Infrarotkabine Temperaturen: Empfohlene & maximale Werte

Bedienfeld einer Infrarotkabine mit Temperaturanzeige

Eine Infrarotkabine arbeitet mit deutlich niedrigeren Temperaturen als eine finnische Sauna. Üblich sind 40 bis 60 Grad statt 80 bis 100 Grad. Der Grund: Die Strahlung erwärmt den Körper direkt, nicht die Luft. Daher schwitzen Sie schon bei milder Temperatur. Welcher Wert für Sie passt, hängt von Erfahrung und Empfinden ab.

Dieser Beitrag zeigt die empfohlenen und maximalen Temperaturen, die richtige Dauer und worauf Einsteiger und Risikogruppen achten sollten.

Welche Temperatur ist empfohlen?

Die empfohlene Temperatur in der Infrarotkabine liegt bei 40 bis 60 Grad Celsius. Für den Einstieg sind niedrigere Werte sinnvoll. Dabei gilt:

  • Wenn Sie die Kabine zum ersten Mal nutzen, wählen Sie etwa 35 Grad und begrenzen Sie den Saunagang auf rund 15 Minuten. Steigern Sie Temperatur und Dauer mit jedem Besuch um wenige Grad beziehungsweise Minuten.
  • Kinder, Schwangere und Senioren bleiben im niedrigen Bereich. Klären Sie die Nutzung bei Schwangerschaft und Vorerkrankungen vorab ärztlich ab. Mehr dazu im Ratgeber zu den Risikogruppen.
  • Gesunde Erwachsene tasten sich Schritt für Schritt an ihre Wohlfühltemperatur heran.

Hören Sie dabei immer auf Ihren Körper. Sobald Sie sich unwohl fühlen, verlassen Sie die Kabine und stellen die Temperatur beim nächsten Mal niedriger ein. Eine kontaktlose Messung mit einem Infrarot-Thermometer hilft, den eingestellten Wert zu kontrollieren.

Welchen Einfluss hat die Temperatur?

Die Wärme in der Infrarotkabine fördert die Durchblutung und entspannt die Muskeln. Diese Wirkung nennt auch das Bundesamt für Strahlenschutz als gut belegt. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt auch von der eingestellten Temperatur ab.

  • Die Infrarotstrahlung erwärmt vor allem die Körperoberfläche. Über Wärmeleitung steigt die Temperatur auch in tieferen Schichten leicht an. Die Raumluft bleibt dagegen weitgehend kühl.
  • Das regt die Durchblutung an und kann Muskelverspannungen lösen. Zu hoch sollte die Temperatur aber nicht gewählt werden, denn das belastet den Kreislauf unnötig.
  • Ein Vorteil bleibt unabhängig vom Wert: Infrarotkabinen brauchen kaum Vorheizzeit, die gewünschte Temperatur ist schnell erreicht.

Was die Wärme darüber hinaus leisten kann und wo die Grenzen liegen, lesen Sie im Ratgeber zur Wirkung der Infrarotkabine.

Empfohlene Anwendungsdauer

Die Temperatur ist nur ein Teil, die Dauer der andere. Üblich ist eine Sitzung von 20 bis 40 Minuten.

  • Wer mag, kann bei niedriger Temperatur auch länger bleiben, bis etwa 45 Minuten. Steigern Sie die Dauer schrittweise um jeweils fünf Minuten.
  • Alternativ halten Sie die einzelnen Gänge kürzer und planen mehrere am Tag ein. Das schont den Kreislauf, gerade wenn Sie das Gefühl haben, dass eine lange Sitzung zu viel wird.

Spüren Sie ein Brennen oder Kribbeln auf der Haut, ist die Intensität zu hoch. Verlassen Sie die Kabine und stellen Sie die Temperatur beim nächsten Mal niedriger ein.

Maximale Temperaturen von Wärmekabinen

Im Vergleich der drei verbreiteten Wärmekabinen wird der Unterschied deutlich.

KabineTemperaturLuftfeuchtigkeit
Finnische Sauna80 bis 100 °C10 bis 20 %
Dampfbad40 bis 50 °Cnahe 100 %
Infrarotkabine40 bis 60 °Cnormale Raumluft

Die finnische Sauna erreicht die höchsten Temperaturen und belastet den Kreislauf am stärksten. Das Dampfbad bleibt kühler, fühlt sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit aber heiß an. Die Infrarotkabine arbeitet anders: Sie erwärmt nicht die Luft, sondern über IR-Strahlung den Körper direkt. Welche Variante zu Ihnen passt, klärt der Vergleich Infrarotkabine oder Sauna.

Sicher bleiben bei der Temperaturwahl

Bei sachgemäßer Nutzung ist die Infrarotkabine sicher. Probleme entstehen erst, wenn Temperatur und Dauer kritische Grenzen überschreiten. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist darauf hin, dass thermische Belastungen den Wärmehaushalt stören können, bei zu starker Bestrahlung sind sogar Verbrennungen möglich.

Achten Sie deshalb auf moderate Werte, ausreichend Flüssigkeit und einen Sicherheitsabstand zu den Strahlern. In einer Vollspektrum-Kabine schützt eine Brille die Augen vor der kurzwelligen IR-A-Strahlung. Wie Sie eine Sitzung insgesamt richtig gestalten, zeigt der Ratgeber zur Anwendung der Infrarotkabine.

Empfehlungen

#2
Empfehlung

Infrarot Thermometer

  • Schnelle, kontaktlose Temperaturmessung
  • Praktisch zur Kontrolle der Kabinentemperatur
#3
Empfehlung

Sauna Thermo-Hygrometer

  • Überwacht Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Robust und hitzebeständig

Häufige Fragen

Welche Temperatur ist in der Infrarotkabine empfohlen?
Üblich sind 40 bis 60 Grad Celsius. Einsteiger beginnen am besten bei etwa 35 Grad und steigern langsam. Die ideale Temperatur ist Empfindungssache und liegt meist niedriger, als man denkt, weil die Strahlung den Körper direkt erwärmt und nicht die Luft.
Wie heiß wird eine Infrarotkabine maximal?
Je nach Modell und Strahlertyp lassen sich meist bis zu 60 Grad, bei manchen Geräten bis 65 Grad einstellen. Das ist deutlich weniger als in einer finnischen Sauna mit 80 bis 100 Grad. Höhere Werte sind nicht nötig, da die Tiefenwärme schon bei niedriger Temperatur wirkt.
Wie lange sollte man in der Infrarotkabine bleiben?
Eine Sitzung dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten. Einsteiger beginnen mit etwa 15 Minuten und steigern langsam. Hören Sie auf Ihren Körper und verlassen Sie die Kabine bei Unwohlsein sofort.
Welche Temperatur für Kinder und Senioren?
Für Kinder sollte die Temperatur 35 Grad nicht überschreiten, die Dauer höchstens 15 Minuten betragen. Senioren vertragen die milde Wärme meist gut, bei Vorerkrankungen ist aber eine ärztliche Absprache ratsam. Im Zweifel niedriger einstellen.
Warum reicht in der Infrarotkabine eine niedrige Temperatur?
Weil die Infrarotstrahlung den Körper direkt erwärmt und nicht erst die Raumluft. Dadurch schwitzt man schon bei 40 bis 50 Grad spürbar. Eine hohe Lufttemperatur wie in der Sauna ist für die Wirkung nicht nötig und spart zudem Strom.

Quellen