneller als eine Gusseisenplatte und ist als mobile Einzel- oder Doppelkochplatte günstig zu haben.

Dieser Ratgeber erklärt die Funktionsweise von IR-Kochplatten, vergleicht sie ehrlich mit Induktion, klassischen Kochplatten und Gas und zeigt, worauf es beim Kauf ankommt.

Funktionsweise von IR-Kochplatten

Das Kochfeld mit Infrarottechnologie besteht in der Regel aus Glaskeramik. Häufig kommt das Markenmaterial Ceran zum Einsatz, weshalb viele auch vom Ceranfeld sprechen.

  • Unter der Glaskeramik sitzt ein Halogenheizstrahler. Er funktioniert im Prinzip wie eine Halogenglühlampe mit Reflektor und strahlt mit etwa 2.500 Kelvin.
  • Rund 10 Prozent der Energie sind sichtbares Licht, deshalb leuchtet die Kochzone im Betrieb rötlich. Der Rest ist kurzwellige Infrarotstrahlung, die die Glaskeramik weitgehend ungehindert durchdringt.
  • Die Strahlung wird direkt vom Topfboden absorbiert und in Wärme umgewandelt. Dunkle, matte Böden nehmen die Energie dabei besser auf als blanke, spiegelnde Flächen.
  • Ein Teil der Energie erwärmt Glaskeramik und Reflektor und gelangt wie bei einer normalen Kochplatte über Wärmeleitung an den Topf. Das Kochgut wird also auf zwei Wegen erhitzt.
  • Im Handel gibt es zudem Kombigeräte (Semihalogen), die Halogenstrahler und konventionelle Heizleiter mischen. Sie werden ebenfalls als Halogenkochzonen verkauft.

Doppelkochplatte: Das Kochfeld mit 2 Platten

Am weitesten verbreitet ist die Infrarottechnik heute bei mobilen Kochplatten mit ein oder zwei Kochzonen. Ein Kochfeld mit 2 Platten ist die typische Lösung für die Campingküche, das Ferienhaus, das Büro oder als Ergänzung neben dem Herd, etwa wenn an Feiertagen die Kochzonen knapp werden.

Üblich sind Doppelkochplatten mit 2.200 bis 3.500 Watt Gesamtleistung, meist aufgeteilt in eine große Zone mit 1.500 bis 2.000 Watt und eine kleine mit 700 bis 1.200 Watt. Achten Sie bei einem 2-Platten-Kochfeld auf:

  • getrennte Regler je Kochzone, damit Sie parallel kochen und warmhalten können,
  • eine Restwärmeanzeige, weil die Glaskeramik nach dem Kochen heiß bleibt,
  • einen Überhitzungsschutz mit automatischer Abschaltung,
  • rutschfeste Füße und ein Gehäuse, das seitlich nicht zu heiß wird.

Beachten Sie die Absicherung der Steckdose: Geräte über 3.000 Watt sollten allein an einem Stromkreis hängen, sonst löst die Sicherung aus. Mehr zur sinnvollen Platzierung von Elektrogeräten in der Küche lesen Sie im Ratgeber zur Infrarotheizung in der Küche.

Infrarot Kochplatte kaufen

Infrarot-Kochplatten sind günstige Geräte: Einzelplatten beginnen bei etwa 30 bis 50 Euro, Doppelkochplatten mit Glaskeramik kosten je nach Leistung und Ausstattung rund 40 bis 120 Euro. Marken-Einbaukochfelder mit Halogenzonen liegen darüber, sind im Handel aber selten geworden, weil dort Induktion dominiert.

Tipps zum Kauf

Damit Sie mit dem IR-Kochfeld zufrieden sind, sollten Sie auf die folgenden Punkte achten.

Langlebigkeit und maximale Hitze

In Bezug auf die Langlebigkeit und die maximal erreichbare Hitze nehmen sich moderne Kochplatten wenig. Entscheidend ist die Verarbeitungsqualität: eine kratzfeste Glaskeramik, ein stabiles Gehäuse und ein präzise arbeitendes Thermostat.

