Bei der Anschaffung einer Infrarotheizung spielen Größe, Design, Funktionsumfang und vor allem die Wattleistung eine Rolle. Modelle mit 800 Watt gehören zum oberen Mittelfeld: stark genug für mittelgroße Räume, sparsamer als die Klassen mit 1000 oder 1200 Watt. Hier finden Sie Raumgrößen, Kosten und Kaufkriterien.
Was sagt die Wattanzahl aus?
Die Wattanzahl, in diesem Fall 800 Watt, gibt die elektrische Leistung an, die das Gerät maximal aufnimmt. Sie ist der direkte Indikator für die Heizleistung und damit für die Raumgröße, die das Gerät versorgen kann.
Prinzipiell gilt: Je höher die Wattleistung, desto größer die beheizbare Fläche, und desto höher die Stromkosten pro Betriebsstunde. Die Kunst liegt in der passenden Dimensionierung. Ein zu schwaches Gerät läuft dauerhaft, ohne den Raum warm zu bekommen; ein stark überdimensioniertes kostet unnötig viel in der Anschaffung. Den Bedarf für Ihren Raum ermitteln Sie mit dem Watt-Rechner.
Hintergründe zum Thema Infrarot
Infrarotheizungen erzeugen Wärme durch Infrarotstrahlung. Die Strahlung erwärmt nicht die Luft, sondern Objekte und Personen, auf die sie trifft. Wände, Möbel und der Körper nehmen die Energie auf und geben sie zeitversetzt an den Raum ab. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt diese Wärmewirkung als Absorption in den oberen Hautschichten, derselbe Mechanismus wie bei Sonnenwärme. Wie eine Infrarotheizung funktioniert, lesen Sie im Grundlagen-Ratgeber.
Daraus ergeben sich die typischen Vor- und Nachteile:
Vorteile:
- Direkte Wärme: Strahlung wirkt sofort auf Personen, ohne Vorlaufzeit der Raumluft.
- Raumklima: Keine Luftzirkulation, keine Staubverwirbelung, die Luft trocknet weniger aus.
- Wartungsfrei: Keine beweglichen Teile, keine jährliche Wartung.
- Flache Bauformen: Paneele tragen kaum auf und ersetzen keinen Stellplatz.
Nachteile:
- Stromkosten: Strom ist die teuerste Heizenergie in Deutschland. Als Dauer-Vollheizung lohnt die Technik nur in sehr gut gedämmten Gebäuden.
- Kein günstiger Heizstrom: Für steckerfertige Geräte gibt es laut Verbraucherzentrale meist nur den normalen Haushaltstarif.
Der Unterschied zu klassischen Heizkörpern liegt im Wärmeprinzip: Konvektionsheizungen erwärmen die Luft, die im Raum zirkuliert. Infrarotheizungen setzen auf Strahlungswärme, die Oberflächen direkt erwärmt und die Temperatur gleichmäßiger verteilt.
Geeignete Raumgröße für 800 Watt IR-Heizung
Eine 800-Watt-Infrarotheizung eignet sich für mittelgroße Räume von etwa 9 bis 16 Quadratmetern, abhängig von Dämmung und Außenwänden. Die Faustregel: 50 Watt pro Quadratmeter bei guter, 70 bei mittlerer und 90 bei schlechter Dämmung, plus 10 Watt je zusätzlicher Außenwand.
| Dämmstandard (1 Außenwand) | Bedarf pro m² | Max. Raumgröße bei 800 Watt |
|---|---|---|
| Gut gedämmt (Neubau) | 50 Watt | ca. 16 m² |
| Mittel gedämmt | 70 Watt | ca. 11,5 m² |
| Schlecht gedämmt (Altbau) | 90 Watt | ca. 9 m² |
Die Klasse passt damit für:
- Wohnzimmer in kompakten Wohnungen mit gleichmäßigem Wärmebedarf.
- Badezimmer, wo sie zusätzlich Handtücher trocknet.
- Arbeitszimmer und Büros mit konstantem Wärmebedarf am Schreibtisch.
- Schlafzimmer, die abends kurz aufgeheizt werden.
- Garage und Gartenhaus für gelegentliche Nutzung.
Ein Rechenbeispiel für Eckzimmer: Bei mittlerer Dämmung und zwei Außenwänden steigt der Bedarf auf 80 Watt pro Quadratmeter. Die 800-Watt-Heizung reicht dann für genau 10 Quadratmeter. Zum Vergleich: Der ADAC nennt für 15 Quadratmeter einen Richtwert von 700 bis 900 Watt, das deckt sich mit der Faustregel bei guter bis mittlerer Dämmung.
Kosten: Für Anschaffung und Betrieb
Die Anschaffungskosten hängen von Marke, Material und Ausstattung ab. Einfache 800-Watt-Paneele kosten 100 bis 250 Euro, Markengeräte mit Thermostat oder Glasfront 250 bis 500 Euro.
