Infrarotheizung Terrasse: Das müssen Sie beachten

Infrarotheizung Terrasse: Das müssen Sie beachten

Mit einem Infrarot-Heizstrahler bleibt die Terrasse auch an kühlen Abenden und in der Übergangszeit nutzbar. Die Strahlungswärme wirkt sofort auf Personen statt auf die Außenluft und geht deshalb nicht mit dem nächsten Windstoß verloren.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Strahler für die Terrasse infrage kommen, welche Leistung und Schutzart nötig sind und was der Betrieb kostet.

Heizung für die Terrasse

Im Freien lässt sich Luft nicht dauerhaft erwärmen. Eine Terrassenheizung muss deshalb direkt auf Personen wirken. Drei Lösungen sind verbreitet:

  • Gas-Heizpilze liefern viel Wärme, verbrennen aber Propan und erzeugen Abgase. Unter Überdachungen sind sie deshalb oft tabu.
  • Feuerstellen und Feuerschalen schaffen Atmosphäre, brauchen aber Brennholz, Abstand und ständige Aufsicht.
  • Infrarot-Heizstrahler erwärmen Personen und Flächen direkt per Strahlung. Die Wärme ist sofort da und bleibt auch bei Luftbewegung spürbar.

Für gezielte Wärme am Sitzplatz ist der elektrische Infrarotstrahler damit die praktischste Lösung.

Warum eine Infrarotheizung gut für die Terrasse geeignet ist

  • Direkte Wärme: Kurzwellige Infrarotstrahlung wirkt wie Sonnenwärme direkt auf Haut und Kleidung. Wind kühlt zwar die Luft, die Strahlungswärme kommt trotzdem an.
  • Sofort einsatzbereit: Anders als Heizpilze brauchen Infrarotstrahler keine Vorlaufzeit. Einschalten genügt, die Wärme ist in Sekunden spürbar.
  • Keine Abgase am Sitzplatz: Es entstehen vor Ort weder Verbrennungsgase noch Gerüche. Das erlaubt den Betrieb unter vielen Überdachungen, die Herstellerangaben zu Abständen gelten weiterhin.
  • Einfache Montage: Wand, Decke oder Standfuß plus Steckdose reichen aus.

Zur ehrlichen Einordnung gehört der Energiehunger: Das Umweltbundesamt bewertet Terrassenheizstrahler kritisch, weil sowohl Gas- als auch Elektrogeräte viel Energie für die Außenfläche aufwenden. Wer die Umwelt im Blick hat, heizt gezielt, kurz und nur am besetzten Sitzplatz.

Welche Infrarotheizungen für die Terrasse infrage kommen

  • Wand-Heizstrahler: Fest an der Hauswand montiert, platzsparend und sicher. Die erste Wahl für überdachte Terrassen mit festem Sitzbereich.
  • Decken-Heizstrahler: Unter Überdachung oder Pavillon montiert strahlen sie von oben auf den Tisch. Ideal, wenn die Wandflächen fehlen.
  • Stand-Heizstrahler: Mobil und flexibel, gut für offene Terrassen und wechselnde Sitzplätze. Sie brauchen einen stabilen, kippsicheren Stand.

Welcher Heizstrahler eignet sich am besten?

Für überdachte Terrassen sind Wand- oder Decken-Heizstrahler ideal, weil sie fest sitzen und keine Stellfläche kosten. Für offene Flächen oder flexible Nutzung eignet sich ein Stand-Heizstrahler. In jedem Fall muss das Gerät für den Außenbereich zugelassen sein, erkennbar an der IP-Schutzart.

