Wärmekabine: Unterschied zur Infrarotkabine, Wirkung, Kauf

Wärmekabine aus hellem Holz mit Glastür und zwei leuchtenden Infrarotstrahlern an der Rückwand unter einer Dachschräge

Beliebte Produkte zum Thema

Anzeige · Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Die Wärmekabine ist im Handel fast immer eine Infrarotkabine: eine Holzkabine, in der Strahler den Körper bei 40 bis 60 Grad erwärmen. Beide Wörter stehen für dasselbe Gerät, Wikipedia führt sie unter einem Stichwort. Verwechseln können Sie die Wärmekabine höchstens mit der Biosauna, die ähnlich mild ist, aber mit einem Ofen und Wasserdampf arbeitet. Für den Kauf zählt deshalb die Strahlertechnik.

Begriff: warum Wärmekabine und Infrarotkabine dasselbe meinen

Hersteller, Baumärkte und Wellnesshotels verwenden die Namen ohne festen Unterschied. Der Wikipedia-Artikel Infrarotwärmekabine nennt Infrarotwärmekabinen und Infrarotkabinen in einem Atemzug und beschreibt sie als Alternative zur Sauna. Die Kabine wärmt den Körper über Infrarotstrahlung aus Strahlern und nicht über heiße Raumluft.

Auch Behörden mischen die Begriffe. Das Bundesamt für Strahlenschutz spricht auf derselben Seite von Infrarotkabinen und von Wärmekabinen, gemeint ist immer die Ganzkörperbestrahlung mit mehreren Strahlern. „Infrarotsauna” ist ein dritter Name für dasselbe Gerät. Er ist streng genommen ungenau, denn eine Sauna heizt die Luft.

Wer also eine „Wärmekabine” bestellt, bekommt eine Infrarotkabine. Einen Überblick über alle Bauformen bietet der Ratgeber zur Infrarotkabine.

Wärmekabine oder Biosauna: der echte Unterschied

Verwechslungsgefahr besteht bei der Biosauna, auch feuchtes Warmluftbad genannt. Sie ist ebenfalls mild, arbeitet aber wie eine Sauna mit einem Ofen. Laut dem Wikipedia-Artikel Sauna herrschen darin meist 45–60 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 40–55 Prozent. Infrarotbeheizte Modelle führt derselbe Artikel als Wärmekabine.

Der Unterschied liegt also in der Wärmequelle. In der Biosauna wird zuerst die Luft warm, und die feuchte Luft gibt ihre Wärme an die Haut ab. In der Wärmekabine treffen die Strahlen direkt auf die Haut, die Luft wärmt sich nur nebenbei.

Vergleich Wärmekabine und Biosauna: Infrarotstrahler gegen Saunaofen, 40–60 °C gegen 45–60 °C, kein Dampf gegen 40–55 % Luftfeuchte

Wärmekabine und Biosauna im direkten Vergleich. Werte laut Wikipedia, Stand 10/2026.

Von der klassischen finnischen Sauna mit 80 bis 100 Grad trennt beide ein großer Abstand. Ob Ihnen die trockene Hitze oder die mildere Strahlung mehr liegt, vergleicht der Ratgeber Infrarotkabine oder Sauna ausführlich. Das Dampfbad ist ein drittes System, laut Wikipedia kühler als die Sauna und mit höherer Luftfeuchtigkeit.

So wärmt die Kabine: Strahlung auf die Haut

Infrarot teilt sich in drei Bereiche, die unterschiedlich tief in die Haut gehen. Das BfS beschreibt, dass kurzwelliges IR-A bis in die Unterhaut gelangt. IR-B und IR-C bleiben weitgehend in der Oberhaut, die Wärme leitet sich von dort nach innen weiter.

BereichWellenlängeWo die Strahlung wirkt
IR-A780 bis 1.400 Nanometerbis etwa 5 Millimeter tief, Unterhaut
IR-B1.400 bis 3.000 NanometerOberhaut (Epidermis)
IR-C3.000 Nanometer bis 1 MillimeterOberhaut (Epidermis)

In der Kabine stecken je nach Modell Flächenstrahler, Keramikstrahler oder Vollspektrumstrahler. Laut BfS geben die Strahler IR-A, IR-B, IR-C oder eine Mischung davon ab. Welcher Typ welche Strahlung liefert, erklärt der Vergleich der Strahlerarten. Wikipedia nennt einen Unterschied: Rotlichtstrahler liefern mehr Tiefenwärme aus IR-A und IR-B als Keramik- und Flächenstrahler. Ein Vollspektrumstrahler deckt alle drei Bereiche ab.

Auch die Temperatur in der Kabine schwankt je nach Bauart. Üblich sind 40 bis 60 Grad. Wikipedia nennt je nach Hersteller und Modell empfohlene Innentemperaturen zwischen etwa 25 und 65 °C, für Kabinen mit Liegesitz rund 45 °C. Weil die Strahler direkt wärmen, muss die Kabine kürzer vorheizen als eine finnische Sauna.

