Infrarotheizung, Konvektor, Ölradiator und Heizlüfter verbrauchen für dieselbe Wärmemenge gleich viel Strom. Die Verbraucherzentrale sagt es deutlich: Jede Stromheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme. Ob eine Elektroheizung mit Infrarot die bessere Wahl ist, entscheidet sich deshalb am Raum. Das Paneel wärmt leise den Platz vor der Fläche, Konvektor und Radiator heizen die Luft im ganzen Zimmer, der Heizlüfter überbrückt nur Minuten.
Gleicher Strom, gleiche Wärme: was alle Elektroheizungen gemeinsam haben
Eine Elektroheizung schickt Strom durch einen Widerstand, der warm wird. Dabei geht nichts verloren, die gesamte aufgenommene Energie landet als Wärme im Raum. Laut Strompreisanalyse des BDEW zahlen Haushalte 2026 im Schnitt 37,0 Cent pro Kilowattstunde. Diesen Preis zahlen Sie für jede Kilowattstunde Wärme, egal aus welchem Gerät.
Werbung für Infrarotheizungen verspricht oft eine deutliche Ersparnis gegenüber anderen Elektroheizungen. Eine Ersparnis beim Wirkungsgrad gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale schreibt, Infrarotgeräte verbrauchen nicht nennenswert weniger Strom als andere Stromheizgeräte. Sparen lässt sich nur über die Nutzung, und dafür gibt es drei Hebel.
- Kürzere Laufzeit, etwa mit Zeitschaltuhr oder Präsenzsteuerung.
- Eine niedrigere Raumtemperatur, die ein Thermostat zuverlässig hält.
- Wärme nur dort, wo jemand sitzt.
Wer sein ganzes Haus elektrisch heizt, merkt das deutlich. Nach den Zahlen der Verbraucherzentrale braucht ein Haushalt im Jahr 10.000 bis 35.000 Kilowattstunden Wärme, kommt diese aus der Steckdose, steigt die Stromrechnung auf das Fünf- bis Zehnfache. Die Elektroheizung ist darum ein Gerät für einzelne Räume, für Übergangszeiten und für Orte ohne Heizungsanschluss. Ein Überblick über Heizungsarten im Vergleich zeigt, wo andere Systeme günstiger sind.
Vier Bauarten im Vergleich
Unterschiede gibt es bei der Art, wie die Wärme in den Raum kommt. Ein Teil heizt die Luft, ein Teil strahlt auf die Flächen im Raum. Das bestimmt, wie schnell Sie die Wärme spüren, wie laut das Gerät ist und wo es hingehört.
| Gerät | Prinzip | Wann die Wärme ankommt | Geräusch | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Heizlüfter | Ventilator bläst Luft über Heizdrähte | sofort, aber nur solange er läuft | hörbar | Bad am Morgen, Notfall |
| Konvektor | erwärmte Luft steigt auf und zirkuliert | nach einigen Minuten im ganzen Raum | leise | Zimmer, die gleichmäßig warm sein sollen |
| Ölradiator | Öl im Heizkörper speichert die Wärme | langsam, wärmt nach dem Abschalten nach | leise | mobiler Einsatz, Gästezimmer |
| Infrarotpaneel | warme Fläche strahlt auf Körper und Wände | direkt vor der Fläche schnell spürbar | lautlos | Arbeitsplatz, Bad, Raum mit festem Sitzplatz |
Die Preise liegen weit auseinander. Die Verbraucherzentrale nennt für einen Heizlüfter rund 25 Euro, für einen Elektro-Radiator etwa 100 Euro und für ein Infrarotgerät ab etwa 300 Euro. Der Aufpreis für das Paneel kauft Ruhe, Optik und eine andere Art von Wärme, keine niedrigere Stromrechnung.
