Eine Infrarotheizung gehört im Kinderzimmer an die Decke oder hoch an die Wand, denn die Oberfläche der Paneele erreicht bis zu 100 Grad Celsius. co2online rät ausdrücklich davon ab, sie in Reichweite von Kindern zu montieren.
Als Infrarotheizung im Kinderzimmer taugt sie vor allem als Zusatzheizung für ein selten beheiztes Zimmer. Wie viel Leistung der Raum braucht, was der Strom kostet und worauf Sie beim Kauf achten, steht hier.
Heizung für das Kinderzimmer
Das Kinderzimmer ist Spielzimmer, Schlafzimmer und oft auch Hausaufgabenplatz in einem. Die Heizung muss deshalb konstante Wärme liefern und darf kein Verletzungsrisiko darstellen. Drei Lösungen sind verbreitet:
- Konventionelle Heizkörper hängen an der Zentralheizung. Ihre Oberflächen können im Betrieb sehr heiß werden, und die Rippen laden zum Anfassen ein.
- Fußbodenheizungen wärmen von unten und sind angenehm für Kinder, die auf dem Boden spielen. Die Nachrüstung ist allerdings aufwendig.
- Infrarotheizungen liefern Strahlungswärme aus einem flachen Paneel, das sich an Wand oder Decke montieren lässt. Sie eignen sich als Zusatzheizung oder, bei gutem Dämmstandard, als alleinige Wärmequelle.
Ob die Infrarotheizung als Haupt- oder Zusatzheizung dienen soll, entscheidet über die nötige Leistung. Dazu unten mehr.
Warum eine Infrarotheizung für das Kinderzimmer geeignet ist
Infrarotheizungen erwärmen nicht die Luft, sondern direkt Wände, Möbel und Personen. Das bringt im Kinderzimmer drei Vorteile:
- Montage außer Reichweite: Decken- und hohe Wandpaneele können Kinder nicht berühren. Das ist der entscheidende Sicherheitsvorteil, den auch co2online betont.
- Kein Gebläse: Das Paneel wälzt keine Luft um und arbeitet lautlos.
- Warme Wände: Die Strahlung erwärmt die Oberfläche der Wände, sodass Schimmelbildung laut co2online eventuell vorgebeugt werden kann. Bei kalten, ungedämmten Außenwänden ersetzt das keine Sanierung.
Dem steht ein Nachteil gegenüber: Die Messwerte weichen ab. Laut ADAC kann die Raumtemperatur bei einer Infrarotheizung um zwei bis drei Grad niedriger sein als bei anderen Heizungssystemen. Das Thermometer zeigt also weniger an, als Sie von einem Heizkörper gewohnt sind.
Ist eine Infrarotheizung im Kinderzimmer gefährlich?
Gefährlich ist nicht die Strahlung, sondern die heiße Oberfläche. co2online nennt für durchschnittliche Paneele 80 bis 100 Grad Celsius und damit mehr als bei einem herkömmlichen Heizkörper. Man verbrennt sich daran nicht sofort, aber bei längerem Kontakt sehr wohl. Bei Kleinkindern, die sich nicht rechtzeitig wegziehen, ist das ein reales Risiko.
Deshalb gilt im Kinderzimmer eine einfache Regel: Das Paneel hängt an der Decke oder so hoch, dass kein Kind es berührt, auch nicht vom Hochbett oder vom Schreibtischstuhl aus. Schutzgitter und Abschaltautomatik nennt co2online ausdrücklich als empfehlenswert, wenn die Heizung im Kinderzimmer hängen soll.
Welche Infrarotheizungen für das Kinderzimmer infrage kommen
| Bauform | Einsatz im Kinderzimmer | Bewertung |
|---|---|---|
| Deckenheizung | Paneel an der Decke, für Kinder unerreichbar | Sicherste Lösung, keine Wandfläche geht verloren |
| Wandheizung | Hoch montiert, auch als Bildheizung mit Motiv | Gut, wenn die Höhe stimmt |
| Standgerät | Steht frei im Raum | Ungeeignet: kann umkippen, ist erreichbar |
| Wickeltischstrahler | Über dem Wickeltisch | Nur für Babys, siehe Wickeltischstrahler |
Aus Sicherheitsgründen sind Decken- und hohe Wandmontagen die erste Wahl.
Eigenschaften und Funktionen
Einige Ausstattungsmerkmale sind im Kinderzimmer besonders nützlich:
- Thermostat: Hält die Wunschtemperatur konstant und senkt sie nachts automatisch ab. Das spart Strom.
- Zeitprogramm: Heizt das Zimmer vor dem Aufstehen oder vor dem Zubettgehen vor.
- Tastensperre: Verhindert, dass kleine Hände die Einstellungen verstellen.
