Eine Infrarotheizung zu installieren ist kein Großprojekt: Bohrschablone an die Wand, Dübel setzen, Paneel einhängen, Stecker rein. Über die Heizwirkung entscheiden trotzdem Details wie Montagehöhe, Abstände und die Frage, wann eine Elektrofachkraft ranmuss.
Diese Anleitung führt durch Planung, Montage und Anschluss für Wand, Decke und Bad.
Vor der Montage: Drei Fragen klären
- Wo soll die Wärme ankommen? Infrarotstrahlung wirkt gerichtet. Das Paneel gehört deshalb mit freier Sicht auf Sofa, Schreibtisch oder Essplatz, optimal in 1 bis 2 Metern Entfernung (Richtwert des ADAC).
- Stimmt die Leistung? Die Faustregel: 50 Watt pro Quadratmeter bei guter, 70 bei mittlerer, 90 bei schlechter Dämmung, plus rund 10 Watt je Außenwand. Der Watt-Rechner rechnet das für Ihren Raum durch.
- Wand, Decke oder Boden? Die Wand ist am einfachsten, die Decke strahlt ungehindert über den ganzen Raum, die Fußbodenheizung liefert Komfortwärme von unten. Für wechselnde Einsatzorte gibt es Standgeräte ganz ohne Montage.
Die richtige Montagehöhe
Die häufigste Frage bei der Installation, und sie hängt von der Position ab:
- Wand: Bewährt ist eine Paneelmitte etwa auf Körperhöhe der Personen im Raum, je nach Nutzung 1,2 bis 1,8 Meter über dem Boden. Sitzbereiche vertragen eine tiefere Montage, Stehbereiche eine höhere. Unter 30 Zentimeter Bodenabstand sollte das Paneel nicht rutschen, dort staut sich die Wärme an Möbeln und Sockelleisten.
- Decke: Ideal sind Montagehöhen von etwa 2,2 bis 3 Metern. Darunter wird die Strahlung über Kopf unangenehm, darüber verliert sie an Wirkung. In hohen Räumen helfen Pendelabhängungen.
- Bad/Spiegel: Spiegelheizungen hängen wie ein normaler Badspiegel mit Oberkante auf etwa 1,90 bis 2 Metern.
Abstände und Sicherheit
Diese Regeln gelten für jede Bauform:
- 30 Zentimeter Mindestabstand zu Möbeln, Vorhängen und Teppichen (Faustregel laut Bosch Home Comfort).
- Hinterlüftung: Einige Zentimeter Luft zwischen Paneel-Rückseite und Wand, bei Holzwänden und Holzdecken mit Abstandshaltern.
- Niemals abdecken: Keine Handtücher, keine Wäsche auf dem Paneel. Die Oberflächen erreichen 80 bis 100 Grad.
- Überhitzungsschutz: Nur Geräte mit Abschaltautomatik, CE-Kennzeichnung und idealerweise GS- oder TÜV-Zeichen kaufen. Mehr dazu im Ratgeber zur Sicherheit von Infrarotheizungen.
- Traglast: Paneele wiegen 5 bis 20 Kilogramm. Bei Gipskarton und Leichtbauwänden Hohlraumdübel mit passender Traglast verwenden oder in der Unterkonstruktion verschrauben.
Schritt für Schritt: Wandmontage
So montieren Sie ein Wandpaneel in rund einer Stunde:
- Position anzeichnen: Bohrschablone (liegt fast immer bei) waagerecht ausrichten, Bohrpunkte markieren. Mit einem Leitungssucher prüfen, dass keine Strom- oder Wasserleitung in der Wand verläuft.
- Bohren und Dübeln: Passend zum Wandmaterial bohren, Dübel setzen. Fliesen mit Fliesenbohrer und Klebeband gegen Verrutschen.
- Halterung verschrauben: Wandhalterung oder Schienen montieren, Wasserwaage nutzen.
- Paneel einhängen: Gerät in die Halterung einsetzen und gegen Aushängen sichern (je nach System Klemm- oder Schraubsicherung).
- Anschließen: Stecker in eine eigene Steckdose, Thermostat dazwischensetzen, Probelauf starten. Nach der ersten Aufheizphase kann ein leichter Neugeruch auftreten, der verfliegt.
Die Deckenmontage läuft analog, nur mit Deckenhalterung oder Seilabhängung und einem zweiten Paar Hände.
Steckdose oder Festanschluss?
- Steckdose: Paneele bis etwa 2.000 Watt laufen an einer normalen Haushaltssteckdose. Wichtig: möglichst ein eigener Stromkreis ohne weitere Großverbraucher. Das ist die flexible Standardlösung, kombiniert mit einem Steckdosen- oder Funkthermostat.
- Festanschluss: Die Anschlussleitung verschwindet in einer Unterputzdose hinter dem Paneel. Sauberer Look, aber Arbeit für die Elektrofachkraft, ebenso wie jede Änderung an der Hausinstallation.
Sonderfall Bad: Schutzbereiche beachten
Im Badezimmer teilt die DIN VDE 0100-701 den Raum in Schutzbereiche ein. Vereinfacht:
- Bereich 0 und 1 (in und direkt über Wanne/Dusche): für Infrarotpaneele tabu beziehungsweise stark eingeschränkt.
- Bereich 2 (60 Zentimeter rund um Wanne und Dusche, bis 2,25 Meter Höhe): Geräte brauchen mindestens Schutzart IPX4, Schalter und Steckdosen sind hier nicht erlaubt.
- Außerhalb der Bereiche: Standardmontage möglich, fürs Bad empfiehlt sich trotzdem mindestens IP44.
Der Stromkreis muss über einen FI-Schutzschalter abgesichert sein. Die Zonenbewertung und den Anschluss übernimmt die Elektrofachkraft. Details zur Badheizung stehen im Ratgeber Infrarotheizung im Bad.
Sonderfall Fußboden
Heizfolien unter Laminat oder Fliesen folgen eigenen Regeln: druckfeste Verlegung, keine Überlappungen, Bodenfühler fürs Thermostat und zwingend der Anschluss durch eine Elektrofachkraft nach den VDE-Vorschriften, im Bad zusätzlich mit Verbundabdichtung. Die komplette Anleitung steht im Ratgeber Infrarot-Fußbodenheizung.
Nach der Montage: Steuerung einrichten
Erst das Thermostat macht die Installation komplett, sonst heizt das Paneel durch:
- Steckdosen-Thermostat für Steckergeräte, ab etwa 20 Euro.
- Funk- und WLAN-Thermostate messen die Temperatur am Aufenthaltsort und schalten präziser, smarte Modelle übernehmen Zeitpläne.
- co2online beziffert das Sparpotenzial programmierbarer Thermostate auf rund zehn Prozent der Heizkosten.
Den Stromverbrauch Ihrer fertigen Installation kalkulieren Sie mit dem Stromkosten-Rechner.
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