Heizungsarten im Vergleich: Kosten, CO2, Wartung & Co.

Heizungsarten im Vergleich: Kosten, CO2, Wartung & Co.

Gas, Öl, Pellets, Wärmepumpe, Fernwärme oder Infrarot: Wer heute eine Heizung plant, vergleicht nicht nur Anschaffungspreise, sondern auch Betriebskosten, CO2-Bilanz, Förderung und Wartungsaufwand. Dieser Überblick stellt die gängigen Heizungsarten mit aktuellen Zahlen gegenüber und zeigt, welches System zu welchem Gebäude passt.

Die wichtigsten Heizungsarten im Überblick

  • Gasheizung: Noch immer das verbreitetste System in Deutschland. Erdgas wird im Brennwertkessel verbrannt, die Wärme über Heizkörper oder Fußbodenheizung verteilt. Neue reine Gasheizungen sind durch das Gebäudeenergiegesetz nur noch eingeschränkt zulässig und werden nicht gefördert.
  • Ölheizung: Gleiche Technik mit Heizöl als Brennstoff, verbreitet in Regionen ohne Gasnetz. Höchste CO2-Emissionen im Vergleich, Tanklagerung nötig.
  • Pelletheizung: Verbrennt gepresste Holzpellets. Als erneuerbares System förderfähig, braucht aber Lagerraum und regelmäßige Reinigung samt Ascheentsorgung.
  • Wärmepumpe: Holt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und macht mit einer Kilowattstunde Strom das Drei- bis Vierfache an Heizwärme. Stark gefördert und seit 2022 im Betrieb durchgehend günstiger als fossile Systeme.
  • Fernwärme: Anschluss ans örtliche Wärmenetz, wartungsarm, aber an einen Anbieter gebunden und laut Heizspiegel zuletzt das teuerste System im Betrieb.
  • Infrarotheizung: Elektrische Direktheizung mit Strahlungswärme. Konkurrenzlos günstig in der Anschaffung, teuer pro Kilowattstunde im Betrieb. Wie das Prinzip funktioniert, erklärt der Beitrag zur Funktionsweise.

Der große Vergleich: Alle Systeme in einer Tabelle

EigenschaftGasheizungÖlheizungPelletheizungWärmepumpeFernwärmeInfrarotheizung
Anschaffung (typisch)7.000–10.000 €8.000–12.000 €15.000–25.000 €27.000–40.000 €5.000–15.000 € (Anschluss)1.500–2.500 € (Wohnung)
Förderung 2026keinekeinebis 70 %bis 70 %bis 70 % (Anschluss)keine
Heizkosten/Jahr (70 m²)*1.180 €1.055 €740 €715 €1.245 €ca. 1.200–1.700 €**
Wartungjährlichjährlichregelmäßigminimalminimalpraktisch keine
CO2-Bilanzmittelhochniedrigsehr niedrigje nach Netzhängt am Strommix
Lebensdauer15–20 Jahre15–20 Jahre15–20 Jahre15–20 Jahrelang20+ Jahre

* Durchschnittswerte laut Heizspiegel 2025 von co2online, Abrechnungsjahr 2024, 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus. ** Eigene Hochrechnung bei 37 Cent pro kWh, gut gedämmte Wohnung; Details und Rechenweg im Beitrag Kosten und Stromverbrauch.

Heizkosten im Betrieb: Was sagt der Heizspiegel?

Der Heizspiegel 2025 wertet über 90.000 Gebäudedaten aus. Das Ergebnis für das Abrechnungsjahr 2024: Wärmepumpen heizen am günstigsten (715 Euro für die 70-Quadratmeter-Beispielwohnung), gefolgt von Pellets (740 Euro). Öl (1.055 Euro) und Gas (1.180 Euro) liegen deutlich darüber, Fernwärme ist mit 1.245 Euro am teuersten. Für 2025 erwartet co2online weitere Preisanstiege vor allem bei Gas und Pellets.

Die Infrarotheizung taucht in dieser Statistik nicht auf, weil sie selten als Vollheizung läuft. Rechnet man sie hoch, landet sie beim Strompreis von 37,0 Cent pro Kilowattstunde (BDEW, Stand 04/2026) am oberen Ende des Felds. Ihre Stärke liegt nicht im Dauerbetrieb, sondern in der punktuellen Wärme: Einzelne Räume lassen sich gezielt heizen, ohne ein ganzes Verteilsystem zu betreiben.

CO2-Bilanz: Wie klimafreundlich heizt welches System?

Bei Öl und Gas entsteht das CO2 direkt im Keller, bei Strom im Kraftwerkspark. Laut Umweltbundesamt verursachte der deutsche Strommix 2025 durchschnittlich 344 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (2024: 353 Gramm), Tendenz weiter sinkend. Daraus folgt:

  • Die Wärmepumpe führt klar: Aus einer Kilowattstunde Strom werden drei bis vier Kilowattstunden Wärme, die Emissionen pro Wärmeeinheit sind entsprechend gering.
  • Pellets gelten als nahezu klimaneutral, verursachen aber Feinstaub und brauchen nachhaltige Holzwirtschaft.
  • Die Infrarotheizung erzeugt Wärme eins zu eins aus Strom. Mit Netzstrom ist ihre Bilanz schlechter als die der Wärmepumpe, mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik verbessert sie sich deutlich.
  • Gas und Öl verlieren den Vergleich, Öl mit den höchsten Emissionen.

