Ein Infrarot-Standgerät bringt Strahlungswärme dorthin, wo sie gerade fehlt: ins Homeoffice, die Mietwohnung, die Werkstatt oder das Gartenhaus. Es braucht keine Montage, nur eine Steckdose. Hier lesen Sie, welche Bauarten es gibt, wie viel Watt nötig sind und welche Sicherheitsmerkmale ein gutes Gerät auszeichnen.
Was ein Standgerät von der Wandheizung unterscheidet
Technisch arbeitet ein Standgerät wie jede Infrarotheizung: Es erwärmt mit Strahlung direkt Personen und Oberflächen statt der Raumluft. Den Wärmeeffekt auf der Haut beschreibt das Bundesamt für Strahlenschutz als Absorption der Strahlungsenergie in den oberen Hautschichten, derselbe Mechanismus wie bei Sonnenwärme.
Der Unterschied liegt im Einsatz. Statt fest an Wand oder Decke zu hängen, steht das Paneel auf Füßen oder Rollen. Das hat drei praktische Folgen:
- Keine Montage: Auspacken, Füße anschrauben, einstecken. Ideal für Mietwohnungen ohne Bohr-Erlaubnis.
- Flexibler Einsatz: Morgens im Bad, tagsüber im Homeoffice, abends im Wohnzimmer.
- Gezielte Wärme: Das Gerät strahlt genau auf den Sitz- oder Arbeitsplatz, statt den ganzen Raum zu erwärmen.
Der Preis der Flexibilität: Ein frei stehendes Paneel belegt Stellfläche, das Kabel liegt im Raum und die Strahlrichtung stimmt nur, wenn Sie das Gerät richtig positionieren.
Die drei Bauarten im Überblick
Paneel mit Standfüßen: Ein klassisches Heizpaneel, das mit ansteckbaren Füßen zum Standgerät wird. Viele Hersteller liefern die Füße als Zubehör; aus dem Standgerät wird später bei Bedarf eine Wandheizung. Typische Leistung: 300 bis 1000 Watt.
Säulen- und Turmgeräte: Schmale, hohe Geräte mit integriertem Thermostat, teils schwenkbar. Sie passen in Ecken und neben Schreibtische. Typische Leistung: 500 bis 1200 Watt.
Mobile Heizstrahler: Kurzwellige Strahler auf Stativ oder Standfuß, oft mit Schwenkkopf. Sie erzeugen sofort spürbare, intensive Wärme und eignen sich für Werkstatt, Bauphase oder überdachte Außenbereiche mit entsprechender IP-Schutzart. Für dauerhaftes Wohnraumheizen sind sie weniger gedacht.
Wie viel Watt braucht das Standgerät?
Das hängt vom Zweck ab. Für die punktuelle Wärme am Schreibtisch oder Sofa reichen 300 bis 500 Watt, weil die Strahlung direkt auf Sie wirkt. Soll das Gerät einen Raum vollständig temperieren, gilt die übliche Faustregel: 50 Watt pro Quadratmeter bei guter, 70 bei mittlerer und 90 bei schlechter Dämmung, plus 10 Watt je zusätzlicher Außenwand. Den genauen Bedarf liefert der Watt-Rechner.
Ein Rechenbeispiel für die Kosten beim Strompreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde (BDEW-Strompreisanalyse, Stand 04/2026):
| Leistung | Verbrauch pro Stunde | Kosten pro Stunde | 8 Stunden |
|---|---|---|---|
| 400 Watt | 0,4 kWh | 0,15 € | 1,18 € |
| 800 Watt | 0,8 kWh | 0,30 € | 2,37 € |
| 1200 Watt | 1,2 kWh | 0,44 € | 3,55 € |
Mit Thermostat taktet das Gerät und bleibt unter diesen Volllast-Werten. Verschiedene Szenarien rechnet der Stromkosten-Rechner durch. Beachten Sie: Standgeräte laufen praktisch immer mit normalem Haushaltsstrom; vergünstigte Heizstromtarife scheiden laut Verbraucherzentrale für steckerfertige Geräte aus.
Sicherheit: Darauf kommt es bei Standgeräten an
Frei stehende Heizgeräte haben zwei spezifische Risiken: Umkippen und Hitzestau. Gute Geräte begegnen beidem mit Technik:
- Kippschutz: Ein Lagesensor schaltet das Gerät ab, sobald es umfällt. Bei Haushalten mit Kindern oder Haustieren unverzichtbar.
- Überhitzungsschutz: Trennt die Stromzufuhr bei Hitzestau, etwa wenn ein Vorhang das Gerät verdeckt.
- GS-Zeichen oder TÜV-Prüfung: Belegt die geprüfte Gerätesicherheit.
- Standfestigkeit: Breite, schwere Füße statt wackliger Kunststoffbeine.
Dazu kommen Verhaltensregeln: Mindestens einen Meter Abstand zu Vorhängen, Möbeln und Bettzeug halten, das Gerät nie zum Wäschetrocknen nutzen und das Kabel so legen, dass niemand stolpert. Steckdosenleisten sind tabu; ab 800 Watt gehört der Stecker direkt in die Wandsteckdose.
Typische Einsatzorte
Standgeräte spielen ihre Stärke überall dort aus, wo feste Heizungen fehlen oder nicht reichen: im Homeoffice als Schreibtischwärme, im Hobbyraum und der Werkstatt, im Gartenhaus, beim Umbau oder als Übergangsheizung in der Mietwohnung. Auch für selten genutzte Gästezimmer ist die schnelle, gezielte Strahlungswärme praktischer als stundenlanges Vorheizen.
Wer dauerhaft denselben Raum heizt, fährt mit einer fest montierten Lösung besser. Ein Überblick über die Leistungsklassen: 800 Watt für mittlere Räume, 1000 und 1200 Watt für große Zimmer. Eine Übersicht aller Anbringungsarten gibt der Ratgeber Infrarotheizkörper.