Im Bad soll es morgens schnell warm sein, am besten 23 bis 24 Grad statt der üblichen 20. Eine Infrarotheizung liefert diese Wärme auf Knopfdruck, braucht keine Rohre und hält als Spiegelheizung sogar den Badspiegel beschlagfrei.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Bauformen ins Bad passen, was die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701 bedeuten und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.
Warum Infrarotwärme gut ins Bad passt
Das Bad wird nur kurz, dafür aber intensiv genutzt. Genau dieses Profil spielt der Infrarotheizung in die Karten. Die Strahlung wirkt direkt auf die Haut, noch bevor die Raumluft nachzieht, sodass das Frösteln nach dem Duschen entfällt. Ein Paneel an der Wand plus Steckdose oder Festanschluss genügt, eine Rohrinstallation ist nicht nötig, was vor allem in Bädern ohne oder mit zu schwachem Heizkörper hilft. Weil die erwärmten Wand- und Deckenflächen weniger Kondenswasser annehmen, beugt die Strahlung zugleich Schimmel in Fugen und Ecken vor. Und Spiegelheizungen oder Modelle mit Handtuchhalter erfüllen gleich zwei Funktionen auf einer Fläche.
Als alleinige Hauptheizung im unsanierten Altbau-Bad bleibt Strom allerdings ein teurer Energieträger. Die Verbraucherzentrale stuft elektrische Direktheizungen im Dauerbetrieb als kostspielig ein. Im Bad relativiert sich das, weil die Laufzeiten kurz sind.
Bauformen: Paneel, Spiegel und Handtuchhalter
Für das Bad kommen vier Bauformen infrage. Das Wandpaneel ist der Standard, flach, in vielen Größen erhältlich und schnell montiert; im Bad bieten sich Glas- oder Metallpaneele mit glatter, feuchtraumtauglicher Oberfläche an. Eine Spiegelheizung heizt und bleibt beschlagfrei und ist über dem Waschbecken die erste Wahl, ausführlich beschrieben im Ratgeber zur Spiegel-Infrarotheizung. Ein Paneel mit Handtuchhalter ersetzt den klassischen Badheizkörper, wärmt den Raum und trocknet zugleich die Handtücher. Eine Deckenheizung schließlich strahlt von oben auf den ganzen Raum, sinnvoll bei sehr knappen Wandflächen, wobei bei Deckenmontage genug Abstand zur Duschzone bleiben muss.
Schutzbereiche und IP-Schutzart im Bad
Im Bad gelten die Regeln der DIN VDE 0100-701, die den Raum in Schutzbereiche einteilt. Im Innenraum von Wanne oder Dusche, dem Bereich 0, sind Heizgeräte grundsätzlich tabu, ebenso direkt darüber bis 2,25 Meter Höhe im Bereich 1. Im 60-Zentimeter-Streifen rund um Wanne und Dusche, dem Bereich 2, sind nur Geräte mit mindestens Schutzart IPX4 zulässig, also spritzwassergeschützte Modelle, oft als IP44 deklariert. Außerhalb dieser Bereiche gelten keine besonderen Vorgaben, trotzdem ist ein IP44-Gerät im Feuchtraum die robustere Wahl.
Zwei Punkte gehören in jede Bad-Planung. Der Stromkreis muss über einen FI-Schutzschalter (RCD, 30 mA) abgesichert sein, wie er in Bädern vorgeschrieben ist. Und wer das Paneel fest anschließen oder eine neue Leitung legen will, beauftragt einen Elektrofachbetrieb. Details zur Montage stehen im Beitrag zur Installation von Infrarotheizungen.
Welche Leistung das Bad braucht
In Wohnräumen gilt die Faustregel von 50 bis 90 Watt pro Quadratmeter je nach Dämmung. Im Bad setzen Sie wegen der höheren Wunschtemperatur von 23 bis 24 Grad besser 80 bis 100 Watt pro Quadratmeter an. Als Orientierung dienen die folgenden Richtwerte.
| Badgröße | Empfohlene Leistung |
|---|---|
| 4 bis 5 m² (Gäste-WC, kleines Bad) | 400 bis 500 Watt |
| 6 bis 8 m² (Standardbad) | 500 bis 800 Watt |
| 9 bis 12 m² (Familienbad) | 800 bis 1.200 Watt |
Dient die Infrarotheizung nur als Ergänzung zum vorhandenen Heizkörper, reicht oft ein Paneel mit 300 bis 500 Watt für die schnelle Komfortwärme am Morgen. Den genauen Bedarf liefert der Watt-Rechner.
Montage und Anschluss
Das Paneel strahlt am besten frei auf den Bereich, in dem Sie sich abtrocknen und anziehen, also nicht hinter Duschwänden oder Schränken versteckt. Eine Spiegelheizung über dem Waschbecken hängt auf Standardhöhe wie ein normaler Badspiegel, angeschlossen idealerweise über eine dahinterliegende Dose. Zu Handtüchern, Bademänteln und Duschvorhängen sollten mindestens 30 Zentimeter Abstand bleiben, sofern das Gerät keinen integrierten Handtuchhalter mitbringt. Ein Thermostat mit Zeitprogramm heizt das Bad gezielt morgens und abends vor und verhindert Dauerbetrieb.
Anschaffungs- und Betriebskosten
In der Anschaffung beginnen einfache IP44-Paneele bei rund 130 Euro, Spiegelheizungen kosten je nach Größe 250 bis 600 Euro, Modelle mit Handtuchhalter ähnlich.
Für den Betrieb eine Beispielrechnung. Ein 800-Watt-Paneel läuft in der Heizsaison täglich 3 Volllaststunden, verteilt auf Morgen und Abend. 0,8 Kilowatt über 3 Stunden ergeben 2,4 Kilowattstunden pro Tag, über 180 Heiztage also 432 Kilowattstunden im Jahr, was beim BDEW-Durchschnittsstrompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde (Stand April 2026) rund 160 Euro entspricht. Mit Thermostat taktet das Gerät, die realen Kosten liegen darunter. Eigene Werte rechnet der Stromkosten-Rechner durch.
Kauf-Checkliste für die Bad-Infrarotheizung
- Schutzart IP44 (mindestens IPX4), wenn das Gerät in die Nähe von Dusche oder Wanne kommt
- CE-Kennzeichnung, besser zusätzlich GS- oder TÜV-Zeichen
- Leistung nach Badgröße, rund 80 bis 100 Watt pro Quadratmeter für die Vollbeheizung
- Überhitzungsschutz ab Werk
- Thermostat oder Zeitprogramm für kurze, gezielte Heizfenster
- Oberfläche aus Glas oder pulverbeschichtetem Metall, die sich im Feuchtraum leicht reinigen lässt
Fazit
Die Infrarotheizung passt ins Bad wie in kaum einen anderen Raum: Sie liefert die gewünschten 23 bis 24 Grad genau dann, wenn sie gebraucht werden, hält Spiegel beschlagfrei und Wände trocken. Entscheidend sind die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701, eine Schutzart ab IP44 in Wassernähe und eine Leistung von 80 bis 100 Watt pro Quadratmeter. Dann bleibt auch die Stromrechnung im Rahmen, weil das Bad nur kurze Heizfenster braucht.