Ein Infrarot-Massagegerät wärmt Haut und oberflächennahe Muskulatur und lockert sie zusätzlich mechanisch durch Vibration oder Knetmassage. Die Wärme erreicht laut Bundesamt für Strahlenschutz höchstens die Unterhaut, tiefere Schichten erwärmen sich nur indirekt. Das genügt für Verspannungen in Nacken, Schultern und Rücken, ersetzt aber keine Behandlung. Hier lesen Sie, wie die Geräte funktionieren, wann sie ungeeignet sind und worauf Sie beim Kauf achten.
Was ist ein Infrarot-Massagegerät und wie funktioniert es?
Ein Infrarot-Massagegerät ist ein elektrisches Heimgerät, das Infrarot-Wärme mit einer mechanischen Massage kombiniert. Der IR-Strahler sitzt im Massagekopf und erwärmt die Haut direkt. Die Infrarotstrahlung wird dort absorbiert und in Wärme umgewandelt.
Für die richtige Erwartung gilt: Selbst kurzwellige IR-A-Strahlung dringt laut BfS nur bis in die Unterhaut ein. Tiefere Gewebeschichten erreicht die Wärme durch Wärmeleitung und die gesteigerte Durchblutung. Werbeaussagen, die Wärme dringe „tief in die Faszien” ein, überzeichnen das.
Die mechanische Massage übernimmt je nach Bauform ein Vibrationsmotor oder rotierende Massageköpfe. Die Energieversorgung läuft über Akku, Batterien oder Netzkabel.
| Bauform | Typische Einsatzstelle | Mechanik |
|---|---|---|
| Handgerät mit Aufsätzen | ganzer Körper, flexibel | Vibration |
| Shiatsu-Massagekissen | Nacken, Schultern, Rücken | rotierende Massageköpfe |
| Massageauflage | Rücken im Sessel | Vibration oder Knetmassage |
| Fußmassagegerät | Füße | Knet- oder Druckmassage |
Wer am ganzen Körper Verspannungen hat, ist mit einem Handgerät flexibel. Für eine feste Problemzone wie den Nacken ist ein Kissen mit zuschaltbarer Wärme bequemer, weil es ohne eigene Handarbeit funktioniert.
Wirkung einer IR-Massage gegenüber einer normalen Massage
Bei der rein mechanischen Massage steht der Druck im Vordergrund, bei der IR-Massage die Wärme. Das BfS beschreibt für Infrarotstrahlung zwei belegte Effekte. Sie kann die lokale Durchblutung fördern und die Muskelspannung senken. Traditionell setzt die Medizin sie deshalb bei Muskelschmerzen und Verspannungen ein.
Die Pharmazeutische Zeitung erklärt den Mechanismus so. Erwärmt sich ein Hautbereich über die Körperkerntemperatur, erhöht der Körper dort die Blutzirkulation. Das verbessert die Zufuhr von Sauerstoff und den Abtransport von Stoffwechselprodukten. Auch die Schmerzschwelle kann sich unter Wärmeeinfluss verändern.
Diese Effekte betreffen vor allem oberflächennahes Gewebe. Ein Heimgerät ersetzt weder Diagnose noch Therapie.
Vor- und Nachteile gegenüber der mechanischen Massage
Die Kombination aus Wärme und Mechanik hat mehrere Vorteile.
- Die Wärme entspannt die Muskulatur vor, sodass die mechanische Massage angenehmer wirkt.
- Die gesteigerte Durchblutung begleitet den Wärmereiz, den viele Anwender als wohltuend empfinden.
- Ein reiner Vibrationsmotor bietet diesen Wärmereiz nicht.
Dem stehen zwei Nachteile gegenüber. Geräte mit IR-Funktion sind meist teurer als vergleichbare Modelle ohne Wärme. Und die Anwendung verlangt mehr Aufmerksamkeit, weil Wärme nicht für jeden und nicht in jeder Situation geeignet ist.
Worauf beim Kauf eines IR-Massagegeräts achten?
Die Modelle unterscheiden sich in Funktionsumfang und Handhabung erheblich. Prüfen Sie vor dem Kauf diese Punkte.