Eigenschaften und Funktionen

  • Schutzart: Ab IP44 ist das Gerät gegen Spritzwasser geschützt. Für exponierte, unüberdachte Plätze sind höhere Schutzarten wie IP65 sinnvoll.
  • Kurzwellige Strahler: Auf der Terrasse kommen meist Infrarot-A-Strahler mit Quarz- oder Halogenröhre zum Einsatz. Sie liefern sofort intensive Wärme über mehrere Meter. Das sichtbare rote Glühen gehört bei dieser Bauart dazu, sogenannte Low-Glare-Modelle dimmen es ab.
  • Dimmstufen: Mehrere Leistungsstufen passen die Wärme an die Außentemperatur an und sparen Strom.
  • Fernbedienung oder App: Komfortabel, wenn der Strahler an Decke oder Wand außer Reichweite montiert ist.

Welche Leistung wird benötigt

  • Sitzgruppe 4 bis 6 Personen: 1.500 bis 2.000 Watt haben sich bewährt. Ein Strahler deckt je nach Montagehöhe etwa 8 bis 12 Quadratmeter ab.
  • Windige oder offene Lage: Eher 2.000 Watt oder zwei kleinere Strahler aus verschiedenen Richtungen.
  • Geschützte Nische oder kleiner Balkon: Oft reichen 1.200 bis 1.500 Watt.

Wichtig: Die Wärme wirkt nur im direkten Strahlungskegel. Lieber zwei Strahler über einer langen Tafel verteilen als einen einzelnen überdimensionieren.

Was ist bei der Installation zu beachten?

  • Schutzart prüfen: Mindestens IP44, bei direkter Bewitterung mehr.
  • Außensteckdose mit FI-Schutz: Der Stromkreis sollte über einen FI-Schutzschalter (RCD) abgesichert sein, wie er für Außensteckdosen vorgeschrieben ist. Verlängerungskabel nur in Außenqualität verwenden.
  • Montagehöhe: 2,2 bis 2,5 Meter über dem Boden, leicht auf die Sitzgruppe geneigt.
  • Abstände einhalten: Herstellerangaben zu Abständen von Markise, Holzdecke und Sonnenschirm beachten, üblich sind mindestens 30 bis 50 Zentimeter.
  • Fachbetrieb bei Festanschluss: Wer den Strahler fest verdrahtet oder eine neue Außenleitung braucht, beauftragt einen Elektrofachbetrieb.

Kosten

Anschaffungskosten: Einfache Stand- und Wandstrahler beginnen bei etwa 60 bis 150 Euro. Hochwertige Geräte mit Dimmstufen, Low-Glare-Röhre und hoher Schutzart kosten 200 bis 500 Euro.

Betriebskosten, Beispielrechnung: Ein 2.000-Watt-Strahler läuft an 60 Abenden pro Saison je 2 Stunden:

  • 2 kW x 2 Stunden = 4 kWh pro Abend
  • 4 kWh x 60 Abende = 240 kWh pro Saison
  • 240 kWh x 0,37 Euro = rund 89 Euro pro Saison

Gerechnet mit dem BDEW-Durchschnittsstrompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde (Stand April 2026). Pro Betriebsstunde sind das 74 Cent. Eigene Szenarien rechnet der Stromkosten-Rechner durch.

Was ist beim Kauf zu beachten?

  • Schutzart (IP): Das wichtigste Kriterium für den Außeneinsatz, mindestens IP44.
  • Prüfzeichen: CE ist Pflicht, GS oder TÜV geben zusätzliche Sicherheit.
  • Leistung und Stufen: Passend zur Fläche, idealerweise dimmbar.
  • Robuste Verarbeitung: Edelstahl- oder Aluminiumgehäuse halten Witterung stand.

Allgemeine Informationen über Infrarotheizungen

Infrarotstrahlung ist der unsichtbare, wärmende Teil des Lichtspektrums. Das Bundesamt für Strahlenschutz teilt sie nach Wellenlänge in Infrarot A, B und C ein. Terrassenstrahler arbeiten überwiegend mit kurzwelliger Infrarot-A-Strahlung, die über Distanz wirkt und sofort Wärme liefert. Infrarotheizungen für Innenräume setzen dagegen auf langwellige Infrarot-C-Strahlung, die Flächen sanft erwärmt.

