Infrarotgrill: Varianten, Vor- und Nachteile & Grill-Vergleich

Infrarotgrill: Varianten, Vor- und Nachteile & Grill-Vergleich

Ein Infrarotgrill arbeitet, wie der Name andeutet, mit Infrarotstrahlung und nicht wie traditionelle Holzkohle- und Gasgrills überwiegend mit Konvektionswärme. Nicht nur im privaten Bereich sind diese Grills gefragt, auch in der Gastronomie sind sie verbreitet, vor allem als Oberhitzegrill für Steaks.

Lesen Sie hier, wie die IR-Grills funktionieren, wo ihre echten Stärken liegen und welche Varianten es beim Kauf zu unterscheiden gilt.

Infrarotgrill-Vergleich mit Holz- & Gasgrills: 5 wesentliche Unterschiede

Ein Infrarotgrill unterscheidet sich maßgeblich von herkömmlichen Grillformen, weil er nicht primär mit Konvektionswärme (heißer Luft) arbeitet, sondern mit Strahlungswärme.

1. Strahlungswärme statt Erhitzung der Luft

Während klassische Grills vor allem die Luft erwärmen, die dann das Grillgut umströmt, wirkt beim IR-Grill die Strahlung direkt auf die Oberfläche des Grillguts.

  • Das Prinzip ist dasselbe wie bei der Sonne: Strahlung erwärmt erst den Körper, auf den sie trifft, nicht die Luft dazwischen. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt genau diese Wirkung von Infrarotstrahlung: Energie wird absorbiert und in Wärme umgewandelt.
  • Dadurch geht weniger Energie an die Umgebung verloren und die Hitze steht nach kurzer Aufheizzeit direkt am Rost zur Verfügung.

2. Höhere Temperaturen: Kruste wie im Steakhouse

Beim Grillen mit IR-Brennern erreicht die Oberfläche des Grillguts deutlich höhere Temperaturen als auf vielen klassischen Grills.

  • Gasbetriebene Infrarot- und Oberhitzegrills schaffen 650 bis über 800 Grad Celsius. Bei dieser Hitze bildet sich in ein bis zwei Minuten pro Seite eine kräftige Röstkruste, während der Kern saftig bleibt.
  • Auch elektrische Oberhitzegrills erreichen inzwischen bis etwa 850 Grad. Einfache Elektro-Tischgrills mit IR-Strahler bleiben darunter, grillen aber immer noch schneller als klassische Heizschlangen-Geräte.

3. Weniger Fett in der Glut, weniger Rauch

Im direkten Vergleich zu Holzkohlegrills entsteht beim IR-Grill spürbar weniger Qualm.

  • Beim Holzkohlegrill tropft Fett in die Glut und verbrennt. Dabei können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen, die sich über den Rauch auf dem Grillgut ablagern. Mehrere dieser Verbindungen gelten laut Bundesinstitut für Risikobewertung als krebserzeugend.
  • Beim Oberhitzegrill sitzt der Brenner über dem Grillgut, Fett tropft also nicht in die Hitzequelle, sondern in eine Auffangschale. Bei Geräten mit untenliegendem IR-Brenner verhindern Grillschalen das Abtropfen.
  • Viele elektrische IR-Grills sind deshalb auch für den Innen-Einsatz geeignet. Ganz „gesund” wird Gegrilltes dadurch nicht automatisch: Verkohlte Stellen sollten Sie weiterhin großzügig wegschneiden.

4. Energiesparender als klassische Gasgrills

Der Infrarotbrenner nutzt die eingesetzte Energie effizient, weil die Strahlung direkt am Grillgut ankommt, statt große Luftmengen zu erhitzen.

  • Die Aufheizzeit ist kurz: Oberhitzegrills sind in zwei bis vier Minuten einsatzbereit, ein Holzkohlegrill braucht 30 bis 45 Minuten bis zur stabilen Glut.
  • Die Garzeit verkürzt sich bei hohen Temperaturen ebenfalls deutlich, gerade bei Steaks und Gemüse. Das spart Gas bzw. Strom, weil der Grill schlicht kürzer läuft.

