Bei einem leichten Schnupfen ohne Fieber spricht wenig gegen einen kurzen Aufenthalt in der Infrarotkabine. Sobald Fieber, Gliederschmerzen oder starke Abgeschlagenheit dazukommen, ist die Wärmekabine tabu. Entscheidend ist, wie stark die Erkältung ausgeprägt ist und ob der Kreislauf belastbar bleibt.
Dieser Beitrag erklärt, wann ein Besuch in Ordnung ist, wann er schadet und was die Wärme bei einer Erkältung leisten kann und was nicht.
Was bei einer Erkältung im Körper passiert
Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, wird laut dem Bundesgesundheitsministerium durch Viren ausgelöst, die die Nasen- und Rachenschleimhaut befallen. Typisch sind Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, oft auch Mattigkeit und leichtes Fieber. In der Regel klingt eine Erkältung nach ein bis zwei Wochen von selbst ab.
Wichtig ist die Abgrenzung zur echten Grippe. Sie beginnt plötzlich und verursacht stärkere Beschwerden wie hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Muskel- und Gliederschmerzen. Bei einer Grippe ist die Infrarotsauna in jedem Fall zu meiden.
Bei leichter Erkältung: kurzer Besuch ist meist unbedenklich
Bei einem leichten Schnupfen oder ersten Anzeichen von Heiserkeit kann ein kurzer Aufenthalt in der Infrarotkabine angenehm sein. Die Tiefenwärme der Infrarotstrahlung steigert die Durchblutung, was viele als wohltuend empfinden.
Beachten Sie dabei:
- Gehen Sie nur in die Kabine, solange Sie sich nicht abgeschlagen fühlen.
- Halten Sie den Saunagang kurz, um den Kreislauf zu schonen.
- Trinken Sie vorher und nachher ausreichend.
- Setzen Sie sich danach nicht verschwitzt in Zugluft und gehen Sie nicht ausgekühlt nach draußen.
Die Infrarotkabine arbeitet mit niedrigeren Temperaturen als eine finnische Sauna und belastet den Körper daher weniger. Von einem Besuch in der heißen finnischen Sauna raten wir bei einer Erkältung eher ab, da die hohe Hitze eine zusätzliche Belastung darstellt.
Bei Fieber und Grippe: bitte verzichten
Wenn Sie Fieber haben, ist die Wärmekabine keine Option, weder die Infrarotkabine noch die finnische Sauna. Der Körper versucht, die Erreger mit erhöhter Temperatur zu bekämpfen. Die zusätzliche Wärme von außen schwächt und stresst ihn weiter. In dieser Zeit können sich Krankheitserreger sogar leichter ausbreiten.
Bei Menschen, die zusätzlich unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, kann die künstliche Überwärmung ernsthafte Folgen haben, bis hin zum Kreislaufkollaps. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz weist darauf hin, dass thermische Belastungen den Wärmehaushalt des ganzen Körpers stören können, wenn Temperatur und Dauer kritische Grenzen überschreiten.
Bei Fieber oder Grippe gilt deshalb: Ruhe gönnen, im Bett bleiben, viel trinken. Sobald die Erkrankung ausgestanden ist, können Sie wieder regelmäßig schwitzen.
Lindern oder heilen? Was belegt ist
Eine kausale Heilwirkung gegen Erkältungen hat die Infrarotsauna nicht. Erkältungen lassen sich bislang mit keinem Mittel gezielt verkürzen, das gilt auch für Wärmeanwendungen. Belegt ist allein, dass die Wärme die Durchblutung fördert und das Wohlbefinden steigern kann.
Auch die oft genannte vorbeugende Wirkung ist mit Vorsicht zu betrachten. Für regelmäßiges Saunieren im gesunden Zustand gibt es Hinweise auf eine Stärkung der Abwehr, belastbare Studien speziell zur Infrarotkabine fehlen aber. Mehr zur Studienlage lesen Sie im Ratgeber zur Wirkung der Infrarotkabine.
So gehen Sie bei leichter Erkältung vor
Wenn Sie sich für einen kurzen Saunagang bei beginnendem Schnupfen entscheiden, helfen ein paar einfache Regeln, den Kreislauf zu schonen.
- Messen Sie vorher die Temperatur. Schon leicht erhöhte Werte sprechen gegen einen Besuch.
- Stellen Sie die Temperatur niedrig ein und halten Sie den Gang kurz, etwa 15 Minuten.
- Trinken Sie vorher ein Glas Wasser und danach ausreichend, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
- Planen Sie danach Ruhe ein. Gehen Sie nicht verschwitzt nach draußen und vermeiden Sie Zugluft.
Sobald sich der Zustand verschlechtert, etwa durch zunehmenden Husten, Gliederschmerzen oder Fieber, brechen Sie die Anwendung ab und gönnen Sie dem Körper Ruhe.
Vorbeugen statt heilen
Sinnvoller als der Besuch im kranken Zustand ist die regelmäßige Nutzung im gesunden Zustand. Für klassisches Saunieren gibt es Hinweise, dass es die Abwehr trainieren kann, weil der Körper den Wechsel von Wärme und Abkühlung als milden Reiz erlebt. Belastbare Studien speziell zur Infrarotkabine fehlen zwar, doch die durchblutungsfördernde Wirkung ist unbestritten.
Wer also vorbeugen möchte, nutzt die Kabine am besten in beschwerdefreien Phasen und nicht erst, wenn die Erkältung schon da ist. Welche weiteren Gruppen vorsichtig sein sollten, zeigt der Beitrag zu den Risikogruppen.
Im Zweifel lieber abwarten
Für Laien ist es oft schwer, eine harmlose Erkältung von einer beginnenden Grippe zu unterscheiden. Wenn Sie nicht sicher sind, ob es nur ein Schnupfen ist oder mehr, verzichten Sie lieber auf die Infrarotsauna. Hören Sie auf Ihren Körper und verlassen Sie die Kabine sofort, wenn Schwindel oder Unwohlsein auftreten. Bei hohem Fieber, starken oder zunehmenden Symptomen ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.


