Mit einer leichten Erkältung ohne Fieber ist ein kurzer Gang in die Infrarotkabine für geübte Nutzer vertretbar. Bei Fieber, Gliederschmerzen, starker Abgeschlagenheit oder einer echten Grippe bleibt die Kabine aus. Wer nur selten sauniert, verzichtet laut Techniker Krankenkasse schon bei den ersten Anzeichen. Heilen kann die Wärme eine Erkältung nicht, und kürzer wird sie durch die Kabine auch nicht.
Was bei einer Erkältung im Körper passiert
Eine Erkältung, auch grippaler Infekt und in Österreich oft Verkühlung genannt, wird laut gesund.bund.de, dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums, in der Regel durch Viren ausgelöst. Sie entwickelt sich über einige Tage. Typisch sind Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, dazu oft Mattigkeit, leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Meist klingt sie nach ein bis zwei Wochen von selbst ab.
Die echte Grippe (Influenza) stammt von anderen Erregern. Sie beginnt laut dem Portal infektionsschutz.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit typischerweise mit einem plötzlichen Krankheitsgefühl, mit Fieber, Halsschmerzen und trockenem Husten sowie Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Für die akute Phase rät das Institut, zu Hause zu bleiben und Bettruhe einzuhalten.
Infrarotkabine bei Erkältung ohne Fieber: nur kurz und nur mit Übung
Die Techniker Krankenkasse unterscheidet zwei Gruppen. Wer nicht regelmäßig sauniert, sollte schon bei den ersten Anzeichen verzichten, weil die Wärme den angeschlagenen Körper zusätzlich belasten und die Beschwerden verschlimmern kann. Für regelmäßige Saunagänger hält die Kasse einen leichten Durchgang bei leichten Symptomen für vertretbar, solange sie sich nicht einmal ansatzweise unwohl fühlen.
Für die Infrarotkabine spricht in dieser Lage ihre milde Wärme. Die TK beschreibt sie als Erwärmung ohne allzu hohe Lufttemperaturen und hält die Hitze einer finnischen Sauna bei Erkältung für weniger geeignet. Das gilt genauso für die Wärmekabine im Hotel oder Fitnessstudio, die meist dieselbe Bauart ist.
Mit Halsschmerzen, Schnupfen oder Husten in die Infrarotkabine?
Halsschmerzen und Schnupfen ohne Fieber zählen zu den leichten Erkältungssymptomen, für die die Regel oben gilt. Beide sind laut gesund.bund.de oft schon nach wenigen Tagen vorbei. Der Husten hält manchmal bis zu drei Wochen an. Maßgeblich ist, wie fit Sie sich insgesamt fühlen.
| Beschwerden | Infrarotkabine? |
|---|---|
| Kratzen im Hals, erste Anzeichen | Nur wer regelmäßig geht, sonst abwarten |
| Schnupfen oder Halsschmerzen, kein Fieber, sonst fit | Kurz und auf niedriger Stufe, bei Unwohlsein sofort hinaus |
| Mattigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen | Verzichten |
| Fieber, Schüttelfrost, plötzlicher Beginn | Tabu, Bettruhe |
Bei Fieber und Grippe: bitte verzichten
Bei Fieber sind Infrarotkabine und finnische Sauna tabu. Die TK rät bei schwerer Erkältung oder Fieber dringend von Saunagängen ab. Der Körper braucht dann Ruhe und Erholung, keine zusätzliche Belastung.
Auch die Wärme selbst belastet. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz können hohe Wärmebelastungen durch intensive Infrarotbestrahlung den Wärmehaushalt des ganzen Körpers stören. Kritisch wird es, wenn Körpertemperatur und Einwirkdauer bestimmte Grenzen überschreiten. Die möglichen Folgen reichen vom Hitzekrampf über den Hitzekollaps bis zum Hitzschlag.
In öffentlichen Kabinen im Studio, Hotel oder Schwimmbad geht es auch um die anderen Gäste. Die TK weist darauf hin, dass sich Erkältungsviren in der Sauna leichter verbreiten. Wer erkältet ist, bleibt aus Rücksicht zu Hause.