5. Mehr Kontrolle, aber kein Raucharoma

In puncto Handhabung unterscheidet sich der IR-Grill ebenfalls von anderen Grillformen.

  • Es gibt keine offene Glut und keine Fettbrand-Flammen am Grillgut, die Hitze lässt sich über den Regler dosieren. Elektrische Geräte kommen ganz ohne Brennstoff aus.
  • Der Preis dafür: Das typische Raucharoma der Holzkohle fehlt. Wer den Geschmack will, muss mit Räucherchips oder einer Kombination aus Grillzonen arbeiten.

Vor- und Nachteile von Infrarotgrills im Überblick

Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Grills mit Infrarottechnologie zusammengefasst.

Die Vorteile:

  • Sehr hohe Temperaturen für Röstkruste und kurze Garzeiten
  • Kurze Aufheizzeit von wenigen Minuten
  • Weniger Fett in der Hitzequelle, dadurch weniger PAK-belasteter Rauch
  • Effiziente Energienutzung, weil die Strahlung direkt wirkt
  • Kein Anfeuern, keine Asche, einfache Reinigung
  • Elektrische Modelle teils für drinnen geeignet
  • Gute Dosierbarkeit der Hitze über Regler

Dem stehen einige Nachteile gegenüber:

  • Höherer Anschaffungspreis als bei einfachen Grills gleicher Größe
  • Kein klassisches Holzkohle-Raucharoma
  • Sehr hohe Temperaturen erfordern Aufmerksamkeit: Grillgut verbrennt in Sekunden statt Minuten
  • Einfache Elektro-IR-Tischgrills erreichen keine Steakhouse-Temperaturen

Wenn Sie vor allem Steaks, Burger und Gemüse schnell und kontrolliert grillen möchten, sind Sie mit einem IR-Grill gut beraten.

Checkliste: 3 Varianten beim Kauf

1. Gas- oder Elektro-Infrarotgrill

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Elektro- und Gas-Infrarotgrills.

  • Gasbetriebene Geräte gibt es als reine Oberhitzegrills (Brenner oben, 800 Grad) und als klassische Gasgrills mit zusätzlicher Infrarot-Steakzone oder vollflächiger IR-Platte über den Brennern.
  • Strombetriebene IR-Grills reichen vom kompakten Tischgrill mit Strahler bis zum elektrischen Oberhitzegrill mit bis zu 850 Grad. Sie brauchen nur eine Steckdose und eignen sich für Balkon und teils für die Küche. Beachten Sie dort die Hinweise zur Sicherheit von Infrarot-Elektrogeräten.
  • Kombigeräte mit regelbarer Ober- und Unterhitze eignen sich zusätzlich zum Überbacken, Warmhalten und Gratinieren.

2. Wahl des Materials

Eine wichtige Rolle bei der Auswahl spielt das Material.

  • Stabil und langlebig sind Gehäuse aus Edelstahl; bei Rosten haben sich Edelstahl und Gusseisen bewährt, Gusseisen speichert die Hitze besser.
  • Beim Brenner dominiert Keramik, weil sie den hohen Temperaturen dauerhaft standhält und die Strahlung gleichmäßig abgibt. Hochwertige Geräte nutzen Keramikbrenner mit vielen kleinen Flammenöffnungen.

3. Die richtige Größe

Wichtig ist auch die passende Größe.

  • Oberhitzegrills sind auf wenige Portionen ausgelegt: Ein bis zwei Steaks passen gleichzeitig hinein. Für die Familie brauchen Sie entweder Geduld oder einen großen Gasgrill mit IR-Zone.
  • Kompakte Tischgrills für bis zu fünf Personen sind preiswerter und platzsparend, erreichen aber niedrigere Temperaturen.
  • Sehr große IR-Grills richten sich an die Gastronomie und sind für Privathaushalte meist überdimensioniert.