- Überhitzungsschutz: Schaltet das Gerät ab, falls es abgedeckt wird oder zu heiß läuft.
Die benötigte Leistung
Für die Dimensionierung gilt die Faustregel: 50 Watt pro Quadratmeter bei guter, 70 bei mittlerer und 90 bei schlechter Dämmung, plus rund 10 Watt je Außenwand.
| Beispiel: 15 m², mittlere Dämmung, eine Außenwand | Leistung |
|---|---|
| Als Hauptheizung (15 m² x 80 Watt) | etwa 1.200 Watt |
| Als Ergänzung zur Zentralheizung | oft 400 bis 600 Watt |
Den genauen Bedarf für Ihr Kinderzimmer ermittelt der Watt-Rechner in wenigen Schritten.
Was ist bei der Installation zu beachten?
- Außer Reichweite montieren: Das Paneel muss auch vom Hochbett oder vom Stuhl aus unerreichbar sein.
- Frei abstrahlen lassen: Keine Schränke, Vorhänge oder Hochbetten vor dem Paneel. Den Mindestabstand zu brennbaren Materialien gibt der Hersteller in der Anleitung vor.
- Eigene Steckdose nutzen: Keine Verlängerungskabel und keine Mehrfachsteckdosen.
- Deckenmontage fachgerecht ausführen: Geeignete Dübel für die Deckenkonstruktion verwenden. Im Zweifel übernimmt das ein Elektro- oder Montagebetrieb, mehr dazu im Beitrag zur Installation von Infrarotheizungen.
Kosten
Die Kosten setzen sich aus Anschaffung und Strom zusammen. Die Verbraucherzentrale nennt für Infrarotheizgeräte Preise ab etwa 300 Euro. Bildheizungen mit Motiv kosten meist mehr.
Betrieb, Beispielrechnung: Ein 800-Watt-Paneel läuft in der Heizsaison täglich 4 Volllaststunden:
- 0,8 kW x 4 Stunden = 3,2 kWh pro Tag
- 3,2 kWh x 180 Heiztage = 576 kWh pro Jahr
- 576 kWh x 0,37 Euro = rund 213 Euro pro Jahr
Gerechnet mit dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde laut BDEW-Strompreisanalyse (Herbst 2026). Mit Thermostat taktet die Heizung und erreicht die Volllaststunden oft nicht, die realen Kosten liegen dann darunter. Eigene Werte können Sie im Stromkosten-Rechner durchspielen.
Was ist beim Kauf zu beachten?
- Prüfzeichen: GS-, TÜV- oder CE-Kennzeichnung, idealerweise GS für geprüfte Sicherheit.
- Passende Leistung: Nach der Faustregel oben dimensionieren, nicht überdimensionieren.
- Überhitzungsschutz und Tastensperre: Beides sollte ab Werk an Bord sein.
- Passendes Design: Bildheizungen mit Wunschmotiv machen die Heizung im Kinderzimmer unauffällig.
Allgemeine Informationen über Infrarotheizungen
Infrarotheizungen wandeln Strom in Strahlungswärme um, die direkt auf Körper und Flächen wirkt. Der Unterschied zur Konvektionsheizung: Nicht die Luft wird erwärmt, sondern der Raum selbst.
Wichtig für die ehrliche Einordnung: Strom ist ein teurer Energieträger, und laut Verbraucherzentrale verbrauchen Infrarotgeräte nicht nennenswert weniger Strom als andere Stromheizgeräte, wie häufig behauptet wird. Im Kinderzimmer spielt die Infrarotheizung ihre Stärken deshalb vor allem als Zusatzheizung aus, in einem Raum, der nicht ständig beheizt werden muss. Genau dafür nennt der ADAC das Kinderzimmer als geeigneten Einsatzort.
Alternativen
Wer nicht auf Infrarot setzt, hat im Kinderzimmer diese Optionen:
- Zentralheizung mit Heizkörper: Standard im Bestand, aber mit heißen Oberflächen. Ein Heizkörperschutz kann nachgerüstet werden.
- Elektrische Konvektoren oder Radiatoren: Günstig in der Anschaffung, aber mit Luftumwälzung und teils heißen Gehäusen.
- Wärmepumpe mit Flächenheizung: Die effizienteste Lösung, aber nur im Zuge einer größeren Sanierung realistisch.
Fazit
Eine Infrarotheizung ist im Kinderzimmer dann eine gute Wahl, wenn sie außer Reichweite montiert wird und Überhitzungsschutz sowie Prüfzeichen mitbringt. Als Zusatzheizung für ein selten beheiztes Zimmer rechnet sie sich am ehesten. Die Leistung richtet sich nach der Faustregel von 50 bis 90 Watt pro Quadratmeter, und Thermostat samt Zeitprogramm halten die Stromkosten kalkulierbar.