Billige Geräte sparen oft am Thermostat. Die Folge: Die Platte taktet grob, das Kochgut kocht über oder die Temperatur schwankt stark. Ein Blick in aktuelle Nutzerbewertungen zeigt solche Schwächen schnell.

Ausreichende Leistung

Achten Sie beim Kauf auf eine ausreichende Leistung. Für die große Kochzone sind 1.500 bis 2.000 Watt sinnvoll, bei Einzelplatten mindestens 1.500 Watt. Je höher die Leistung, desto schneller kocht Wasser und desto kürzer ist die Aufwärmzeit.

Eine hohe Anschlussleistung bedeutet aber nicht automatisch hohe Stromkosten: Das Thermostat schaltet die Heizung ab, sobald die eingestellte Stufe erreicht ist. Wichtig sind fein abgestufte Leistungsstufen, damit Sie die Hitze dosieren können. Zur Orientierung: Eine halbe Stunde Kochen mit durchgehend 2.500 Watt kostet beim BDEW-Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde (Stand 04/2026) rund 46 Cent.

Qualität von bekannten Marken

Mobile Kochplatten mit Glaskeramik- und Infrarottechnik bieten unter anderem Rommelsbacher, Severin, Clatronic und Klarstein an. Die Geräte dieser Hersteller sind seit Jahren am Markt, Ersatzteile und Bedienungsanleitungen sind verfügbar, und die Verarbeitung ist erfahrungsgemäß solide. Je nach Hersteller und Modell unterscheiden sich die Preise spürbar.

Mit welchem Preis zu rechnen ist

Grundsätzlich sind Halogen- bzw. Infrarot-Kochzonen teurer als einfache Gusseisenplatten, aber günstiger als vergleichbare Induktionsgeräte.

Mobile Einsteiger-Modelle mit Basisausstattung erhalten Sie ab etwa 30 bis 50 Euro. Doppelkochplatten mit Timer, Restwärmeanzeige und getrennten Reglern kosten 60 bis 120 Euro. Es kommt also auf Ihre Anforderungen an, wie teuer Ihr Infrarot-Kochfeld wird.

Infrarot Kochplatten im Vergleich mit anderen Heizplatten

Halogenkochzonen haben im Vergleich zu anderen Kochplatten und Gaskochfeldern Vorteile, aber auch klare Nachteile.

Traditionelles Kochfeld versus Infrarot-Kochfeld

Ein wichtiger Vorteil des Infrarot-Kochfelds gegenüber der klassischen Gusseisenplatte ist die kürzere Reaktionszeit. Die Strahlung wirkt sofort, dadurch verkürzt sich die Vorwärmzeit und Sie können besser dosiert anbraten.

Auch bei der Energieeffizienz liegt das Halogenkochfeld laut Umweltbundesamt vor der alten Gusseisenplatte, weil weniger Masse aufgeheizt werden muss. Die Glaskeramik bleibt zudem etwas kühler als eine massive Eisenplatte, die Verbrennungsgefahr ist geringer, aber nicht aufgehoben: Nach dem Kochen ist die Zone weiterhin heiß, deshalb ist eine Restwärmeanzeige sinnvoll.

Induktionskochfeld versus Infrarot-Kochfeld

Gegenüber dem Induktionskochfeld hat die Infrarot-Kochplatte den Vorteil, dass Sie kein spezielles Geschirr benötigen. Induktion erwärmt den Topf über ein Magnetfeld, dafür muss der Topfboden magnetisierbar sein. Beim Infrarot-Kochfeld ist das Material egal, auch Aluminium-, Kupfer- oder Glasgeschirr funktioniert.

In zwei Punkten ist Induktion klar überlegen: Sie arbeitet effizienter, weil die Wärme direkt im Topfboden entsteht, und sie reagiert schneller auf Temperaturänderungen. Das Umweltbundesamt nennt Induktionskochfelder die energieeffizienteste Wahl unter den Elektrokochfeldern. Dafür kosten Induktionsgeräte mehr, und wer vorhandenes Geschirr weiternutzen will, muss unter Umständen neue Töpfe kaufen.