Konvektor und Ölradiator: warme Luft für den ganzen Raum
Ein Konvektor erwärmt die Luft, die durch seine Lamellen strömt. Die warme Luft steigt nach oben, kühle Luft fließt von unten nach, und es entsteht ein Kreislauf im Zimmer, wie der Wikipedia-Artikel zur Konvektionsheizung beschreibt. Ein typischer Heizkörper dieser Art gibt dort zufolge rund 65 Prozent seiner Wärme an die Luft ab und etwa 35 Prozent als Strahlung.
Der Ölradiator sieht aus wie ein Heizkörper auf Rollen. Im Inneren ist ein Thermo-Öl, das der Heizstab aufwärmt und das die Wärme über die Rippen abgibt. Er braucht länger, bis er warm ist, und bleibt nach dem Abschalten noch eine Weile warm. Beide Geräte eignen sich, wenn ein Raum überall dieselbe Temperatur haben soll.
Was für Konvektor und Radiator spricht und was dagegen:
- Sie wärmen auch Ecken, die ein Paneel nicht „sieht”.
- Sie stehen frei im Raum und brauchen keine Montage.
- Die warme Luft sammelt sich unter der Decke, in hohen Räumen kommt unten weniger an.
- Die Luftbewegung wirbelt Staub auf, der im Raum liegt.
Heizlüfter: schnell, laut und nur für kurze Einsätze
Im Heizlüfter bläst ein Ventilator Raumluft über Heizspiralen. Er ist sofort warm und kostet laut co2online meist um die 30 Euro. Dieselbe Stelle hält fest, dass es keine energieeffizienten Heizlüfter gibt. Mehr Watt bringen den Raum schneller auf Temperatur, ziehen aber in dieser Zeit entsprechend mehr Strom.
Für ein kaltes Bad am Morgen oder eine Werkstatt, die nur stundenweise genutzt wird, ist der Heizlüfter das passende Werkzeug. Als Dauerheizung taugt er nicht. Die Verbraucherzentrale weist auf das Laufgeräusch hin und darauf, dass an den Heizdrähten Staub verbrennt, was die Luftqualität mindert. Mehrere große Geräte an einem Stromkreis lösen schnell die Sicherung aus.
Im Bad braucht ein Heizlüfter nach co2online mindestens Spritzwasserschutz IPX4, besser IPX5. Nasse Handtücher gehören weder direkt daneben noch darüber, sie können Feuer fangen.
Wo die Infrarotheizung im Vorteil ist
Das Infrarotpaneel erwärmt mit seiner warmen Fläche vor allem Wände, Möbel und Menschen, die Luft nur wenig. Wie das physikalisch funktioniert, erklärt der Beitrag zur Strahlungswärme der Infrarotheizung. Die Oberfläche wird nach co2online-Angaben 80 bis 100 Grad warm. Das ist heißer als ein herkömmlicher Heizkörper, co2online rät deshalb, das Paneel nicht in Reichweite von Kindern zu montieren.
Links die glatte Fläche des Paneels, die vor allem strahlt, rechts die Rippen des Radiators, über die vor allem warme Luft aufsteigt (Beispielbild).
Die Strahlung kommt dort an, wohin die Fläche zeigt. Die Verbraucherzentrale rät, Infrarotplatten so zu montieren, dass die Personen direkt davor sitzen. Daraus ergeben sich die Räume, in denen das Paneel seine Stärken ausspielt:
- Arbeitszimmer und Homeoffice mit festem Schreibtisch, wo Sie den Raum kühler lassen können.
- Das Bad mit Infrarotheizung als Zusatzheizung, oft als Spiegel oder Handtuchwärmer, mit mindestens 60 Zentimetern Abstand zu Dusche und Wanne.
- Räume mit kalten Außenwänden, auf die das Paneel direkt strahlt (mehr dazu unter Infrarotheizung gegen Schimmel).
- Wintergarten und Dachstudio, wo warme Luft schnell entweicht.