Für drinnen und draußen gilt derselbe Grundsatz: Strahlungswärme wirkt auf Körper und Flächen statt auf die Luft. Im Außenbereich ist das die einzige Heizmethode, die überhaupt spürbar ankommt.

Infrarotheizung für die Terrasse kaufen

Die folgenden Produktvorschläge führen zu wetterfesten Heizstrahlern für Wand, Decke und Standfuß.

Alternativen

  • Gas-Heizpilze: Viel Wärmeleistung, aber Abgase, Gasflaschen-Handling und laut Umweltbundesamt hoher CO2-Ausstoß.
  • Feuerschalen: Stimmungsvoll, aber mit Funkenflug, Rauch und Aufsichtspflicht.
  • Decken und Wärmflaschen: Die sparsamste Lösung für kurze Abende, ersetzt aber keine Heizung für die ganze Sitzgruppe.

Fazit

Infrarot-Heizstrahler sind die praktischste Heizlösung für die Terrasse: sofort warm, ohne Abgase am Sitzplatz und gezielt auf die Sitzgruppe gerichtet. Entscheidend sind eine Schutzart ab IP44, 1.500 bis 2.000 Watt für den typischen Sitzbereich und eine Montagehöhe von gut 2,2 Metern. Wegen des hohen Strombedarfs gilt: bewusst einschalten, gezielt heizen und an milden Abenden dimmen.

Empfehlungen

#2
Empfehlung

Wand-Heizstrahler

  • Platzsparend an der Hauswand montiert
  • Ideal für überdachte Terrassen
#3
Empfehlung

Stand-Heizstrahler

  • Flexibel positionierbar
  • Ideal ohne feste Montage

Häufige Fragen

Welcher Infrarot-Heizstrahler eignet sich für die Terrasse?
Für überdachte Terrassen sind fest montierte Wand- oder Decken-Heizstrahler die beste Wahl. Auf offenen Flächen oder bei wechselnden Sitzplätzen ist ein Stand-Heizstrahler flexibler. Entscheidend ist eine Schutzart ab IP44, damit das Gerät Spritzwasser im Außenbereich verträgt.
Wie viel Watt braucht ein Heizstrahler auf der Terrasse?
Für einen Sitzplatz mit 4 bis 6 Personen haben sich 1.500 bis 2.000 Watt bewährt. Bei windiger, offener Lage oder größerem Abstand zwischen Strahler und Personen darf es mehr sein, bei geschützten Nischen reicht oft weniger. Pro Strahler werden etwa 8 bis 12 Quadratmeter Sitzbereich abgedeckt.
Was kostet ein Infrarot-Heizstrahler auf der Terrasse pro Stunde?
Ein 2.000-Watt-Strahler verbraucht 2 Kilowattstunden pro Stunde. Beim BDEW-Durchschnittsstrompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde (Stand April 2026) sind das 74 Cent pro Betriebsstunde. Dimmbare Geräte mit mehreren Stufen senken die Kosten an milden Abenden.
Ist ein elektrischer Heizstrahler besser als ein Gas-Heizpilz?
Elektrische Infrarotstrahler erzeugen vor Ort keine Abgase, heizen gezielter und dürfen anders als Gasgeräte auch unter vielen Überdachungen betrieben werden. Das Umweltbundesamt weist allerdings darauf hin, dass beide Varianten viel Energie verbrauchen. Wer klimabewusst handeln will, setzt Heizstrahler sparsam und gezielt ein.
In welcher Höhe wird ein Terrassen-Heizstrahler montiert?
Üblich sind 2,2 bis 2,5 Meter über dem Boden, leicht zur Sitzgruppe geneigt. So verteilt sich die Wärme über den Sitzbereich, ohne dass die Köpfe der Personen zu nah am Strahler sind. Der Mindestabstand zu brennbaren Materialien laut Herstellerangabe ist einzuhalten.

Quellen