Infrarotheizung mit Thermostat: Arten, Nachrüsten und Einstellung

Funkthermostat steuert eine Infrarotheizung im Wohnzimmer

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Ohne Thermostat läuft eine Infrarotheizung wie ein Wasserhahn ohne Griff: Sie heizt durch, bis jemand den Stecker zieht. Ein Thermostat hält die Wunschtemperatur automatisch, senkt die Stromkosten spürbar und lässt sich bei Steckergeräten in wenigen Minuten nachrüsten.

Dieser Ratgeber vergleicht die Thermostat-Arten, zeigt das Nachrüsten und die richtige Einstellung.

Warum das Thermostat über die Stromkosten entscheidet

Eine Infrarotheizung kennt von sich aus nur an oder aus. Bei Strompreisen von durchschnittlich 37,0 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Strompreisanalyse, Stand April 2026) wird jede unnötige Heizstunde teuer: Ein 700-Watt-Paneel kostet pro Volllaststunde rund 26 Cent, an einem durchgeheizten Tag kommen so schnell mehrere Euro zusammen.

Das Thermostat begrenzt die Laufzeit auf das Nötige:

  • Es misst die Raumtemperatur und schaltet das Paneel, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist.
  • co2online beziffert das Sparpotenzial programmierbarer Thermostate auf rund zehn Prozent der Heizkosten.
  • Dazu kommt der Temperaturhebel: Jedes Grad weniger spart laut Verbraucherzentrale etwa sechs Prozent Heizenergie.

Wie sich die Laufzeiten konkret in Euro übersetzen, zeigt der Stromkosten-Rechner.

Die Thermostat-Arten im Vergleich

Eingebautes Thermostat

Viele Paneele bringen einen Drehregler oder eine Elektronik mit Display mit. Praktisch, aber mit einem Haken: Der Fühler sitzt direkt am warmen Gerät und misst dadurch eher die Paneelwärme als die Raumtemperatur. Für gelegentliches Heizen reicht das, präzise ist es nicht.

Steckdosen-Thermostat

Der einfachste Nachrüstweg für alle Geräte mit Stecker: Das Thermostat sitzt zwischen Steckdose und Heizung und schaltet den Strom temperaturabhängig. Einfache Modelle kosten rund 15 bis 25 Euro. Wichtig ist eine ausreichende Schaltleistung, übliche Modelle verkraften 2.000 bis 3.500 Watt.

Funk-Thermostat

Ein Set aus Funk-Steckdosenschalter am Paneel und batteriebetriebenem Raumfühler, den Sie frei platzieren. Der Fühler misst dort, wo Sie sich aufhalten, das regelt deutlich genauer als jeder Geräteregler. Viele Sets steuern mehrere Heizungen in Zonen.

WLAN- und Smart-Home-Thermostat

Smarte Thermostate verbinden die Regelung mit App, Zeitplänen und Sprachassistent. Heizpläne je Wochentag, Geofencing (heizen, wenn Sie sich nähern) und Verbrauchsstatistiken gehören dazu. Die Verbraucherzentrale nennt Einstiegspreise ab etwa 40 Euro. Wer mehrere Paneele im Haus betreibt, regelt sie damit zentral.

ArtPreis (ca.)StärkeSchwäche
Eingebautim Gerätepreiskeine Zusatzkostenmisst am Gerät, ungenau
Steckdose15 bis 25 €einfachste NachrüstungFühler nahe der Heizung
Funk-Set30 bis 60 €freier Raumfühler, präziseBatterien nötig
WLAN/Smartab 40 €Zeitpläne, App, StatistikEinrichtung, Funkstandard

Thermostat nachrüsten: So einfach geht es

Bei Steckergeräten dauert die Nachrüstung keine fünf Minuten:

  1. Thermostat in die Steckdose stecken.
  2. Stecker der Infrarotheizung ins Thermostat.
  3. Heizungsregler am Paneel (falls vorhanden) auf Maximum stellen, die Regelung übernimmt ab jetzt das Thermostat.
  4. Wunschtemperatur einstellen, bei Funk-Sets den Raumfühler in 1 bis 1,5 Metern Höhe abseits der Heizung platzieren.

Nur bei festangeschlossenen Geräten, etwa im Bad, gehört die Nachrüstung in die Hände einer Elektrofachkraft. Worauf es dabei ankommt, steht im Ratgeber Infrarotheizung installieren.

Die richtige Einstellung je Raum

Mit diesen Richtwerten fahren Sie effizient:

  • Wohnzimmer: 20 Grad gelten als Wohlfühlwert (co2online).
  • Bad: 22 bis 24 Grad, am besten per Zeitplan nur morgens und abends.
  • Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad.
  • Ungenutzte Räume: nicht unter 16 Grad, sonst steigt laut Verbraucherzentrale das Schimmelrisiko.

