Fernseher, Receiver und Konsole ziehen auch dann Strom, wenn sie scheinbar aus sind. Das Umweltbundesamt beziffert die Kosten solcher Leerlaufverluste in Deutschland auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr. Infrarot-Steckdosen, oft Stand-by-Killer genannt, trennen die Geräte per Fernbedienung komplett vom Netz und beenden diesen stillen Verbrauch.
Hier erfahren Sie, wie die Infrarot-Steckdose funktioniert, für welche Geräte sie sich lohnt und worauf es beim Kauf ankommt.
Wie funktioniert eine Infrarot-Steckdose
Die meisten Unterhaltungsgeräte wechseln nach dem Ausschalten in den Stand-by-Modus und bleiben dabei unter Spannung. Für neue Geräte begrenzt die EU-Ökodesign-Verordnung diesen Verbrauch auf 0,5 Watt, mit Statusanzeige auf 1 Watt. Für netzwerkverbundene Geräte wie Konsolen, Smart Speaker oder Set-Top-Boxen gilt diese Obergrenze laut Verbraucherzentrale nicht, ältere Geräte liegen oft deutlich darüber. Über mehrere Geräte summiert sich das im Jahr zu spürbaren Stromkosten.
Genau hier setzt der Stand-by-Killer an:
- Die Zwischensteckdose mit Infrarot-Empfänger trennt das angeschlossene Gerät vollständig vom Netz, sobald Sie es mit der Fernbedienung ausschalten. Der Verbrauch sinkt auf null.
- Der Empfänger wird dafür einmalig auf Ihre Fernbedienung angelernt. Zum Wiedereinschalten genügt derselbe Tastendruck vom Sofa aus.
- Die Steckdose selbst verschwindet unsichtbar hinter Gerät oder Schrank.
- Nur der kleine IR-Empfänger am Kabel braucht Sichtkontakt zur Fernbedienung, er wird sichtbar am TV-Möbel platziert.
Ein Rechenbeispiel: Ziehen Fernseher, Receiver und Konsole zusammen 10 Watt im Dauer-Stand-by, ergibt das rund 88 Kilowattstunden im Jahr. Beim BDEW-Durchschnittspreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde (Stand April 2026) sind das gut 30 Euro jährlich für nichts.
Für welche Geräte macht eine IR-Steckdose Sinn?
Eine Infrarot-Steckdose lohnt sich für alle Geräte, die per Infrarot-Fernbedienung laufen und nach dem Abschalten im Ruhemodus bleiben:
- Fernseher
- AV-Receiver und Soundbars
- HiFi-Anlagen
- Blu-ray-Player und Streaming-Boxen mit IR-Fernbedienung
- Sat- und Kabelreceiver
- Spielkonsolen (sofern per IR schaltbar)
- Beamer
Nicht sinnvoll ist die Komplettabschaltung bei Geräten, die Daten oder Empfangseinstellungen im Hintergrund aktualisieren müssen, etwa Festplattenrecorder mit programmierten Aufnahmen oder Router.
Zwei wichtige Tipps für die Verwendung einer IR-Steckdose
- Mit einer Steckdosenleiste kombinieren: Hängen Fernseher, Soundbar und Receiver gemeinsam an einer Leiste, die an der Infrarot-Steckdose steckt, trennt ein einziger Tastendruck alle Geräte auf einmal. Das spart zusätzliche Stand-by-Killer.
- Lernfähiges Modell wählen: Lernfähige Steckdosen lassen sich auf nahezu jede vorhandene IR-Fernbedienung programmieren, auch auf Universalfernbedienungen. Sie brauchen keine zusätzliche Fernbedienung nur für die Steckdose.
Worauf sollten Sie beim Kauf achten?
Reichweite und Empfänger
- Übliche Modelle empfangen das Signal aus bis zu zehn Metern Entfernung, es gibt aber auch schwächere Varianten. Ein Blick ins Datenblatt lohnt.
- Der IR-Empfänger sollte an einem ausreichend langen Kabel hängen (meist 1 bis 2 Meter), damit Sie ihn frei mit Sichtverbindung zur Couch platzieren können.
- Der Eigenverbrauch der Steckdose muss minimal sein, sonst frisst sie die Ersparnis wieder auf. Gute Modelle liegen unter 1 Watt.
Praktische Zusatzfunktionen
- Kindersicherung: sinnvoll in Haushalten mit kleinen Kindern.
- Lernfähigkeit: Pflicht, wenn die Steckdose auf Ihre vorhandene Fernbedienung reagieren soll.
- Schaltleistung: Für Steckdosenleisten mit mehreren Geräten sollte das Relais mindestens 2.000 Watt verkraften.
Preis
- Die meisten IR-Steckdosen kosten zwischen 10 und 30 Euro.
- Teurer bedeutet nicht automatisch besser, meist kommen nur Zusatzfunktionen wie Lernfähigkeit oder Kindersicherung hinzu.
Bei einer Ersparnis von rund 30 Euro pro Jahr hat sich das Gerät damit oft schon in der ersten Heizsaison des Fernsehabends bezahlt gemacht.
Welche Hersteller auf dem Markt bieten Infrarot Steckdosen an?
IR-Steckdosen und fernbedienbare Steckdosen finden Sie im Elektronikfachhandel und bei Amazon. Bekannte Anbieter sind:
- reVolt (Marke von Pearl) führt fernbedienbare Steckdosen sowie Varianten mit Bewegungsmelder, Lichtsensor oder Energiekostenmesser.
- Brennenstuhl ist einer der größten deutschen Hersteller für Steckdosenleisten und bietet schaltbare Leisten und Funk-Steckdosensets, die sich gut mit Stand-by-Killern kombinieren lassen.
- AS Schwabe liefert Steckdosenleisten und Elektrotechnik in Industriequalität, interessant für höhere Schaltleistungen.
Daneben gibt es immer wieder No-Name-Modelle. Achten Sie hier auf CE-Kennzeichnung, geprüfte Sicherheit (GS) und realistische Leistungsangaben.
Infrarotheizung an der Steckdose betreiben
Wer nach einer Steckdosen-Lösung rund um Infrarot sucht, meint manchmal etwas anderes: eine Infrarotheizung, die einfach an der Haushaltssteckdose läuft. Das funktioniert problemlos, solange die Leistung des Paneels die Absicherung des Stromkreises nicht überfordert, üblich sind bis zu 2.000 Watt an einer eigenen Steckdose.
Praktisch sind dann Steckdosen-Thermostate: Sie sitzen zwischen Steckdose und Heizung und schalten das Paneel temperaturabhängig. Wie das funktioniert und worauf Sie achten sollten, zeigen die Ratgeber Infrarotstrahler mit Thermostat und Infrarotheizung installieren.


