Infrarotsauna bei Schwangerschaft, für Kinder, Senioren & Kranke?

Ältere Person entspannt sich in einer Infrarotkabine

Die Infrarotkabine arbeitet mit 40 bis 60 Grad und belastet den Kreislauf weniger als eine heiße Sauna. Trotzdem ist sie nicht für jeden geeignet. Für Schwangere, Kinder, Senioren und Menschen mit bestimmten Erkrankungen gelten eigene Regeln. Dieser Beitrag ordnet sie nach seriösen Quellen ein.

Wichtig vorweg: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen und in der Schwangerschaft klären Sie die Nutzung immer vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

In der Schwangerschaft: im Zweifel verzichten

Hier ist die Quellenlage uneinheitlich, deshalb gilt das Vorsichtsprinzip. Die Apotheken Umschau empfiehlt Schwangeren ausdrücklich, auf Infrarotkabinen zu verzichten. Der Grund ist der Schutz vor einer Überwärmung des Körpers.

Maßgeblich ist die Körperkerntemperatur. Ein systematischer Review im British Journal of Sports Medicine nennt eine Kerntemperatur ab 39 Grad Celsius als Schwelle, ab der in der Frühschwangerschaft ein Risiko für das Kind entstehen kann. Dieselbe Auswertung zeigt aber auch: Bei kurzen Saunagängen von bis zu 20 Minuten überschritt keine der untersuchten Frauen diesen Wert. Da die Infrarotkabine kühler ist als eine finnische Sauna, ist das Risiko einer kritischen Überwärmung gering.

Aus dieser Mischung folgt eine klare Empfehlung: Im Zweifel verzichten, in jedem Fall vorab mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt sprechen. Wenn ärztlich nichts dagegen spricht, gilt: kurze Sitzungen, niedrige Temperatur, ausreichend trinken und die Kabine bei Unwohlsein sofort verlassen.

Für Kinder: niedrige Temperatur, kurze Dauer

Da die Wärme schonender ist als in einer echten Sauna, dürfen auch Kinder eine Infrarotkabine nutzen. Ab welchem Alter, legen die Hersteller unterschiedlich fest. Viele nennen etwa drei Jahre als Richtwert. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller nach.

Für Kinder gelten engere Grenzen als für Erwachsene:

  • Stellen Sie die Temperatur niedrig ein, höchstens 35 Grad Celsius.
  • Begrenzen Sie den Aufenthalt auf etwa 15 Minuten.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob dem Kind zu warm wird, etwa durch Fühlen der Stirn.
  • Gehen Sie nur mit, wenn das Kind freiwillig möchte, und passen Sie Dauer und Wärme an seine Bedürfnisse an.

Ein Buch oder ein Stofftier hilft, dass sich das Kind ruhig beschäftigt und die Kabine in guter Erinnerung behält.

Für Senioren: gut geeignet, aber mit Vorbehalt

Viele ältere Menschen vertragen die hohe Hitze einer finnischen Sauna nicht mehr gut. Die Infrarotkabine ist hier eine schonende Alternative, weil die Temperatur um die 35 bis maximal 50 Grad liegt und der Körper über Strahlung statt über heiße Luft erwärmt wird. Das belastet den Kreislauf weniger.

Voraussetzung ist, dass keine Erkrankung dagegenspricht. Bestehen Vorerkrankungen, vor allem am Herz-Kreislauf-System, sollte die Nutzung vorab ärztlich abgeklärt werden. Bei der richtigen Anwendung gilt für Senioren wie für alle: auf den eigenen Körper hören und bei Unwohlsein die Kabine verlassen.