Förderung und Recht: Was 2026 gilt

Die KfW-Heizungsförderung bezuschusst den Tausch auf erneuerbare Systeme mit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten (gedeckelt auf 30.000 Euro beim Einfamilienhaus): Wärmepumpe, Pellets, Solarthermie, Fernwärmeanschluss. Fossile Heizungen und Stromdirektheizungen gehen leer aus, was die Förderlage für Infrarotheizungen auf indirekte Wege wie Photovoltaik beschränkt.

Dazu kommt das Gebäudeenergiegesetz: Neu eingebaute Heizungen müssen perspektivisch zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen, mit Übergangsfristen, die an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt sind. Wer heute plant, sollte fossile Neuanschaffungen kritisch prüfen.

Wartung, Platzbedarf und Lebensdauer

Im Alltag unterscheiden sich die Systeme stärker, als es Preislisten zeigen:

  • Gas und Öl brauchen jährliche Wartung und den Schornsteinfeger, Öl zusätzlich Tankraum.
  • Pellets verlangen Lagerraum und regelmäßige Reinigung.
  • Wärmepumpen laufen wartungsarm; ein jährlicher Check genügt meist.
  • Fernwärme ist im Haus nahezu wartungsfrei, die Technik gehört dem Versorger.
  • Infrarotpaneele haben keine beweglichen Teile, keinen Brenner und keinen Wasserkreislauf, es gibt schlicht nichts zu warten. Defekte Geräte werden getauscht, ein Paneel kostet wenige hundert Euro.

Welche Heizung passt zu welchem Gebäude?

  • Unsanierter Altbau: Hier zählt zuerst die Gebäudehülle. Pellets oder (nach Sanierung) Wärmepumpe sind die üblichen Wege; Infrarot nur als Zusatzwärme für einzelne Räume.
  • Sanierter Bestand und Neubau: Die Wärmepumpe ist dank Förderung und niedriger Betriebskosten meist erste Wahl.
  • Stadtlage mit Wärmenetz: Fernwärme ist bequem, die Preisbindung an den Anbieter sollte man kennen.
  • Einzelne Problemräume, Gartenhaus, selten genutzte Flächen: Hier spielt die Infrarotheizung ihre Vorteile aus: minimale Anschaffung, keine Installation, Wärme auf Knopfdruck. Welche Leistung der Raum braucht, zeigt der Watt-Rechner.

Fazit

Den einen Testsieger gibt es nicht, nur das passende System fürs Gebäude. Bei den Betriebskosten führt die Wärmepumpe, bei der Anschaffung die Infrarotheizung, bei der Unabhängigkeit Pellets. Fossile Systeme verlieren auf allen Achsen an Boden: keine Förderung, steigende CO2-Preise, unsichere Brennstoffkosten. Für die Vollbeheizung eines Hauses führt der Weg 2026 meist zur Wärmepumpe, für punktuelle und flexible Wärme bleibt die Infrarotheizung die günstigste Eintrittskarte.

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#2
Empfehlung

Infrarotheizung mit Thermostat

  • Senkt die Betriebskosten durch Steuerung

Häufige Fragen

Welche Heizung hat die niedrigsten Heizkosten?
Laut Heizspiegel 2025 heizt eine 70-Quadratmeter-Wohnung am günstigsten mit Wärmepumpe (715 Euro im Jahr) und Pellets (740 Euro). Gas kostet 1.180 Euro, Fernwärme 1.245 Euro. Wärmepumpen sind seit 2022 durchgehend günstiger als fossile Systeme.
Welche Heizung ist in der Anschaffung am günstigsten?
Die Infrarotheizung. Eine komplette Wohnungsausstattung kostet 1.500 bis 2.500 Euro, eine Gasheizung 7.000 bis 10.000 Euro, eine Wärmepumpe vor Förderung deutlich über 20.000 Euro. Der Anschaffungsvorteil wird aber durch höhere Stromkosten im Betrieb aufgezehrt.
Welche Heizungen werden 2026 noch gefördert?
Die KfW bezuschusst den Tausch auf erneuerbare Systeme mit bis zu 70 Prozent: Wärmepumpen, Pellet- und Holzheizungen, Solarthermie und Fernwärmeanschlüsse. Gas-, Öl- und Stromdirektheizungen wie Infrarotpaneele erhalten keine Förderung.
Welche Heizung hat die beste CO2-Bilanz?
Die Wärmepumpe, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom das Drei- bis Vierfache an Wärme erzeugt und der Strommix jährlich grüner wird. 2025 lag der deutsche Strommix laut Umweltbundesamt bei 344 Gramm CO2 pro Kilowattstunde.
Was kostet der Heizungstausch auf eine Wärmepumpe?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Bestand meist 27.000 bis 40.000 Euro. Nach maximaler KfW-Förderung von 70 Prozent bleiben rund 11.000 bis 19.000 Euro Eigenanteil. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro gedeckelt.
Für wen lohnt sich eine Infrarotheizung im Systemvergleich?
Als Vollheizung selten, als Ergänzung oft: für einzelne Räume, gut gedämmte Gebäude, selten genutzte Flächen oder kombiniert mit Photovoltaik. Die Anschaffung ist konkurrenzlos günstig, der Betrieb pro Kilowattstunde der teuerste.

Quellen