Eine Eigenheit nennt das BfS ausdrücklich. Die Hitze- und Schmerzrezeptoren der Haut sprechen auf IR-A schwächer an als auf IR-B und IR-C. Sie spüren tief wirkende Strahlung also später als Hitze. Das spricht für eine Kabine mit Zeitschaltung und für kurze erste Sitzungen.

Wirkung: was das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt

Belegt ist der Kern, den auch die Werbung verspricht. Laut BfS kann Infrarotstrahlung die lokale Durchblutung fördern und die Muskelspannung senken. In der Medizin wird sie traditionell gegen Muskelschmerzen und Verspannungen eingesetzt. Ob Wärme bei einer bestimmten Erkrankung hilft oder schadet, muss laut BfS ein Arzt im Einzelfall beurteilen.

Weiter gehen die Belege nicht. Von Entgiftung, Gewichtsverlust oder einem stärkeren Immunsystem ist beim BfS keine Rede. Wie die Studienlage dazu aussieht, ordnet der Ratgeber zur Wirkung der Infrarotkabine ein. Für zwei häufige Hoffnungen gibt es eigene Antworten: Abnehmen in der Infrarotsauna und die Kabine bei Erkältung.

Für viele ist der Grund ohnehin schlicht das angenehme Wärmegefühl nach einem kalten Tag. Wie Sie Dauer und Temperatur am Anfang wählen, steht in der Anleitung zur richtigen Anwendung.

Sicherheit: wann Sie die Kabine meiden

Schäden drohen laut BfS vor allem dann, wenn Temperatur und Einwirkdauer kritische Grenzen überschreiten. Zu viel Wärme kann den Wärmehaushalt des ganzen Körpers stören, bei zu starker Bestrahlung drohen Verbrennungen. Die Behörde nennt deshalb Fälle, in denen Sie vorher ärztlichen Rat einholen oder ganz verzichten.

  • Herz und Kreislauf – wer Wärme schlecht verträgt, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, fragt vorher den Arzt.
  • Alkohol, Drogen, Medikamente – unter allem, was die Schmerzwahrnehmung dämpft, bleibt die Wärmekabine aus.
  • Narben – in Narbengewebe kann das Hitzegefühl fehlen, die Haut warnt dort nicht rechtzeitig.
  • Anhaltende Rötungen – bleibt die Haut lange rot, ist Schluss mit weiteren Sitzungen, bis ein Arzt draufgesehen hat.
  • Augen – sie reagieren besonders empfindlich auf Wärme. Bei IR-A- und IR-B-Strahlern kann laut Wikipedia schon in normaler Sitzposition der Grenzwert für die Augen leicht überschritten werden, eine geeignete Schutzbrille schützt.

Zur Sicherheit gehört auch die Hygiene. Weil die Luft in der Kabine kühler bleibt als in der Sauna, können sich laut Wikipedia Gerüche und Bakterien bilden. Setzen Sie sich deshalb immer auf ein Handtuch und wischen Sie Bank und Lehne regelmäßig mit einem feuchten Tuch ab.

Für Schwangere, Kinder und ältere Menschen gelten eigene Hinweise. Sie stehen gesammelt im Ratgeber zur Infrarotsauna in der Schwangerschaft und für Kinder.

Kaufkriterien: Watt allein sagt wenig

Die Wattzahl auf dem Datenblatt ist das erste, was Händler zeigen, und das schwächste Kriterium. Das BfS stellt klar, dass sich aus der Watt-Angabe allein nicht ablesen lässt, wie viel Strahlung pro Quadratmeter auf den Körper trifft. Entscheidend sind die Lage der Strahler und Ihr Abstand zu ihnen beim Sitzen.

Für Infrarot-Wärmekabinen gibt es außerdem ein eigenes Regelwerk zur Gütesicherung. Die RAL-GZ 420 ist als technische Regel bei DIN geführt, die gültige Ausgabe stammt von 01/2014. Fragen Sie den Händler, ob das Modell danach geprüft ist und wer geprüft hat.

Beim Vergleich mehrerer Modelle helfen sechs Punkte weiter.

  1. Personenzahl – für eine oder zwei Personen reicht eine kleinere Kabine, die Maße vergleicht der Ratgeber Infrarotkabine für 1 bis 2 Personen. Für Familien lohnt der Blick auf Modelle für 3 bis 4 Personen.
  2. Sitzen oder Liegen – eine Liegekabine braucht mehr Grundfläche, entlastet aber den Rücken, wie der Vergleich liegend oder sitzend zeigt.
  3. Aufstellort – ob die Kabine in den Keller, unter die Dachschräge oder in den Garten soll, verändert die Anforderungen. Der Ratgeber zum Aufstellort geht sie einzeln durch.
  4. Strahlertyp – Rotlicht- und Vollspektrumstrahler bringen IR-A für mehr Tiefenwärme. Denken Sie dabei an die spätere Hitzewahrnehmung, die oben beschrieben ist.
  5. Steuerung – laut Wikipedia regelt sie Zeit, Temperatur und Licht, die meisten Kabinen schalten nach Ablauf der eingestellten Zeit automatisch ab. Achten Sie genau auf diese Abschaltung.
  6. Bauweise – die Wandplatten sind je nach Modell ein- oder zweiwandig. Neben rechteckigen Kabinen gibt es Eckmodelle, die in eine Zimmerecke passen.