Bei Krankheit: in diesen Fällen verzichten

Trotz der milden Wärme gibt es Situationen, in denen die Infrarotkabine nicht ratsam ist. Verzichten Sie bei:

  • Fieber, akuten Entzündungen und Infektionen
  • Thrombosen und Blutgerinnungsstörungen
  • unbehandeltem Bluthochdruck und akuten Kreislaufproblemen
  • frischen Verletzungen oder offenen Wunden

Bei Herz-Kreislauf-Beschwerden ist die Nutzung nur nach ärztlicher Absprache ratsam. Auch bei der Einnahme von Medikamenten, die das Wärmeempfinden oder die Schmerzwahrnehmung beeinflussen, ist Vorsicht geboten. Wer ein Schmerzpflaster trägt, sollte nicht in die Kabine, da eine Überhitzung sonst unbemerkt bleibt. Nach Alkohol, Drogen, einem Solariumbesuch oder einem ausgiebigen Sonnenbad ist die Infrarotanwendung ebenfalls tabu.

Bahnt sich lediglich eine leichte Erkältung an, ohne Fieber und ohne Abgeschlagenheit, ist ein kurzer Aufenthalt meist unproblematisch. Sobald Fieber oder stärkere Symptome dazukommen, gilt: Ruhe statt Wärmekabine.

Was die Wärme leisten kann

Für gesunde Erwachsene wirkt die Infrarotwärme durchblutungsfördernd und muskelentspannend. Diese Wirkung ist gut belegt und kann bei Verspannungen und Muskelschmerzen helfen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Wirkung der Infrarotkabine. Weiter reichende Heilversprechen sind dagegen nicht ausreichend belegt. Wer krank ist, spricht vor der Nutzung mit dem Arzt.

Empfehlungen

#2
Empfehlung

Infrarot Fieberthermometer

  • Kontaktlose Temperaturkontrolle
  • Praktisch für Kinder und Senioren
#3
Empfehlung

Sauna Thermo-Hygrometer

  • Behält Temperatur und Zeit im Blick
  • Hilft, die Anwendungsdauer sicher zu halten

Häufige Fragen

Darf man in der Schwangerschaft in die Infrarotkabine?
Die Apotheken Umschau empfiehlt Schwangeren, auf Infrarotkabinen zu verzichten. Hintergrund ist der Schutz vor Überwärmung. Eine Körperkerntemperatur ab 39 Grad gilt in der Frühschwangerschaft als kritisch. Studien zeigen zwar, dass kurze Saunagänge diesen Wert meist nicht erreichen, dennoch ist Vorsicht angebracht. Sprechen Sie vor einer Nutzung mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Ab welchem Alter dürfen Kinder in die Infrarotkabine?
Viele Hersteller nennen etwa drei Jahre als Richtwert, die Angaben unterscheiden sich aber. Stellen Sie die Temperatur niedrig ein, höchstens 35 Grad, und begrenzen Sie den Aufenthalt auf etwa 15 Minuten. Prüfen Sie regelmäßig, ob dem Kind zu warm wird, und gehen Sie nur mit, wenn das Kind freiwillig möchte.
Ist die Infrarotkabine für Senioren geeignet?
Grundsätzlich ja, weil die niedrigen Temperaturen den Kreislauf weniger belasten als eine heiße finnische Sauna. Bestehen Vorerkrankungen, vor allem am Herz-Kreislauf-System, sollte die Nutzung vorab ärztlich abgeklärt werden.
Bei welchen Krankheiten sollte man die Infrarotkabine meiden?
Bei Fieber, akuten Entzündungen, Infektionen, Thrombosen, Blutgerinnungsstörungen und unbehandeltem Bluthochdruck. Bei Herz-Kreislauf-Beschwerden ist die Nutzung nur nach ärztlicher Absprache ratsam. Auch bei Einnahme bestimmter Medikamente ist Vorsicht geboten, da das Wärmeempfinden gestört sein kann.
Darf man mit Herzschrittmacher in die Infrarotkabine?
In der Regel ist das kein Problem, da die Körpertemperatur in der Kabine nur leicht ansteigt und moderne Implantate dafür ausgelegt sind. Klären Sie es zur Sicherheit dennoch vorab mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen ab.

Quellen