Gesundheitlich gibt es bei beiden Techniken nach aktuellem Stand keine belastbaren Bedenken. Die Magnetfelder von Induktionskochfeldern unterschreiten bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Grenzwerte, und die Infrarotstrahlung der Halogenzone bleibt im Gerät bzw. im Topfboden.

Gaskochfeld versus Infrarot-Kochfeld

Auch in Bezug auf Gaskochfelder haben Infrarot-Kochfelder Vorteile. Sie sind einfacher zu reinigen, weil die Oberfläche eben ist, während sich bei Gasbrennern Roste und Brennerdeckel einzeln säubern lassen müssen.

Außerdem brauchen Sie weder Gasanschluss noch Gasflasche und haben keine offene Flamme in der Küche. Die Halogenkochzone benötigt nur eine Steckdose. Gas punktet dafür mit sofort sichtbarer, stufenlos regelbarer Flamme und niedrigen Betriebskosten.

Die wichtigsten Nachteile des Infrarot-Kochfelds

Ein paar Nachteile haben Infrarot-Kochfelder natürlich auch:

  • Im Vergleich zur einfachen Gusseisenplatte ist der Anschaffungspreis höher.
  • Beim Wirkungsgrad liegt das Halogenkochfeld hinter der Induktion, weil ein Teil der Energie Glaskeramik und Gehäuse erwärmt statt das Kochgut.
  • Induktion reagiert schneller auf Einstellungsänderungen.
  • Eingebranntes lässt sich auf der Glaskeramik nur mit Schaber und Spezialreiniger entfernen, dabei können Kratzer entstehen.

Für die mobile Zweitplatte, das Ferienhaus oder kleine Küchen bleibt das Infrarot-Kochfeld trotzdem eine preiswerte und unkomplizierte Lösung. Wer Infrarottechnik auch außerhalb der Küche nutzen möchte, findet im Ratgeber zum Infrarotgrill und zum Infrarot-Dörrgerät zwei verwandte Geräteklassen.

Häufige Fragen

Was ist ein Infrarot-Kochfeld?
Ein Infrarot-Kochfeld (auch Halogenkochfeld) erhitzt das Kochgeschirr über kurzwellige Infrarotstrahlung. Unter der Glaskeramik sitzt ein Halogenstrahler, dessen Strahlung die Platte durchdringt und direkt vom Topfboden aufgenommen wird. Erkennbar ist die Technik am rötlichen Leuchten der Kochzone.
Welches Kochgeschirr brauche ich für eine Infrarot-Kochplatte?
Keines mit Spezialanforderungen. Anders als bei Induktion funktioniert jeder Topf mit ebenem Boden, also auch Aluminium, Kupfer oder Glas. Dunkle, matte Topfböden nehmen die Strahlungswärme am besten auf.
Was verbraucht eine Infrarot-Kochplatte an Strom?
Eine Doppelkochplatte mit 2.500 Watt verursacht bei einer halben Stunde Kochen auf voller Stufe etwa 1,25 Kilowattstunden, beim BDEW-Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde also rund 46 Cent. Im Alltag taktet das Thermostat, der reale Verbrauch liegt darunter.
Ist Induktion oder Infrarot besser?
Induktion arbeitet effizienter und reagiert schneller, braucht aber magnetisierbares Kochgeschirr und kostet mehr. Infrarot- bzw. Halogenkochfelder sind günstiger, funktionieren mit jedem Topf und liegen beim Wirkungsgrad zwischen Gusseisenplatte und Induktion. Für die mobile Zweitplatte ist Infrarot meist die praktischere Wahl.
Was kostet ein Kochfeld mit 2 Platten?
Mobile Doppelkochplatten mit Glaskeramik und Infrarottechnik kosten je nach Leistung und Ausstattung etwa 40 bis 120 Euro. Einzelplatten beginnen bei rund 30 Euro, Marken-Einbaukochfelder liegen deutlich darüber.

Quellen