Infrarotgrill kaufen

Elektrische Oberhitzegrills beginnen bei etwa 100 bis 150 Euro, gasbetriebene 800-Grad-Grills kosten je nach Marke 150 bis über 800 Euro, Gasgrills mit IR-Steakzone starten bei rund 400 Euro. Ein Blick auf das Angebot lohnt sich, die Preisspanne je Kategorie ist groß.

Welche Hersteller gibt es auf dem Markt?

Wer einen IR-Grill kaufen möchte, trifft vor allem auf diese Namen:

  1. Beefer hat die 800-Grad-Oberhitzegrills in Deutschland bekannt gemacht und gilt als Original dieser Geräteklasse.
  2. Otto Wilde aus Düsseldorf bietet mit dem O.F.B. einen vielfach besprochenen Oberhitzegrill mit feiner Höhenverstellung.
  3. Char-Broil verbaut seine Tru-Infrared-Technik (IR-Platte zwischen Brenner und Rost) in vielen Gasgrill-Serien.
  4. Napoleon stattet seine Gasgrills mit Infrarot-Sizzle-Zonen aus Keramikbrennern aus.
  5. Klarstein und Severin bieten elektrische Oberhitze- und Tischgrills im Einsteiger- bis Mittelklasse-Segment.

Kann man einen IR-Grill selber bauen?

Im Internet kursieren Anleitungen, bei denen ein Infrarot-Gasbrenner in ein Gehäuse gesetzt wird. Wir raten Laien davon ab. Bei 650 bis 800 Grad Celsius müssen Materialien, Abstände und die Gasinstallation exakt stimmen, sonst drohen Brand- und Verpuffungsgefahr. Fertige Geräte sind geprüft und inzwischen auch im Einsteigerbereich erschwinglich.

Die Infrarottechnik spielt ihre Stärken immer dann aus, wenn hohe, direkt wirkende Hitze gefragt ist. Das gilt am Rost genauso wie in der Küche, etwa beim Infrarot-Kochfeld, das nach demselben Strahlungsprinzip arbeitet.

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Infrarot-Tischgrill elektrisch

  • Kompakt für Balkon & Terrasse
  • Für den Indoor-Einsatz geeignet
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Gas-Infrarotgrill mit Steakzone

  • Besonders hohe Hitze
  • Energiesparend

Häufige Fragen

Was ist ein Infrarotgrill?
Ein Infrarotgrill gart das Grillgut über Strahlungswärme statt über heiße Luft. Gasmodelle nutzen dafür Keramik- oder Edelstahlbrenner, Elektromodelle Heizstrahler. Oberhitzegrills dieser Bauart erreichen 650 bis über 800 Grad Celsius und sind auf Steaks spezialisiert.
Wie heiß wird ein Infrarotgrill?
Je nach Bauart sehr unterschiedlich: Infrarot-Tischgrills und Steakzonen in Gasgrills erreichen 500 bis 800 Grad Celsius, spezielle Oberhitzegrills teils mehr. Elektrische Oberhitzegrills schaffen heute ebenfalls bis etwa 850 Grad. Einfache Elektro-Tischgrills mit IR-Strahler bleiben deutlich darunter.
Ist Grillen mit Infrarot gesünder?
Es kann Vorteile haben: Da das Grillgut nicht über offener Glut liegt, tropft weniger Fett in eine Flamme, wodurch weniger polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen können. Verkohlte Stellen sollten Sie trotzdem großzügig wegschneiden, das empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung generell.
Was kostet ein Infrarotgrill?
Elektrische Oberhitzegrills beginnen bei etwa 100 bis 150 Euro, gasbetriebene 800-Grad-Grills kosten je nach Marke 150 bis über 800 Euro. Gasgrills mit zusätzlicher Infrarot-Steakzone starten bei rund 400 Euro.
Welche Hersteller bieten Infrarotgrills an?
Bekannt sind unter anderem Beefer (Pionier der 800-Grad-Grills), Otto Wilde, Char-Broil mit der Tru-Infrared-Technik, Napoleon mit Sizzle-Zone-Brennern sowie Klarstein und Severin bei elektrischen Geräten.

Quellen