Für die Betriebskosten zählen drei Größen: Leistung, Laufzeit und Strompreis. Der Haushaltsstrompreis liegt laut BDEW-Strompreisanalyse bei durchschnittlich 37,0 Cent pro Kilowattstunde (Stand 04/2026):
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Leistung | 800 W = 0,8 kW |
| Betriebsdauer pro Tag | 8 Stunden |
| Betriebstage | 120 Tage |
| Strompreis | 0,37 €/kWh |
Berechnung: 0,8 kW x 8 Stunden x 120 Tage x 0,37 €/kWh = 284,16 € pro Heizsaison
Das ist der Volllast-Maximalwert. Mit Thermostat taktet das Gerät nach dem Aufheizen und die realen Kosten sinken deutlich. Eigene Szenarien rechnen Sie im Stromkosten-Rechner durch.
Reicht die Leistung nicht, kombinieren Sie das Gerät mit einem zweiten Paneel oder wählen direkt eine stärkere Klasse mit 1000 oder 1200 Watt.
Design & Materialien
Infrarotheizungen mit 800 Watt gibt es in allen gängigen Designvarianten:
- Standardpaneele: Rechteckig, weiß, für Wand- oder Deckenmontage. Die günstigste Wahl.
- Bildheizungen: Paneele mit Wunschmotiv, vom Landschaftsbild bis zum Kunstdruck.
- Spiegelheizungen: Für Bad oder Flur, als funktionaler Spiegel mit Heizwirkung.
- Glaspaneele: In Weiß oder Schwarz, optisch hochwertiger als Stahlblech.
- Rundheizungen: Kreisförmige Paneele als gestalterischer Akzent.
Bei den Materialien dominieren pulverbeschichtetes Metall (leicht, günstig, reaktionsschnell), Sicherheitsglas (edel, leicht zu reinigen), Keramik und Naturstein (speichern Wärme länger, deutlich schwerer). Eine Übersicht gibt der Ratgeber Infrarotstrahler-Material.
Wie finde ich eine gute Heizung?
Diese Kriterien trennen brauchbare von schwachen Angeboten:
- Leistung passend zum Raum: Erst rechnen, dann kaufen (siehe Tabelle oben).
- Thermostat: Integriert oder nachrüstbar; ohne Regelung wird jedes Paneel zum Stromfresser.
- Sicherheitsausstattung: Überhitzungsschutz und GS-Zeichen sind Pflicht.
- IP-Schutzklasse: Fürs Bad mindestens IP44 und Montage außerhalb der Spritzwasserzonen.
- Verarbeitung und Garantie: 5 bis 10 Jahre Garantie auf das Heizelement sprechen für Qualität; üblich sind 15 bis 20 Jahre Lebensdauer.
- Bewertungen: Achten Sie in Rezensionen auf Aussagen zu Oberflächentemperatur, Geruchsentwicklung in den ersten Tagen und Haltbarkeit der Halterungen.
Infrarotheizung mit 800 Watt kaufen
Ein Modell mit 800 Watt bietet solide Wärmeleistung für mittelgroße Räume. Passende Geräte mit und ohne Thermostat finden Sie in den Empfehlungen weiter unten; achten Sie auf die genannten Sicherheitsmerkmale.
Praktische Zusatzfunktionen
Über die reine Heizfunktion hinaus erhöhen einige Ausstattungen Komfort und Effizienz:
- Thermostate: Ein integrierter Thermostat hält die Zieltemperatur und beendet den Volllast-Dauerbetrieb. Smarte Modelle lernen Zeitpläne und heizen vor.
- Fernbedienung und App-Steuerung: Praktisch bei Deckenmontage oder schwer erreichbaren Geräten. WLAN-Modelle lassen sich von unterwegs steuern.
- Timer: Heizt das Bad morgens vor und schaltet automatisch ab.
- Energiesparmodi: Drosseln die Leistung bei Erreichen der Zieltemperatur statt hart zu schalten.
- Kindersicherung: Sperrt die Bedienelemente gegen versehentliches Verstellen.
Sicherheit und Installation von Infrarotheizungen
Sicherheit ist bei Elektroheizungen zentral. Infrarotheizungen gelten als sicher, wenn Gerät und Montage stimmen:
- Überhitzungsschutz: Schaltet das Gerät bei Hitzestau ab, etwa wenn ein Vorhang davor hängt. Bei guten Geräten Standard.
- Berührungsschutz: Die Oberfläche erreicht 80 bis 110 Grad. In Haushalten mit Kindern erhöht montieren oder ein Modell mit Schutzgitter wählen.
- Montageort: Abstand zu brennbaren Materialien einhalten, Rückseite nicht direkt auf die Wand pressen, Luftzirkulation hinter dem Gerät ermöglichen.
- Montagehöhe: So anbringen, dass das Paneel nicht angestoßen wird, üblich sind 80 bis 100 Zentimeter über dem Boden oder die Deckenmontage.
- Elektrik: Steckerfertige Geräte gehören an eine geerdete Wandsteckdose. Festanschlüsse, etwa im Bad, installiert eine Elektrofachkraft.
IP-Schutzklassen geben an, wie gut das Gerät gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist. IP65 steht beispielsweise für staubdicht und strahlwassergeschützt. Für Badezimmer und andere Feuchträume wählen Sie mindestens IP44 und beachten die Schutzbereiche rund um Dusche und Wanne.