Wer unsicher ist, kommt mit dem Kabinen-Berater in wenigen Klicks zu einer passenden Größe. Marken und ihre Modellreihen stellt die Übersicht der Kabinen-Hersteller vor.

Wärmekabine kaufen: der Bestseller im Detail

Gezeigt ist die Wärmekabine mit dem aktuell besten Verkaufsrang bei Amazon. Prüfen Sie sie gegen die Kriterien oben, also Personenzahl, Strahlertyp, Maße für Ihren Aufstellort und den Stromanschluss. Die Punkte darunter fassen Herstellerangaben zusammen und sind kein Testergebnis. Fragen Sie vor dem Kauf nach Prüfzeichen und Garantie auf die Strahler.

BestsellerDewello

Dewello Infrarotkabine LAKEFIELD 3 120x120 DUAL-THERM für 1-2 Personen aus Hemlock Holz mit Vollspektrumstrahler

Bestseller-Rang 43410 bei Amazon, Stand 27.10.2026

Was ihn besonders macht, laut Hersteller:

  • Für ein bis zwei Personen
  • Steuerung für Zeit und Temperatur

Anzeige · Affiliate-Link. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Preise und Verfügbarkeit können abweichen.

Stromkosten je Sitzung

Eine Wärmekabine läuft meist nur eine halbe Stunde am Stück, darum bleiben die Stromkosten klein. Die Rechnung ist einfach: Anschlussleistung mal Laufzeit mal Strompreis. Die Strompreisanalyse des BDEW nennt für Haushalte 2026 im Schnitt 37,0 Cent pro Kilowattstunde.

Anschlussleistung30 Minuten45 Minuten
1.500 Watt0,28 €0,42 €
2.000 Watt0,37 €0,56 €
2.500 Watt0,46 €0,69 €

Die Werte gelten bei voller Leistung über die gesamte Zeit. Die Aufheizphase vor der Sitzung kommt hinzu, wie lange sie dauert, hängt vom Modell ab. Die Anschlussleistung Ihres Modells steht auf dem Typenschild, damit rechnen Sie die Tabelle für Ihre Kabine nach. Was die Anschaffung kostet, zeigt der Ratgeber zum Preis der Infrarotkabine.

Checkliste vor dem Kauf

Haken Sie diese Punkte ab, bevor Sie bestellen.

  • Aufstellort ausgemessen, inklusive Höhe unter Dachschräge oder Kellerdecke
  • Personenzahl festgelegt und Kabinengröße danach gewählt
  • Strahlertyp passend zum gewünschten Wärmegefühl ausgesucht
  • Steckdose oder eigener Stromkreis laut Anleitung geprüft
  • Prüfzeichen und Garantie auf die Strahler beim Händler erfragt
  • Ärztlichen Rat eingeholt, falls Herz, Kreislauf oder Medikamente eine Rolle spielen
  • Zubehör wie Rückenlehne oder Sitzauflage eingeplant, mehr dazu im Ratgeber Zubehör für Infrarotkabinen

Häufige Fragen

Ist eine Wärmekabine dasselbe wie eine Infrarotsauna?
Im Sprachgebrauch ja. Händler verkaufen dieselben Modelle mal als Infrarotsauna, mal als Wärmekabine oder Infrarotkabine. Drin stecken Infrarotstrahler, die direkt auf die Haut wirken. Mit einer finnischen Sauna teilt das Gerät nur das Schwitzen, die Raumluft bleibt viel kühler.
Kann ich in einer Wärmekabine einen Aufguss machen?
Nein. Ein Aufguss braucht heiße Saunasteine auf einem Ofen, die das Wasser verdampfen. Eine Infrarotkabine hat keinen Ofen, und Wasser gehört nicht auf elektrische Strahler. Wer feuchte, milde Wärme sucht, ist mit einer Biosauna oder einem Kombiofen besser bedient.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmekabine im Monat?
Bei drei Sitzungen pro Woche à 30 Minuten und 2.000 Watt kommen rund 13 Kilowattstunden im Monat zusammen. Zum BDEW-Durchschnittspreis von 2026 sind das knapp 5 Euro. Die Aufheizzeit vor der Sitzung kommt hinzu, sie hängt vom Modell ab und steht in der Anleitung.
Darf ich die Wärmekabine mit Bluthochdruck nutzen?
Das klärt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät allen, die Wärme schlecht vertragen, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor der ersten Nutzung zum ärztlichen Gespräch. Eine Regel für alle mit Bluthochdruck nennt die Behörde nicht.
Quellen