Eher ungeeignet sind nach co2online Gartenhaus, Wohnwagen und Wohnmobil. Als Frostwächter, der ein Gartenhaus den Winter über temperiert, verursacht das Paneel hohe Heizkosten.
Nicht jedes Paneel strahlt gleich gut. Ein Forschungsprojekt der Hochschule Konstanz fand laut co2online zur Infrarotheizung bei manchen Herstellern einen Strahlungswirkungsgrad von nur 40 bis 70 Prozent. Ein großer Teil der Wärme geht dann doch an die Luft, und das Paneel heizt wie ein Konvektor. Eine Norm für diesen Wert gibt es bisher nicht, Herstellerangaben sind darum mit Vorsicht zu lesen. Mehr zu Stärken und Grenzen steht unter Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen.
Betriebskosten im Beispiel
Weil alle Bauarten gleich viel Strom je Kilowattstunde Wärme brauchen, hängt die Rechnung an Leistung und Laufzeit. Die Beispiele rechnen mit 37,0 Cent pro Kilowattstunde und 30 Tagen. Wie lange das Thermostat das Gerät tatsächlich einschaltet, ist eine Annahme und schwankt mit Dämmung und Außentemperatur.
| Situation | Leistung | Laufzeit bei voller Leistung | Strom je Tag | Kosten je Monat |
|---|---|---|---|---|
| Bad morgens anwärmen | 1.000 Watt | 20 Minuten | 0,33 kWh | 3,70 € |
| Arbeitszimmer, Thermostat taktet | 1.000 Watt | 2 Stunden | 2 kWh | 22,20 € |
| Wohnzimmer als Vollheizung | 1.400 Watt | 4 Stunden | 5,6 kWh | 62,16 € |
Für Ihre eigenen Werte rechnet der Stromkosten-Rechner mit Leistung, Stunden und Tarif. Die passende Leistung für einen Raum liefert der Watt-Rechner für Ihren Raum. Einen ausführlichen Kostenvergleich mit Gas und Wärmepumpe finden Sie bei den Kosten und dem Stromverbrauch einer Infrarotheizung.
Das Bad ist billig, weil die Laufzeit kurz ist. Beim Wohnzimmer als Vollheizung kommen über sechs Wintermonate rund 370 Euro für diesen einen Raum zusammen.
Thermostat, Steckdose und Dauerbetrieb
Ohne Thermostat heizt jede Elektroheizung durch, bis Sie sie abschalten. Ein Raumthermostat schaltet ab, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist, und genau dort entsteht die Ersparnis. Bei Infrarotpaneelen muss das Thermostat bei einigen Herstellern extra gekauft werden, darauf weisen laut co2online Nutzer in Foren hin. Bauformen mit eingebautem Regler stellt der Beitrag zum Infrarotstrahler mit Thermostat vor.
Die Steckdose setzt eine Grenze. Ein Stromkreis mit 16 Ampere trägt bei 230 Volt rechnerisch 3.680 Watt. Zwei Geräte mit je 2.000 Watt an einer Mehrfachsteckdose überschreiten das, und mit Wasserkocher oder Föhn im selben Kreis fliegt die Sicherung. Für fest montierte Paneele mit hoher Leistung lohnt ein Blick des Elektrikers auf die Absicherung.
Heizen im ganzen Haus
Wenn Sie eine Elektroheizung für das ganze Haus suchen, stellt sich eine andere Frage. Eine Wärmepumpe als Alternative zur Infrarotheizung erzeugt laut Verbraucherzentrale dieselbe Wärme aus einem Viertel des Stroms. Wer alte Nachtspeicheröfen hat, findet beim Ersatz der Nachtspeicherheizung die Rechnung für beide Wege. Bei einzelnen Räumen, die nur zeitweise warm sein müssen, entscheidet vor allem die Art der Wärme. Platz und Geräusch kommen dazu. Alle Bauformen von der Wand bis zur Decke zeigt die Übersicht zur Infrarotheizung.