Lindern oder heilen? Was belegt ist
Eine Heilwirkung gegen Erkältungen hat die Infrarotkabine nicht. Laut gesund.bund.de lassen sich Erkältungen bisher mit keinem Medikament gezielt bekämpfen, und auch ihre Dauer lässt sich kaum verkürzen. Der Grund ist die große Zahl verschiedener Viren, die eine Erkältung auslösen. Dass Wärme von außen daran etwas ändert, ist nicht belegt.
Lindern lassen sich laut dem Portal manche Beschwerden mit fiebersenkenden Mitteln und Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Paracetamol oder ASS sowie mit abschwellenden Nasensprays für kurze Zeit. Wer solche Schmerzmittel nimmt, bleibt an dem Tag aus der Kabine (siehe Anleitung unten).
Das Bundesamt für Strahlenschutz nennt als Wirkung von Infrarotwärme, dass sie die Durchblutung fördern und die Muskelspannung senken kann. Ob eine Wärmebehandlung bei einer Erkrankung sinnvoll ist oder schadet, muss nach Auffassung des Amtes im Einzelfall ein Arzt oder eine Ärztin beurteilen. Was sonst bekannt ist, fasst der Beitrag zur Studienlage bei der Infrarotkabine zusammen.
So gehen Sie bei leichter Erkältung vor
Wenn Sie regelmäßig in die Kabine gehen und sich trotz Schnupfen für einen Gang entscheiden, helfen fünf Punkte.
- Messen Sie vorher die Körpertemperatur. Ist sie erhöht, bleibt die Kabine aus.
- Wählen Sie eine niedrige Stufe. Die TK rät bei Erkältung immer zu einer eher geringen Wärmebelastung. Welche Werte üblich sind, zeigt der Überblick zu den Temperaturen in der Kabine.
- Bleiben Sie kürzer als sonst und verlassen Sie die Kabine sofort, wenn Ihnen schwindelig wird oder Sie sich unwohl fühlen.
- Haben Sie ein Schmerzmittel genommen, etwa gegen Kopf- oder Halsschmerzen, lassen Sie die Kabine aus. Das BfS rät, Wärmekabinen unter Medikamenten, die die Schmerzwahrnehmung herabsetzen, nicht zu benutzen.
- Trinken Sie vorher und nachher und gönnen Sie sich danach Ruhe, ohne verschwitzt in die Kälte zu gehen.
Wie ein gewöhnlicher Gang abläuft, beschreibt der Ratgeber zur Anwendung im Alltag. Verschlechtert sich Ihr Zustand, etwa durch zunehmenden Husten, Gliederschmerzen oder Fieber, pausieren Sie, bis die Erkältung abgeklungen ist und Sie wieder fit sind.
Vorbeugen statt heilen
Sinnvoller ist die Kabine in gesunden Phasen. Die Techniker Krankenkasse schreibt regelmäßigem Saunieren eine vorbeugende Wirkung zu und begründet sie mit dem Wechsel zwischen heißem Saunagang und Abkühlung. Eigene Studien zur Infrarotkabine nennt die Kasse dafür nicht.
Wer die Kabine zur Vorbeugung nutzen möchte, tut das deshalb in beschwerdefreien Wochen. Besser belegt sind einfache Hygieneregeln, die gesund.bund.de gegen Erkältungen nennt.
- Fassen Sie sich möglichst nicht ins Gesicht, denn über die Hände gelangen die Viren an Nase und Mund.
- Waschen Sie häufig die Hände mit normaler Seife.
- Entsorgen Sie gebrauchte Taschentücher direkt.
- Teilen Sie keine Gläser und Tassen mit erkälteten Menschen.
Welche Menschen grundsätzlich vorsichtig sein sollten, steht im Ratgeber zu Schwangerschaft, Kindern, Senioren und Kranken.
Im Zweifel lieber abwarten
Für Laien ist eine harmlose Erkältung von einer beginnenden Grippe oft schwer zu unterscheiden. Wenn Sie unsicher sind, verzichten Sie auf die Infrarotkabine. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollen laut BfS ohnehin ärztlichen Rat einholen, bevor sie Infrarotkabinen benutzen. Bei hohem Fieber, starken oder zunehmenden Beschwerden ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.


