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Funktionsweise und Hintergründe der Infrarotheizung

Die meisten Heizsysteme arbeiten mit fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Kohle, um die Luft in der Umgebung zu erwärmen. Diese warme Luft gibt die Wärme dann an den Menschen ab. Infrarotheizungen funktionieren hingegen völlig anders: Sie arbeiten – ähnlich wie die Sonne – mit Wärmestrahlung, sodass Personen, Möbelstücke und Zimmerwände direkt erwärmt werden.

Im Folgenden Beitrag stellen wir die Unterschiede zwischen den einzelnen Heizsystemen vor und beleuchten deren Vor- und Nachteile.

Welche Arten der Wärmeübertragung gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man drei Möglichkeiten, um die Wärme zu übertragen: Die Wärmeleitung, Wärmeströmung (auch als Konvektion bezeichnet) und die Wärmestrahlung (Wärmewellen durch Infrarot).

Wärmeleitung

Die Wärmeleitung spielt in der Heiztechnik eine untergeordnete Rolle. Sie bezeichnet die Übertragung der Wärme durch einen Körper hindurch von Bereichen mit hoher Temperatur in Bereiche mit niedrigerer Temperatur.

  • Es kommt bei den sogenannten Konvektionsheizungen zu einer permanenten Luftzirkulation im Raum: Die warme Luft steigt nach oben und die kalte Luft sinkt nach unten.
  • Dies führt zu einigen Nachteilen, denn der Energieverlust ist hoch, es kommt zu Staubaufwirbelungen und einer trockenen Raumluft.
  • Insgesamt wird das Raumklima also eher negativ beeinflusst.

Wärmeströmung

Für traditionelle Heizsysteme wird die Wärmeströmung eingesetzt. Diese sogenannte Konvektion bezeichnet den Prozess der Erwärmung der Luft und ihren Transport durch den Raum.

  • Dies funktioniert nur, wenn ein Druck- oder Temperaturgefälle erzeugt wird.
  • Zwischen dem Fußboden und der Decke können bei Konvektionsheizungen Temperaturunterschiede von bis zu 9 Grad Celsius herrschen.
  • Oft erzeugen diese Heizungen eine trockene Luft und wirbeln viel Staub auf.

Wärmestrahlung

Bei der Wärmestrahlung kommt es nicht zu einem Lufttransport, weil die Strahlung nicht von einem Träger wie etwa der Luft abhängt.

  • Ebenso wie das Sonnenlicht wandelt der Körper die Infrarotstrahlung, die auf die Haut auftrifft, sofort in Wärme um.
  • Auch die Möbelstücke, der Boden und die Wände nehmen eine höhere Temperatur an und geben diese an die Umgebung weiter.
  • Es kommt nicht zu einer Luftumwälzung. Zudem wird die relative Luftfeuchtigkeit durch Wärmestrahlung kaum verändert.
  • Auf diese Weise lässt sich die Raumtemperatur bei gleichem subjektivem Wärmeempfinden um bis zu 3 Grad Celsius senken.

Was muss bei Wärmestrahlung beachtet werden?

Die Infrarotstrahlung besteht aus elektromagnetischen Wellen. Diese sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.

  • Strahlungsarten: Man unterscheidet langwellige IR-C Strahlung, die nur 0,3 Millimeter tief in die Haut eindringen kann, mittelwellige IR-B Strahlung und kurzwellige IR-A Strahlung. Letztere gelangt bis zu fünf Millimeter tief in unseren Körper.
  • Vorteile der IR-Strahlung: Die Strahlung der Infrarot-Heizung ist gut für die Durchblutung, lindert Rückenschmerzen und wirkt sich positiv bei Muskelbeschwerden aus. Auch Asthmatiker und Allergiker profitieren von der Infrarotheizung, weil es durch den fehlenden Lufttransport nicht zu einer großen Staubaufwirbelung kommt.
  • Kosten und Umwelt: Allerdings ist es wichtig, mit der IR-Heizung korrekt zu heizen, um sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt zu schonen.

Tipps für die Anwendung

Eine korrekte Anwendung der IR-Heizung ist das A und O. Sinnvoll ist, die Heizung nachts oder beim Verlassen der Wohnung nicht zurückzudrehen, sondern die eingestellte Temperatur unverändert zu lassen. Andernfalls kühlt das Mauerwerk zu stark aus, sodass ein hoher Energieaufwand erforderlich ist, um wieder die gewünschte Temperatur zu erreichen. Muss hingegen nur eine feste Temperatur gehalten werden, so benötigt die IR-Heizung dafür wenig Energie und ist kostengünstig im Betrieb.

Ebenso wichtig ist der Montageort der IR-Heizung. Sie muss so installiert werden, dass sie ihre Wärmestrahlung ungehindert abgeben kann. Eine Deckenmontage ist daher oft besonders effizient.

Vor- und Nachteile von Infrarot-Heizungen

Infrarotheizungen haben eine Vielzahl an Vorteilen. Für dieses Heizsystem sprechen unter anderem folgende Aspekte:

  • Hohe Lebensdauer
  • Sehr gute Sicherheit
  • Sauberer Einsatz ohne Ruß oder Abgase
  • Einfache Installation
  • Allergikerfreundlich
  • Platzsparend

Wenn Sie die IR-Heizung korrekt verwenden, ist sie kostengünstig. Nur, wenn Sie die falsche Dimensionierung wählen, entstehen hohe Kosten. Ob die Infrarotheizung umweltfreundlich ist, entscheidet die Art des Stroms: Wählen Sie Ökostrom, um die Umwelt zu schonen.

Arten von Infrarotheizungen

Wenn Sie sich für Infrarotheizungen entscheiden, stehen verschiedene Arten zur Auswahl:

Welche Variante am besten geeignet ist, richtet sich nach Ihren Anforderungen, den räumlichen Gegebenheiten und Ihrem persönlichen Geschmack.

Preisvergleich: Infrarotheizung teurer als normale Heizung?

Die Infrarotheizung ist eine Elektroheizung. Der Preis, den Sie für eine Kilowattstunde Strom zahlen, ist deutlich höher als bei anderen Energieträgern wie Gas, Öl, Holz oder Pellets.

  • Allerdings sind die Anschaffungskosten für eine Infrarotheizung sehr gering. Sie liegen zwischen 300 und 1200 Euro. Andere Heizsysteme wie etwa eine Wärmepumpe kosten hingegen bis zu 20.000 Euro.
  • Die Betriebskosten für die IR-Heizung hängen stark vom Standort, den Fenstern, den Außenwänden und der Dämmung ab. Wenn Sie das Thermostat nicht unnötig warm einstellen, vermeiden Sie hohe Stromkosten und können sogar günstiger heizen als mit Öl, Holz oder Gas.
  • Bei Saunen gibt es die Möglichkeit eine Infrarotkabine, statt einer konventionellen Sauna zu wählen. Auch hier sind die Preise der Anschaffung niedriger als bei normalen Saunen und man kann von der positiven Wirkung der IR-Strahlen nutzen.

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