- Bedienung. Ein Handgerät sollte sich mit einer Hand führen lassen, auch am eigenen Rücken. Die Tasten müssen während der Massage erreichbar sein.
- Wärme getrennt regelbar. Das Wärmeempfinden ist individuell sehr verschieden. Wärme und Massagestärke getrennt zu steuern ist deshalb klar im Vorteil.
- Lautstärke. Vibrationsmotoren können laut sein. Nutzerbewertungen verraten, ob das Gerät beim Entspannen stört.
- Sicherheit. Timer oder automatische Abschaltung und ein Überhitzungsschutz sollten in der Produktbeschreibung stehen.
- Lieferumfang. Aufsätze oder eine Transporttasche sind bei Handgeräten nützlich.
Die Preisspanne reicht von einfachen Handgeräten bis zu Massageauflagen im Profisegment. Gut beraten sind Sie mit einem Gerät eines etablierten Herstellers, zu dem es ausreichend echte Erfahrungsberichte gibt. Beurer, Medisana und Sanitas führen Handgeräte, Shiatsu-Kissen und Auflagen mit zuschaltbarer Wärme im Sortiment.
Anwendungsbereiche der IR-Massage
Die Wärme eines Infrarot-Massagegeräts wird typischerweise eingesetzt.
- bei Muskelverspannungen in Nacken, Schultern und Rücken,
- bei Muskelkater und allgemeinem Spannungsgefühl nach Belastung,
- zur Entspannung am Abend.
Bei Arthrose empfinden manche Betroffene Wärme als angenehm. Klären Sie das vorab mit Ihrem Arzt, denn bei entzündlich aktivierten Gelenken ist Wärme ungeeignet. Anhaltende oder zunehmende Schmerzen gehören in ärztliche Abklärung.
Wann sollte das IR-Massagegerät nicht eingesetzt werden?
Die Pharmazeutische Zeitung nennt Infrarot-Bestrahlung als kontraindiziert bei schweren Herzerkrankungen, akuten Entzündungen, Gerinnungsstörungen und Thrombosen sowie schwerem Diabetes mellitus. Streng genommen gelten diese Gegenanzeigen für höhergradige Hyperthermien, Hersteller empfehlen sie aber sicherheitshalber auch für milde Geräte. Verwenden Sie das Gerät außerdem nicht.
- bei Fieber und akuten Infekten,
- bei frischen Verletzungen, dann kühlen statt wärmen,
- auf Hautarealen mit Ausschlägen, Wunden oder Sensibilitätsstörungen.
Wer Schmerzmittel in hoher Dosierung einnimmt, spürt Überhitzung unter Umständen nicht und sollte besonders auf den Abstand zur Wärmequelle achten. Schwangere besprechen die Anwendung vorab mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.
Das BfS warnt außerdem, dass hohe Wärmebelastungen durch intensive Infrarotbestrahlung den Wärmehaushalt des Gesamtorganismus stören können. „Viel hilft viel” ist bei Wärme der falsche Ansatz. Halten Sie sich an die Anwendungsdauer, die der Hersteller Ihres Geräts angibt.
Was ist Shiatsu und wie lässt es sich mit der IR-Massage kombinieren?
Shiatsu bedeutet wörtlich „Fingerdruck” und stammt aus Japan. Dabei lockern Handballen, Daumen oder Ellenbogen verspannte Partien durch Druck.
Shiatsu-Massagekissen für zu Hause ahmen das mit rotierenden Massageköpfen nach, die sich kreisend in die Muskulatur arbeiten. Bei vielen Modellen lässt sich Infrarot-Wärme zuschalten, dann leuchten die Massageköpfe rötlich und erwärmen das Gewebe während der Knetmassage.
Wer Wärme großflächiger und ohne Mechanik nutzen möchte, findet im Ratgeber zur Infrarotlampe die Variante mit Strahler auf Abstand, und im Beitrag zur Wirkung von Infrarotwärme in der Kabine die Ganzkörper-Version. Weitere Einsatzgebiete der Technik zeigt der Überblick zu den Einsatzgebieten von Infrarotstrahlung.