Tipp: Stellen Sie das Thermostat nicht höher als nötig. Die Wunschtemperatur wird dadurch nicht schneller erreicht, das Paneel läuft nur länger. Und denken Sie an den Sechs-Prozent-Hebel: Wer von 22 auf 20 Grad geht, spart gut ein Zehntel der Heizenergie.

Typische Fehler bei der Thermostat-Nutzung

Drei Fehler kosten in der Praxis am meisten Geld:

  1. Fühler direkt über der Heizung: Steigt die Warmluft am Fühler vorbei, schaltet das Thermostat ab, bevor der Raum warm ist. Den Raumfühler deshalb mit Abstand zum Paneel platzieren, nicht in Sonneneinstrahlung und nicht über anderen Wärmequellen.
  2. Dauerbetrieb auf Verdacht: Wer das Paneel morgens auf Vorrat einschaltet, verschenkt den größten Vorteil der Infrarotheizung, ihre kurze Reaktionszeit. Strahlungswärme ist in wenigen Minuten spürbar, ein Zeitplan mit knappen Heizfenstern reicht.
  3. Thermostat als Ein-Aus-Schalter missbrauchen: Wer ständig manuell auf Maximum dreht und wieder abschaltet, heizt unkontrolliert. Einmal sauber eingestellte Zeit- und Temperaturprofile arbeiten zuverlässiger als tägliches Nachregeln.

Auch die Position der Heizung selbst entscheidet mit: Ein zugestelltes Paneel braucht länger und damit mehr Strom, die Grundregeln stehen im Ratgeber zur Wandmontage.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Schaltleistung: Sie muss zur Heizung passen, für ein 2.000-Watt-Paneel mindestens 2.000 Watt, besser mit Reserve.
  2. Fühlerposition: Separater Raumfühler (Funk/WLAN) schlägt Fühler am Gerät.
  3. Programmierbarkeit: Zeitpläne je Wochentag sind der größte Sparhebel im Alltag.
  4. Hysterese: Eine kleine Schalttoleranz (0,5 bis 1 Grad) verhindert ständiges Takten.
  5. Kompatibilität: WLAN-Modelle sollten zum vorhandenen Smart-Home-System passen (z. B. Matter, Zigbee oder Hersteller-App).

Das Thermostat passt zu jeder Bauform, vom Wandpaneel über die Deckenheizung bis zur Spiegelheizung im Bad. Nur die Infrarot-Fußbodenheizung braucht ein spezielles Thermostat mit Bodenfühler.

Infrarotheizung mit Thermostat kaufen

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Häufige Fragen

Braucht eine Infrarotheizung ein Thermostat?
Ja, sonst heizt das Paneel ununterbrochen durch und verschwendet Strom. Ein Thermostat hält die Wunschtemperatur, schaltet das Gerät automatisch ein und aus und ist die wichtigste Stellschraube für die Betriebskosten.
Wie viel spart ein Thermostat an einer Infrarotheizung?
co2online beziffert das Sparpotenzial programmierbarer Thermostate auf rund zehn Prozent der Heizkosten. Dazu kommt der Temperatureffekt: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart laut Verbraucherzentrale etwa sechs Prozent Heizenergie.
Kann ich ein Thermostat an jeder Infrarotheizung nachrüsten?
Bei Geräten mit Stecker ja: Ein Steckdosen-Thermostat sitzt in Sekunden zwischen Steckdose und Heizung. Funk-Sets aus Steckdosenschalter und Raumfühler funktionieren ebenso einfach. Nur bei festangeschlossenen Geräten gehört die Nachrüstung in die Hände einer Elektrofachkraft.
Was kostet ein Thermostat für die Infrarotheizung?
Einfache Steckdosen-Thermostate beginnen bei rund 15 bis 25 Euro, programmierbare Modelle gibt es laut Verbraucherzentrale ab etwa 10 bis 35 Euro, smarte WLAN-Varianten ab rund 40 Euro. Gemessen am Sparpotenzial amortisiert sich die Anschaffung meist in einer Heizsaison.
Auf welche Temperatur sollte ich das Thermostat einstellen?
Übliche Richtwerte: 20 Grad im Wohnzimmer, 22 bis 24 Grad im Bad, 16 bis 18 Grad im Schlafzimmer. In ungenutzten Räumen sollten 16 Grad nicht unterschritten werden, sonst steigt das Schimmelrisiko.
Warum sollte der Temperaturfühler nicht direkt an der Heizung sitzen?
Direkt am Paneel misst der Fühler die Strahlungswärme des Geräts statt der Raumtemperatur und schaltet zu früh ab. Funk- und WLAN-Thermostate mit separatem Raumfühler messen dort, wo Sie sich aufhalten, und regeln dadurch deutlich genauer.

Quellen