Eine Spiegelheizung löst zwei Bad-Probleme auf einmal: Sie liefert Strahlungswärme genau dort, wo Sie morgens stehen, und der Spiegel beschlägt nach dem Duschen nicht mehr. Wichtig sind die richtige Leistung, eine passende Schutzart und die korrekte Montagezone im Bad.
Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei Auswahl, Montage und Kosten der Infrarot-Spiegelheizung ankommt.
Wie die Spiegelheizung funktioniert
Hinter der Spiegelfläche sitzt ein flaches Heizelement, das die Oberfläche auf etwa 60 bis 80 Grad erwärmt und die Wärme als Infrarotstrahlung in den Raum abgibt. Zwei Effekte entstehen gleichzeitig:
- Beschlagfreier Spiegel: Auf der warmen Glasfläche kondensiert kein Wasserdampf. Direkt nach dem Duschen bleibt das Spiegelbild klar.
- Strahlungswärme im Bad: Die Wärme trifft Personen und Wände direkt. Gerade im Bad, wo es morgens schnell warm sein soll, spielt die kurze Reaktionszeit der Infrarotheizung ihre Stärke aus.
Ein Nebeneffekt: Erwärmte Wandflächen trocknen schneller ab, das senkt das Schimmelrisiko in Feuchträumen.
Schutzart und Schutzbereiche: Das gilt im Bad
Im Badezimmer regelt die DIN VDE 0100-701, welche Elektrogeräte wo betrieben werden dürfen. Die Norm teilt den Raum in Schutzbereiche ein:
| Bereich | Lage | Anforderung |
|---|---|---|
| 0 | In Wanne oder Duschtasse | Nur Schutzkleinspannung, mind. IPX7 |
| 1 | Über Wanne/Dusche bis 2,25 m Höhe | Mind. IPX5, stark eingeschränkt |
| 2 | 60 cm rund um Bereich 0/1 | Mind. IPX4 (bei Strahlwasser IPX5) |
Daraus folgt für die Spiegelheizung:
- Über dem Waschbecken, dem typischen Platz, liegt der Spiegel in der Regel außerhalb der Schutzbereiche. Empfehlenswert ist trotzdem mindestens IP44, weil Spritzwasser und hohe Luftfeuchte zum Bad gehören.
- Näher als 60 Zentimeter an Wanne oder Dusche muss das Gerät die Anforderungen von Bereich 2 erfüllen, und in den Bereichen 0 bis 2 sind Schalter und Steckdosen tabu.
- Festanschluss und Zonenbewertung übernimmt eine Elektrofachkraft. Sie stellt auch sicher, dass der Stromkreis über einen FI-Schutzschalter läuft.
Mehr zur Badheizung insgesamt lesen Sie im Ratgeber Infrarotheizung im Bad.
Welche Leistung braucht die Spiegelheizung?
Bäder sind die wärmsten Räume der Wohnung, üblich sind 22 bis 24 Grad. Deshalb gilt hier der obere Rand der Faustregel: Wenn die Spiegelheizung allein heizen soll, rechnen Sie mit 80 bis 100 Watt pro Quadratmeter.
| Badgröße | Richtwert als Alleinheizung | Übliche Lösung |
|---|---|---|
| 4 m² | 320 bis 400 W | Spiegelheizung 400 bis 600 W |
| 6 m² | 480 bis 600 W | Spiegelheizung 600 bis 800 W |
| 8 m² | 640 bis 800 W | Spiegelheizung plus zweites Paneel |
| 10 m² | 800 bis 1.000 W | Zwei Wärmequellen kombinieren |
Übliche Spiegelpaneele leisten 300 bis 800 Watt. In größeren Bädern arbeitet die Spiegelheizung am besten im Duo, etwa mit einem Wandpaneel oder einer Infrarot-Fußbodenheizung für fußwarme Fliesen. Den exakten Bedarf liefert der Watt-Rechner.
Auswahl-Checkliste vor dem Kauf
- Schutzart: Mindestens IP44 fürs Bad, bei Montage nahe der Dusche entsprechend der Schutzbereiche mehr.
- Größe und Format: Der Spiegel soll als Spiegel taugen. Übliche Formate liegen zwischen 60 x 80 und 60 x 120 Zentimetern, hoch- oder querformatig montierbar.
- Leistung: Passend zur Badgröße und zur Frage Allein- oder Zusatzheizung.
- Beleuchtung: Modelle mit integriertem LED-Licht ersetzen die Spiegelleuchte. Licht und Heizung müssen getrennt schaltbar sein.
- Überhitzungsschutz: Eine Abschaltautomatik gehört zur Grundausstattung, dazu CE-Kennzeichnung und idealerweise ein GS- oder TÜV-Zeichen.
- Steuerung: Ohne Thermostat heizt der Spiegel durch. Funk- oder WLAN-Thermostate schalten bedarfsgerecht, Details im Ratgeber Infrarotheizung mit Thermostat.
Was kostet eine Spiegelheizung?
Anschaffung: Einstiegsmodelle gibt es ab rund 200 Euro, Markengeräte beginnen bei etwa 300 bis 400 Euro. Bosch Home Comfort führt Spiegelvarianten ab etwa 700 Euro, Modelle mit LED-Beleuchtung und Großformate liegen darüber.
Betrieb: Beim BDEW-Durchschnittspreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde (Stand April 2026) kostet eine Volllaststunde:
- 400-Watt-Spiegel: rund 15 Cent
- 600-Watt-Spiegel: rund 22 Cent
- 800-Watt-Spiegel: rund 30 Cent
Da das Bad nur stundenweise warm sein muss und das Thermostat taktet, bleiben die Monatskosten überschaubar: Ein 600-Watt-Spiegel, der morgens und abends je eine Stunde effektiv heizt, kostet rund 13 Euro pro Monat. Ihre eigene Rechnung erstellen Sie mit dem Stromkosten-Rechner, die Gesamtbetrachtung liefert der Ratgeber zu Kosten und Stromverbrauch.
Montage: Position und Anschluss
- Höhe: Wie ein normaler Badspiegel, Oberkante etwa auf 1,90 bis 2 Meter. So trifft die Strahlung den Oberkörper.
- Abstand: Die Spiegelfläche muss frei abstrahlen, Handtuchhalter oder Regale gehören nicht direkt davor. Zu Möbeln gilt die übliche Faustregel von 30 Zentimetern Abstand.
- Anschluss: Steckdosenbetrieb außerhalb der Schutzbereiche ist die einfachste Lösung. Eleganter ist der Festanschluss über eine Unterputzdose hinter dem Paneel, ausgeführt von einer Elektrofachkraft.
- Wandbeschaffenheit: Fliesen erfordern geeignete Bohrer und Dübel. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Ratgeber Infrarotheizung installieren.
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